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Regionalsport Schwarzwald Panthers reichen Zivilklage ein

Schwenninger Basketballer nach fünfter Saisonniederlage wohl aus dem Titelrennen raus

Basketball-Regionalliga: (daz) Nach der jüngsten 72:79-Heimniederlage gegen den 1. FC Kaiserslautern dürfte der Meisterschaftszug wohl schon jetzt ohne die Panthers Schwenningen abgefahren sein. Bei nunmehr sechs Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Karlsruhe Lions und noch elf ausstehenden Spielen wird es für das Team um Trainer Alen Velcic wichtig sein, zumindest Rang zwei zu erreichen. Dann wären die Panthers ein potenzieller Nachrücker für einen Platz in der Liga Pro B. Unterdessen gibt es bei den Neckarstädtern Ärger um abgeworbene Spieler.

Abwerbungen: Mit den drei Winter-Neuverpflichtungen Aleksandar Tomic, Milos Drca und Luka Milovac glaubten sich die Panthers gut für eine mögliche Aufholjagd aufgestellt. Während Tomic und Milovac gegen Kaiserslautern ihr Debüt für die Panthers gaben, wird Drca nicht für die Neckarstädter spielen. Dafür aber in Koblenz, nachdem dieser Verein den Panthers den Spieler abgeworben hat. Drca hatte einen vom Schwenninger Verein unterschrieben Vertrag vorliegen und wollte seinerseits bei seiner Ankunft in Deutschland unterschreiben. Dazu kam aber es nicht, weil Koblenz sich seine Dienste sicherte. „Das ist ein Unding und mir so noch nie passiert. Koblenz wollte offenbar, dass wir den Spieler einfliegen lassen und hat dann zugegriffen“, sagt Velcic, der die mündliche Zusage von Drca hatte. Rechtliche Möglichkeiten haben die Panthers in diesem Fall jedoch nicht.

Abgang: Auch beim zwischenzeitlichen Abgang von Daniel Zovko im Dezember gehen die Panthers von einer Abwerbung des Spielers aus. Allerdings hatte Zovko einen Vertrag, weshalb Velcic und die Panthers nun eine Zivilklage einreichen wollen. Ob diese Erfolgsaussichten hat, wollte Velcic gestern noch nicht beurteilen. Von Verbandsseite ist es indes in der Regionalliga üblich, dass Spieler trotz eines gültigen Arbeitsvertrags schon nach drei Wochen für einen neuen Verein freigegeben werden. „Leider ist es im deutschen Basketball so, dass Arbeitsverträge nur in den zwei höchsten deutschen Spielklassen relevant sind“, ergänzt Velcic verärgert.

Liga: Bei nunmehr sechs Punkten Rückstand auf die Tabellenspitze ist auch Velcic klar, dass Platz eins in dieser Saison für die Panthers außer Reichweite ist. „Aus eigener Kraft ist das nicht mehr zu schaffen. Wir werden dennoch nicht aufhören Basketball zu spielen“, ergänzt Velcic, der nun hofft, dass sich das Lazarett bald wieder lichtet. Bei Boyko Pangarov bestehen gute Aussichten. Selbst die Rückkehr des langzeitverletzten Sergej Tzvetkov ist denkbar. Klappt der Genesungsprozess weiterhin so gut, ist ein Comeback noch im Februar denkbar.

Playoffs: Der Titelkampf in der Regionalliga scheint bereits Mitte Januar zugunsten der Lions Karlsruhe entschieden zu sein. An der Tabellenspitze droht Langeweile. Um das zukünftig zu verhindern, bringt Velcic für die viertklassige Regionalliga eine Playoff-Runde ins Gespräch: „Für die ersten vier oder acht Mannschaften nach Ablauf der Doppelrunde wäre das ein sehr attraktives System. Auch für die Zuschauer wäre es sehr interessant.“

Analyse: Die Miederlage gegen Kaiserslautern traf die Panthers völlig unerwartet, zumal sich die Neckarstädter im Hinspiel in der Pfalz mit 113:55 Punkten ganz souverän durchgesetzt hatten. Für Velcic gibt es einige Gründe für den Rückschlag: „Die große Fluktuation in unserer Mannschaft war sicherlich der größte Aspekt. Da können Mannschaft, Trainer und Verein aber nichts dafür. Letztlich ist das in den Köpfen aber drin. Andererseits haben wir uns in dem Spiel auch nicht durchgehend an die taktischen Vorgaben gehalten.“

Ausblick: Am Samstag in Mainz und eine Woche später in eigener Halle gegen Trier geht die Saison für die Schwenninger weiter. Auch wenn der Aufstieg gegenwärtig kein realistisches Thema mehr ist, will Velcic die Saison nicht austrudeln lassen: „Wir haben auch in dieser Saison wieder einen Schritt nach vorne gebracht, in der Jugendabteilung Erfolge gefeiert und den Zuschauern gezeigt, dass wir guten Sport anbieten. Wenn wir dahin kommen, dass nur noch Platz eins und sonst nichts mehr im Sport zählt, dann kann ich nur sagen: Gute Nacht.“

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