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Regionalsport Schwarzwald „Das wäre ein finanzielles Desaster“ – Umfrage zum Olympia-Aus der Ringer

Ringen: Die Sportart Ringen muss sich nach 2016 zumindest vorerst aus dem Olympischen Programm verabschieden. Darauf hat sich die Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) festgelegt.

Die Entscheidung muss von der IOC-Vollversammlung im September in Buenos Aires noch bestätigt werden. Dieser Schritt gilt aber als reine Formalie. In einer SÜDKURIER-Umfrage äußern sich Schwarzwälder Trainer und Ringer zu dieser folgenschweren Entscheidung.

„So richtig kann ich es noch nicht glauben“, sagt Bernd Imhof, der Vorsitzende des Ringerbezirks Schwarzwald-Bodensee. „Wenn es wirklich so weit kommt, wäre es ein finanzielles Desaster für unsere Sportart. Wenn Ringen nicht mehr zum Olympischen Programm gehört, werden die Fördermittel radikal gekürzt“, befürchtet Imhof. Der Bezirksvorsitzende hatte schon seit längerer Zeit damit gerechnet, dass sich beim Ringen im Olympischen Programm etwas ändern wird. „Allerdings“, so Imhof, „bin ich davon ausgegangen, dass es vielleicht weniger Gewichtsklassen geben wird oder keine griechisch-römischen Kämpfe mehr.“

Auch Ewald Wolber, Trainer des Zweitliga-Aufsteigers KSK Furtwangen, mag die Entscheidung gar nicht richtig glauben: „Ringen ist eine der ältesten Disziplinen bei Olympia. Natürlich ist es eine Randsportart. Aber da gibt es einige andere Randsportarten, die längst nicht die Tradition haben.“ Wolber weiter: „Das ist auch für die Sportler sehr bitter. Bei Olympia dabei zu sein, ist für jeden das größte Ziel. Olympiasieger ist noch einmal eine ganz andere Kategorie als Welt- oder Europameister.“

„Ich bin schockiert von dieser Nachricht“, sagt , Ringer beim Bundesligisten SV Triberg. Der 21-Jährige befürchtet, dass seine Sportart durch diese Entscheidung einigen Schaden davontragen wird. Rotter: „Ich trainiere derzeit zweimal am Olympia-Stützpunkt in Freiburg. Wer weiß, ob die Ringer aus der Region in Zukunft noch die Möglichkeit dazu haben.“ Genauso befürchtet Jan Rotter, dass die Jugendarbeit unter dem Olympia-Aus leiden wird: „Wenn die Fördermittel weniger werden, wirkt sich das mit Sicherheit auch auf die Nachwuchsarbeit aus.“

„Wenn unsere Sportart wirklich aus dem olympischen Programm gestrichen wird, wäre das fatal“, glaubt Volker Hirt, Trainer des Bundesligisten ASV Nendingen. Hirt: „Die Nachwuchsgewinnung wird schwieriger, Fördergelder werden gestrichen und Olympia-Stützpunkte wird es wohl kaum mehr geben.“ Der Nendinger Coach sieht es auch als großes Problem für andere Nationen: „In einigen Ländern in Osteuropa oder Asien ist Ringen die Sportart Nummer eins. Man nimmt diesen Nationen die sportliche Existenz bei Olympia.“ Hirt sieht Ringen auch als Sportart, in der jeder die Chance hat, weit zu kommen. Hirt: „2016 kommt Golf ins Olympische Programm. Wer hat beim Golf denn Siegchancen? Diejenigen, die Geld haben.“

Auch Matthias Brenn, Trainer des Oberligisten KSV Tennenbronn, ist schwer enttäuscht von der Entscheidung: „Das Ganze ist nicht nachvollziehbar. Die Olympischen Spiele sind elementar für unsere Sportart. Wenn Ringen nicht mehr dabei ist, geht für mich ein großes Stück Olympia-Geschichte verloren.“ Für Brenn ist klar, „dass es bei diesem Entschluss lediglich um den Kommerz geht. Ansonsten würde man eine Sportart, die bereits in der Antike zu Olympia gehörte, nicht aus dem Programm streichen.“

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