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Regionalsport Schwarzwald „Diesen Tag werde ich nie vergessen“ – Interview mit Weltcup-Sieger Niklas Krieg

Springreiter Niklas Krieg vom Ruf Donaueschingen gelang am Sonntag in Leipzig der erste Weltcup-Sieg seiner Karriere. Am Montag erreichte der SÜDKURIER den 22-jährigen Villinger auf der Weiterreise zum nächsten Turnier in Schwerin. 

 

Die Medien feiern Ihren Erfolg als Sensation. Ist es für Sie auch eine Sensation?

Auf jeden Fall. Damit war nicht zu rechnen. Ich hatte mir eine gute Platzierung ausgerechnet, da mein Pferd, die zwölfjährige Stute Carella, sehr gut in Form war. Da hoffte ich, dass was geht. Platz eins lag jedoch außerhalb meiner Vorstellungskraft.

Sie waren im Stechen bereits als Dritter dran. Wie schwer war es, anschließend die vielen Konkurrenten abzuwarten, nachdem Sie die Bestzeit vorgelegt hatten?

Es war unglaublich nervenaufreibend, da jeder andere Reiter in der Lage war, meine Zeit zu unterbieten. Da hatte ich eine unglaubliche Spannung in mir.

Wann waren Sie sicher, dass Ihnen Platz eins keiner mehr nimmt?

Erst als der letzte Reiter im Stechen durch das Ziel war. Vor allem die letzten zwei, drei Starter waren sehr stark und hatten gute Pferde.

Was bedeutet Ihnen der Weltcup-Sieg in Ihrer noch jungen Karriere?

Das ist außergewöhnlich. Vor allem weil ich erst 22 Jahre alt bin und die Weltelite deutlich mehr Erfahrung hat. Der erste Weltcup-Sieg ist etwas, was für immer bleibt. Ich habe erstmals am Weltcup teilgenommen und gleich gewonnen. Diesen Tag werde ich nie vergessen.

Welchen Anteil hat Ihre Stute Carella?

Einen sehr, sehr großen. Wir hatten am Wochenende eine unglaublich perfekte Harmonie.

Sie sind bereits auf der Reise nach Schwerin zum nächsten Turnier. Sind Sie jetzt in der Rolle des Gejagten?

Das ist wieder ein ganz anderes Turnier und kein Weltcup. Als Gejagter fühle ich mich nach dem ersten Weltcup-Sieg nicht. Um bei so hochkarätigen Turnieren auf dem Treppchen zu stehen, muss einfach alles passen.

Wie schwer war der Parcours in Leipzig?

Durchaus schwer. Vor allem war er technisch sehr anspruchsvoll. In nur 30,04 Sekunden fehlerfrei durchzukommen war schon klasse.

Auch Bundestrainer Otto Becker spricht von einer Sensation. Locken nun möglicherweise gar die Olympischen Spiele im Sommer in Rio?

Da mache ich mir gar keinen Druck. Wir haben in Deutschland viele erstklassige Reiter und Top-Pferde. Ein Sieg von mir verändert ja auch nicht die Rangordnung in Deutschland. Um fester Bestandteil der Nationalmannschaft zu werden, muss dieses Ergebnis bestätigt und wiederholt werden. In punkto Erfahrung sind mir einige deutsche Reiter voraus. Deshalb mache ich mir eigentlich keine Hoffnungen auf eine Olympia-Nominierung.

Was steht für Sie als nächster Höhepunkte an?

Ich möchte zunächst einmal in Schwerin so gut wie möglich abschneiden. Im Februar folgt das Turnier in Offenburg. Auch da habe ich mir einiges vorgenommen. Die genaue Jahresplanung haben wir mit Bundestrainer Otto Becker noch nicht präzisiert. Das lasse ich auf mich zukommen.

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