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Reiner Scheu: „Alles andere ist Zugabe“

Interview mit dem Trainer des Fußball-Verbandsligisten FC Bad Dürrheim vor dem Auftakt zur zweiten Saisonhälfte

Herr Scheu, wie verlief die Vorbereitung?

In diesem Jahr war der winterliche Nachteil nicht so groß, da auch in anderen Regionen die Plätze mit Schnee bedeckt waren. Wir haben konzentriert und konsequent trainiert. Dass Spieler wegen Krankheiten oder beruflichen Gründen ausfallen, muss man als Trainer akzeptieren.

Wie werten Sie die Tatsache, dass Ihre Elf in allen vier Testspielen ungeschlagen blieb?

Das hat keinen Stellenwert. Testspiele sind kein Gradmesser für Punktspiele. Viele Mannschaften haben in der Vergangenheit eine gute Vorbereitung gespielt und das erste Punktspiel verloren. Auch umgekehrt gibt es zahlreiche Beispiele. Außerdem halte ich einmal dagegen, dass wir von den vier Partien auch nur eine gewonnen haben.

Wie viele der elf Positionen in der Start-Elf für die Partie am Samstag beim FC Neustadt haben Sie bereits vergeben?

Ich habe aktuell nicht die Qual der Wahl. Samuel Witzig ist angeschlagen, Mario Giesler fehlen Trainingseinheiten aus beruflichen Gründen, Patrick Detta ist verletzt und auch Hendrik Berg nicht im Vollbesitz seiner Kräfte. Zudem ist Winter-Neuzugang Nazir Zulji erst ab März spielberechtigt. Die Aufzählung sagt alles. So viele Alternativen gibt unser kleiner Kader nicht her.

Raphael Bartmann hat sich für ein halbes Jahr ins Ausland verabschiedet. Somit bricht ein Baustein aus der guten Vierer-Abwehrkette heraus. Haben Sie schon einen Ersatz?

Wir haben Optionen ausprobiert und mehrere Möglichkeiten. Es gibt nicht die eine Person x, die ihn ersetzen wird. Drei Spieler können die Position spielen.

In den vergangenen Jahren spielte Ihre Elf oftmals eine bessere Rück- als Vorrunde. Setzen Sie darauf?

Wir haben bisher 30 Punkte auf der Habenseite. Wenn wir annähernd die gute erste Saisonhälfte bestätigen, wäre ich zufrieden. Entscheidend wird sein, dass wir hoffentlich ohne Verletzungspech durchkommen, einen guten Start hinlegen und die bisherigen Eindrücke bestätigen. An mehr möchte ich gegenwärtig nicht denken. Wir wissen, dass es sehr prekär werden kann, sollten einige Bausteine aus dem Gesamtkonzept ausbrechen.

Platz sieben ist die eine Seite, neun Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz die andere. Wohin geht Ihr Blick?

Neun Punkte Vorsprung sind kein Ruhekissen. Deshalb schauen wir nach unten. Wir wissen, dass wir eine gute erste Saisonhälfte gespielt haben. Diese zu wiederholen ist alles andere als selbstverständlich.

Wie sieht es um Ihren lange verletzten Sohn Karsten aus, den Denker und Lenker im Spiel?

Karsten widmet sich aktuell seinem Studium und steht nicht zur Verfügung, da er keine Zeit für das Training hat.

Der bisherige Stammtorhüter Matthias Demmer ist weg und Jonas Kapp wieder zurück. Ist Kapp die uneingeschränkte Nummer eins?

Jonas ist die klare Nummer eins. Deutliche Fortschritte hat zuletzt auch unsere Nummer zwei, Konstantin Leichtle, gemacht. Beide Torhüter haben mein Vertrauen.

Zählt für Sie ausschließlich der Klassenerhalt oder geht der Blick in Richtung einstellige Plätze?

Primär geht es für uns erneut um den Erhalt der Liga. Alles andere ist Zugabe. Nahezu die halbe Liga kämpft gegen den Abstieg. Da kann ein Vorsprung schnell schmelzen. Den haben wir uns erarbeitet. Ihn zu halten wird schwer.

Fragen: Dietmar Zschäbitz

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