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Regionalsport Schwarzwald „Das war ein riesiger Schock für mich.“ Interview mit ASV Nendingens Trainer Volker Hirt

Dem ASV Nendingen droht der Verlust des Deutschen Meistertitels. Der Finalsieg gegen die Ringer des SV 04 Germania Weingarten könnte aufgrund zweier Dopingfälle nachträglich in eine Niederlage umgewandelt werden. Nendingens Trainer Volker Hirt aus Gottmadingen nimmt Stellung. 

 

Wie haben Sie die Nachricht vom Doping-Verdacht gegen zwei Ringer des ASV Nendingen aufgenommen?

Das war ein riesiger Schock für mich. Der Anruf kam bereits am Montag in der vergangenen Woche. Da habe ich erfahren, dass zwei unserer Athleten mit Doping aufgelistet wurden.

Wie groß ist die Chance, dass die B-Probe ein anderes Ergebnis bringt als die positiv getestete A-Probe?

Die Möglichkeit ist sehr gering, denn es handelt sich bei beiden Proben um den gleichen Urin, aufgeteilt in zwei Drittel für die A- und ein Drittel für die B-Probe. Deshalb wird das Ergebnis wohl identisch sein.

Das Finale gegen Weingarten verlief äußerst knapp und wurde nur dank der mehr errungenen Einzelsiege in beiden Kämpfen gewonnen. Fürchten Sie nun, dass Nendingen den Titel nachträglich wieder verliert?

Natürlich. Wenn sich bestätigt, dass die Ringer das Dopingmittel genommen haben, werden wir den Kampf und damit die Meisterschaft verlieren.

Haben Sie schon mit den beiden betroffenen Athleten gesprochen?

Wir hatten bereits Kontakt. Beide Ringer zeigten sich gleichermaßen geschockt. Es war ihnen womöglich nicht bewusst, dass das Mittel seit dem 1. Januar 2016 nicht mehr erlaubt ist. Ich selbst habe von dem Wirkstoff Meldonium noch nie etwas gehört. In Osteuropa scheint der Stoff aber weit verbreitet zu sein.

Wie verläuft die Kommunikation innerhalb des Vereins mit den Athleten in Sachen Doping?

Wir haben beim ASV Nendingen keinen Doping-Beauftragten. Wir sagen den Athleten aber immer wieder, dass sie aufpassen sollen, was sie zu sich nehmen.

Gibt es noch eine Chance, dass die beiden Ringer vom Vorwurf des Dopings entlastet werden?

Ja, wenn sie beweisen können, dass sie das Mittel im Dezember vergangenen Jahres eingenommen haben und damit vor dem offiziellen Verbot.

Bis wann rechnen Sie mit einem endgültigen Urteil?

Die beiden Athleten haben bis zum 9. März Zeit, zu dem Vorfall Stellung zu nehmen.

Sollte sich der Dopingfall endgültig bestätigen und Nendingen der Meistertitel aberkannt werden: Hätte dies Auswirkungen auf Ihre Zukunft als Trainer des Vereins?

Nein. Ich kann die Sportler nicht Tag und Nacht begleiten. Solange ich nichts mit der Sache zu tun habe, und das habe ich auch nicht, hat das für mich keine persönlichen Auswirkungen. Der Vorfall trifft uns alle sehr hart. Wir haben von dem Doping nichts gewusst und distanzieren uns als Verein entschieden davon.

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