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Eishockey Schwenninger Kraftakt: 4:3 gegen Iserlohn

Die Wild Wings gewinnen mit 4:3 in der Verlängerung gegen die Iserlohn Roosters. Vier SERC-Spieler müssen vorzeitig vom Eis.

Eishockey: Vier Spieler vorzeitig des Eises verwiesen und dennoch 4:3 (2:0, 1:1, 0:2, 1:0) nach Verlängerung gegen die Iserlohn Roosters gewonnen: Die Wild Wings vollführten vor 3524 Zuschauern in der Helios-Arena einen unglaublichen Kraftakt. Unterm Strich kassierten die Schwenninger satte 110 Strafminuten.

Öfter mal was Neues, dachten sich die Wild Wings und traten erstmals in dieser Hauptrunde in ihren schwarzen Ausweichtrikots an. Da mochte wohl ein Schuss Aberglaube mit im Spiel gewesen sein. Schließlich hatten die Schwenninger zuletzt in den blauen und weißen Leibchen fünf Niederlagen in Folge kassiert. Und siehe da: Der Hokuspokus schien zu wirken. Nach dem ersten Drittel führten die Schwäne gegen die Roosters, die als Tabellenzweiter in den Schwarzwald gereist waren, mit 2:0 Toren.

Die Schwenninger hatten zu Beginn keine Möglichkeit, ihr gefürchtetes Power-Eishockey zu zelebrieren. Eine Bankstrafe für Kapitän Sascha Goc machte ihnen schon in Minute drei einen Strich durch die Rechnung. Als sich Rob Brown wenig später an der Bande ein übles Foul gegen Iserlohns Stürmer Marko Friedrich leistete und mit Fünf-Minuten-plus-Spieldauer vorzeitig zum Duschen geschickt wurde, zeichnete sich Unheil für die Wild Wings ab. Allein den glänzenden Reflexen von Torhüter Joey MacDonald hatten sie es zu verdanken, dass sie auch diese fünf Minuten in Unterzahl ohne Gegentor überstanden.

Womöglich fühlten sich die Sauerländer angesichts ihrer Überlegenheit zu sicher. Jedenfalls wurden sie in der Schlussphase des ersten Abschnitts nachlässig. Das nutzten die Schwarzwälder. Eiskalt. Zunächst überraschte SERC-Stürmer Simon Danner Gästeschlussmann Mathias Lange mit einem Handgelenkschuss zum 1:0 (19.). 60 Sekunden später stellte Andree Hult mit dem 2:0 den Spielverlauf gänzlich auf den Kopf. Der Schwede profitierte bei seinem Treffer von Damien Fleury, der mit seiner sehenswerten Vorarbeit auch das Publikum verzauberte..

Im zweiten Abschnitt geriet der Sport zur Nebensache. Dass Simon Danner (22.) für Schwenningen und Robert Raymond (24.) für Iserlohn trafen, fiel kaum ins Gewicht. Schließlich änderten die beiden Treffer nichts am Zwei-Tore-Vorsprung der Wild Wings. Viel schwerer wogen die hässlichen Szenen, die sich nach einer Attacke gegen SERC-Verteidiger Matt Pelech auf dem Eis abspielten. Szenen, welche die Gastgeber teuer zu stehen kamen. Daniel Schmölz, Joey MacDonald und später auch noch Damien Fleury wegen hohen Stocks: Sie alle mussten mit jeweils Fünf-Minuten-plus-Spieldauer in die Kabine. Iserlohn dagegen verlor mit Bradley Ross nur einen Spieler. In dieser hektischen Phase zeigten die Schiedsrichter Simon Aicher und Stefan Vogl nur wenig Fingerspitzengefühl.

In Minute 28 trat Dimitri Pätzold zwischen den Pfosten das schwere Erbe von MacDonald an, jenem Mann, der die Schwenninger bis dahin mit sensationellen Paraden im Spiel gehalten hatte. Doch auch Pätzold zeigte bei seinen ersten Aktionen: Auf diesen Mann ist ebenfalls Verlass. Allerdings stellte sich nach einer weiteren fünfminütigen Unterzahl die Frage: Wie lange würde die Kraft noch reichen?

Die Antwort lieferte das Schlussdrittel. Sie reichte immerhin für zwei Punkte. Iserlohn erzwang durch Treffer von Luigi Caporusso (50.) und Robert Raymond (57.) zwar den 3:3-Ausgleich und damit die Verlängerung. Doch 22 Sekunden vor Schluss der Overtime erlöste Yan Stastny seine Mannschaft mit dem Siegtreffer.

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