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Eishockey Siegesserie der Wild Wings gerissen

Auch die schönste Serie geht einmal zu Ende. Ausgerechnet beim Derby gegen die Adler Mannheim kassierten die Wild Wings nach fünf Siegen in Folge eine Niederlage. Mit Bildergalerie!

 

Die Schwenninger verloren in der mit 6214 Zuschauern ausverkauften Helios-Arena gegen den amtierenden Meister mit 2:4 (1:1, 0:1, 1:2) Toren.

Bei den Wild Wings stand Andrée Hult wieder auf dem Eis und komplettierte den Schwenninger Paradesturm mit Will Acton und Damien Fleury. Beim 5:3-Sieg in Krefeld am Freitagabend hatte der Schwede wegen einer fiebrigen Erkältung pausieren müssen. Das gleiche Schicksal ereilte Dimitri Pätzold bei der Partie gegen Mannheim. Deshalb saß der 21-jährige Nachwuchsmann Marco Wölfl als Torhüter Nummer zwei auf der Wechselbank. Auf Joey MacDonald zwischen den Schwenninger Pfosten ruhte eine doppelte Last. Bärenstark halten und sich dabei nicht verletzen – so lautete die Losung für den 35-Jährigen.

Fünf Siege in Folge für Schwenningen, deren sechs für Mannheim: Welche dieser beiden stolzen Serien würde an diesem Nachmittag reißen? Für die 5800 Schwenninger und 400 Mannheimer Fans war die Antwort schon vor dem ersten Bully klar. Blieb die Frage: Wer würde mit seiner Prognose recht behalten?

Während die Wild Wings bis auf Pätzold in Bestbesetzung antraten, mussten die Mannheimer unter anderem auf die beiden ehemaligen NHL-Größen Jochen Hecht und Marcel Goc sowie auf den gesperrten Kapitän Marcus Kink verzichten. Die Personalnot der Kurpfälzer war derart groß, dass auf dem Spielerbogen zwei Plätze frei blieben. Daraus voreilige Schlüsse zu ziehen, war allerdings höchst gefährlich. Der amtierende Meister war selbst mit dezimiertem Kader eine Klasse für sich.

Das Spiel begann mit Schrecksekunden auf beiden Seiten. In Minute zwei traf SERC-Stürmer Toni Ritter nur den Pfosten. Wenig später sah sich MacDonald nach einem Schwenninger Patzer im Spielaufbau plötzlich zwei Mannheimern gegenüber. Doch Brandon Yip schob den Puck aus kürzester Distanz am Tor vorbei. In Minute sechs war es aber soweit: Kai Hospelt fälschte einen Schuss von Christopher Fischer ins Schwenninger Gehäuse ab. Zwar reklamierten die Gastgeber hohen Stock. Doch die Schiedsrichter gaben den Treffer, nachdem sie den Videobeweis zu Hilfe genommen hatten. Die große Chance zum Ausgleich ließ nicht lange auf sich warten. Als Martin Buchwieser und Brandon Yip die Strafbank drückten, nutzten die Wild Wings das 5:3-Powerplay. Vom Bully bis zum Torjubel vergingen gerade mal vier Sekunden. Yan Stastny ließ Gästekeeper Dennis Endras beim 1:1 (13.) keine Chance. Um ein Haar hätte Damien Fleury Sekunden vor der Pause das 2:1 erzielt, doch das Unentschieden entsprach zu diesem Zeitpunkt dem Spielverlauf.

Das zweite Drittel war geprägt von Strafen am laufenden Band. Den Reigen der Fouls eröffnete Mannheims Verteidiger Sinan Akdag, der wegen hohen Stocks gegen Stastny mit fünf Minuten plus Spieldauer vorzeitig unter die Dusche musste. Doch die Wild Wings wussten den Vorteil nicht zu nutzen, auch deshalb, weil Ashton Rome kurz darauf auf die Strafbank musste. Jene Mannschaft, die aus den zahlreichen Über- und Unterzahlsituationen letztlich Kapital schlug, war Mannheim. Als SERC-Verteidiger Jiri Hunkes in der Kühlbox saß, erzielte Brandon Yip das 1:2 (33.). Die Wings drängten ebenso vehement wie vergeblich auf den erneuten Ausgleich. Sie scheiterten vor allem an einem Mann: Dennis Endras. Wahnsinn, wie der Adler-Torhüter die Schüsse von Ashton Rome (28.) und Will Acton (36.) parierte. „Die Mannheimer ermöglichen Schwenningen keine Scheibenkontrolle und stellen die Passwege perfekt zu.“ So lautete die Analyse von Schwenningens ehemaligem Nationalspieler Andreas Renz, der die Partie als Experte live auf ServusTV kommentierte.

137 Sekunden nach Beginn des letzten Abschnitts war sie wieder da, die Möglichkeit zum Ausgleich. Daniel Schmölz wurde vor dem Mannheimer Kasten gefoult. Der 23-jährige SERC-Stürmer zeigte beim fälligen Penalty jedoch Nerven und zielte am Tor vorbei. Was folgte, war das von SERC-Trainer Helmut de Raaf angekündigte Power-Eishockey. Die Wild Wings rannten weiter unermüdlich an – allein, die Scheibe wollte nicht über die Torlinie. Zumindest nicht über die von Mannheim. Nachdem Damien Fleury erneut an Teufelskerl Endras gescheitert war, sorgte Jamie Tardif nach einem Konter mit dem 1:3 (53.) für die Vorentscheidung.

Die Schlussphase wurde noch mal turbulent, als die Mannheimer zwei Spieler auf der Strafbank und die Wild Wings ihren Torhüter zugunsten eines sechstens Feldspielers vom Eis genommen hatten. Nutznießer dieses Missverhältnisses waren allerdings die Gäste, die 58 Sekunden vor Schluss durch Andrew Joudray mit einem Schuss ins leere Tor den Sieg perfekt machten. Das 2:4 (60.) durch Daniel Schmölz hatte nur noch statistischen Wert, ebenso wie die Randnotiz, dass der Mannheimer Ronny Arendt zehn Sekunden vor Schluss mit einem Penalty an MacDonald scheiterte.

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