Regionalsport Schwarzwald Jonas Fritschi: „Ich habe alles richtig gemacht“

Fußball-Talent aus Donaueschingen will Profi werden. Kapitän bei den B-Junioren des SC Freiburg

Fußball: Profi – der Traum eines jeden Jugendlichen. Position? Mittelfeldspieler oder Angreifer. Vorbilder? Cristiano Ronaldo, Lionel Messi, Neymar. Das alles trifft auch auf den 16-jährigen Jonas Fritschi zu. Fast, denn der Donaueschinger spielt bei den B-Junioren des SC Freiburg nicht etwa im Mittelfeld oder geht als Stürmer auf Torjagd. Fritschis Stammposition ist Innenverteidiger. „Ab und an werde ich auch mal als Außenverteidiger eingesetzt. Früher spielte ich als Sechser im defensiven Mittelfeld. Seit ich in Freiburg bin, bin ich aber ausschließlich in der Abwehr zuhause“, erklärt das junge Fußballtalent.

Bis zur C-Jugend war Fritschi im Team der DJK Donaueschingen. „Dort spielte ich bereits als jüngerer Jahrgang in der Mannschaft. Als ich dann regulär in die C-Jugend gekommen wäre, wechselte ich zum FC Radolfzell. Dieser Transfer in der Winterpause der Saison 2013/14 wurde mir vom SC Freiburg vorgeschlagen. Radolfzell ist ein Kooperationspartner des Sporclubs.“ Mit der Radolfzeller C-Jugend stieg Fritschi in die Oberliga auf. Als Mannschaftskapitän spielte er auf der Sechser-Position und hatte großen Anteil am Erfolg.

Bereits früh hatte Fritschi vom SC Freiburg Einladungen zum Probetraining erhalten. Als D-Jugendlicher gehörte er zum Stützpunktkader. Später folgte die Aufnahme in die C-Jugendauswahl des südbadischen Fußballverbandes. Sein großes Talent wurde bereits früh erkannt. Nach dem C-Jugend-Aufstieg in die Oberliga dauerte es nicht lange, bis der Deutsche Fußball Bund beim Donaueschinger anklopfte. Fritschi wurde zum U15-Sichtungslehrgang eingeladen, bei dem Talente aus ganz Deutschland zusammenkommen. Schon kurz nach Ende des Lehrganges hatte er Angebote vom VfB Stuttgart, Karlsruher SC und FC Ingolstadt vorliegen. Fritschi: „Natürlich habe ich damals überlegt, was am besten ist. Im Nachhinein habe ich aber alles richtig gemacht.“ Letztlich entschied sich das Allmendshofer Fußballtalent dafür, die Oberliga-Saison beim FC Radolfzell zu Ende zu spielen. Im Anschluss daran schloss sich Fritschi den B-Junioren des SC Freiburg an, nachdem eine erneute Anfrage der Breisgauer vorlag. Mit der Mannschaft spielt er in der U17-Bundesliga. „In meinem ersten Jahr in Freiburg hatte ich Probleme, mich einzuleben. Mittlerweile läuft es aber mehr als gut. Ich habe neue Freunde gefunden und auch sportlich ist alles prima“, sagt der Donaueschinger.

Fritschi wohnt im Internat der SC-Fußballschule und besucht ein allgemeinbildendes Gymnasium, genauer gesagt, das Rotteck-Gymnasium. Vom SC Freiburg ist der junge Fußballer vollauf begeistert. „Du findest hier ideale Bedingungen vor. Sowohl die Trainer, das Training als auch das Physioteam sind top. So macht Fußball richtig Spaß.“ Da passt es natürlich ideal, dass der Sportklub auch der Lieblingsklub des 16-Jährigen ist. Sein sportliches Vorbild stammt allerdings aus Spanien. „Sergio Ramos. Er ist der Chef auf dem Platz und drückt etwas aus. Ich meine mit Ausdruck aber nicht etwa seine Tattoos, denn die mag ich überhaupt nicht.“

In der vergangenen Woche führte der Freiburger Innenverteidiger seine Mannschaft beim Verbandspokalspiel gegen die B-Jugend des FC 08 Villingen als Spielführer aufs Feld. Sicherlich etwas Besonderes, oder? „Natürlich ist das immer eine große Ehre für mich. Bei uns gibt es allerdings keinen festen Kapitän. Wir haben einen Spielerrat, der aus vier Spielern besteht. Einer davon kommt jeweils als Kapitän infrage. Im Viertelfinale gegen den Nullacht war es eben ich.“ Zum Pokalspiel gegen die Villinger meint der Jungfußballer: „Sie waren extrem schwer zu bespielen. Villingen stand tief und wollte nicht wirklich nach vorne. In der zweiten Halbzeit lief es besser für uns, da der Gegner auch müde wurde. Vor dem Tor waren wir lange zu harmlos, haben aber trotzdem verdient mit 2:0 gewonnen.“

Um sich den großen Traum eines Profi-Vertrages eines Tages zu erfüllen, braucht es eine Menge Wille und Leistungsbereitschaft. Fritschi muss diese Erfahrung bereits in der B-Jugend machen. Ein straffes Trainingsprogramm bestimmt seinen Alltag. „Einmal pro Woche haben wir vormittags Training, ansonsten jeden Abend. Nur am Mittwoch habe ich meistens frei. Naben dem Mannschaftstraining stehen auch individuelle Einheiten auf dem Programm. Da geht es um Kraft, Ausdauer und Athletik.“

Da nicht jeder den Sprung zu den Profis schafft, stellt sich auch immer die Frage nach einem Plan B. Fritschi: „Erstmal mache ich mein Abitur. Danach will ich mich ein bis zwei Jahre ausschließlich auf den Fußball konzentrieren. An eine Ausbildung oder ein Studium denke ich jetzt noch nicht.“

Neben dem Fußball war Fritschi auch lange im alpinen Skisport erfolgreich. Als ältester Sohn der siebenköpfigen und sportbegeisterten Familie von Vater Armin und Mutter Kathrin kann er dieser Leidenschaft jedoch nicht mehr frönen. „Dafür bleibt keine Zeit mehr. Wenn ich mal ein, zwei freie Tage habe, schnalle ich mir nach wie vor gerne die Skier an. Das alles geht aber nur noch freizeitmäßig. An Wettkämpfen kann ich aufgrund des fehlenden Trainings nicht mehr teilnehmen.“ In seiner aktiven Zeit als Skisportler arbeitete sich Fritschi bis zum Deutschen Schülercup hoch und erzielte Top-Resultate.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Hervorragende Weine vom Bodensee
Neu aus diesem Ressort
Regionalsport Schwarzwald
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren