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Zürich Kickerin vom Hochrhein bei Wahl zur Weltfußballerin nur knapp geschlagen: Melanie Behringer wird Dritte in Zürich

Die 31-jährige Fußballerin aus Wieden wurde bei den Fifa-Awards in Zürich Dritte und musste sich der US-Amerikanerin Lloyd geschlagen geben. Diese wurde erneut Weltfußballerin des Jahres. Rang zwei ging an Marta aus Brasilien

Ex-Nationalspielerin Melanie Behringer hat den Titel als Fifa-Weltfußballerin 2016 verpasst. Die Olympiasiegerin von Rio de Janeiro musste sich in Zürich der Amerikanerin Carli Lloyd geschlagen geben. Behringer wurde Dritte hinter der Brasilianerin Marta.

Weltfußballerinnen: Melanie Behringer (links) musste bei der Fifa-Abstimmung in Zürich der erfolgreichen Titelverteidigerin Carli Lloyd (rechts) aus den USA sowie Marta aus Brasilien den Vortritt lassen. Bild: AFP
Weltfußballerinnen: Melanie Behringer (links) musste bei der Fifa-Abstimmung in Zürich der erfolgreichen Titelverteidigerin Carli Lloyd (rechts) aus den USA sowie Marta aus Brasilien den Vortritt lassen. Bild: AFP

Gänsehaut pur war für Bernhard Zimmermann die Fifa-Ehrung in Zürich trotzdem: „Wahnsinn! Melanie mit Cristiano Ronaldo bei so einer Veranstaltung!“ Der Frauenfußball-Trainer des FC Hausen hat allen Grund, stolz zu sein. Schließlich gilt er als Entdecker von Melanie Behringer: „Es war 1999 bei einem Grümpelturnier. Meine Schwester Ulla Eckenstein und ich mussten sie ziemlich lang überreden, dass sie zu uns kommt.“

Melanie Behringer hatte seinerzeit mit Vereinsfußball nämlich nicht mehr viel am Hut. Gemeinsam kickten die Behringer-Kinder Manuel, Pirmin sowie die Zwillinge Melanie und Jonas aus dem Schwarzwald-Dorf Wieden nahe Joachim Löws Heimatstadt Schönau beim Nachwuchs der Spvgg Utzenfeld. Als D-Juniorin mischte Melanie mit weit über 60 Toren die Jungs auf. Da es aber für Mädchen keine Mannschaft gab, flogen die Kickschuhe ins Eck – bis Zimmermann kam.

Erster Titel: 2004 traf Melanie Behringer im Finale der U19-WM gegen Gastgeber China zum 2:0-Endstand. <em>Bild: Matthias </em><em>Scheibengruber</em>
Erster Titel: 2004 traf Melanie Behringer im Finale der U19-WM gegen Gastgeber China zum 2:0-Endstand. Bild: Matthias Scheibengruber

Dessen Hartnäckigkeit zahlte sich aus. Melanie Behringer weckte in Hausen bald das Interesse des SC Freiburg, der sie 2003 in die Bundesliga holte. Die spätere Bundestrainerin Silvia Neid holte sie im Oktober 2002 in die U-19-Nationalmannschaft. 2004 schoss Behringer dieses DFB-Team in China zum WM-Titel. Ein Erfolg, den sie 2007 – wiederum unter Neid und in China – mit der A-Nationalmannschaft wiederholte. Beim SC Freiburg reifte die Mittelfeldspielerin mit dem strammen Schuss. Ihr damaliger Trainer Alexander Fischinger pflegt eine tiefe Freundschaft zur 123-maligen Nationalspielerin: „Sie machte stets den richtigen Schritt zur richtigen Zeit, gab auch in schwierigen Phasen nie auf. Ohne Melanie hätte die deutsche Elf in Rio nie Gold geholt.“ Fischinger erlebte Behringer als Welt- und Europameisterin, Olympiasiegerin, Deutscher Meister und Pokalsiegerin hautnah mit: „Ich bin stolz darauf, ihr Trainer gewesen zu sein.“

Beste Freunde: Alexander Fischinger trainierte Melanie Behringer beim SC Freiburg in der Saison 2007/08. <em>Bild: Matthias </em><em>Scheibengruber</em>
Beste Freunde: Alexander Fischinger trainierte Melanie Behringer beim SC Freiburg in der Saison 2007/08. Bild: Matthias Scheibengruber

Von der Dreisam wechselte Behringer 2008 erstmals zu Bayern München. Zwei Jahre später unterschrieb sie beim 1. FFC Frankfurt: „Im Team mit international erfahrenen Mitspielerinnen hat sie sehr viel gelernt“, ist FFC-Manager Siegfried Dietrich heute überzeugt: „Sie machte den nächsten Schritt und krönte nach ihrer Rückkehr 2014 zu Bayern München ihre Karriere“, schwärmt der Fachmann: „Leistung, Teamgeist und das Talent eine Mannschaft zu führen, zeichnen Melanie Behringer aus“, lässt er keinen Zweifel daran, dass sie in Zürich zurecht auf dem Podest stand. Daran zweifelt auch Bernhard Zimmermann nicht: „Allein die Nominierung war schon eine Sensation.

Doppel-Meister: Philipp Lahm und Melanie Behringer lassen sich für die Deutschen Meistertitel für die Männer und Frauen des FC Bayern auf dem Münchner Rathausbalkon feiern. <em>Bild: dpa</em>
Doppel-Meister: Philipp Lahm und Melanie Behringer lassen sich für die Deutschen Meistertitel für die Männer und Frauen des FC Bayern auf dem Münchner Rathausbalkon feiern. Bild: dpa

Im Blick auf ihre Leistungen hätte sie den Sieg verdient gehabt. 2013 war sie fast weg vom Fenster. Mit großem Willen spielte sie sich zurück in den Fokus“, sagt Zimmermann, „ihr Glaube und der Rückhalt ihrer großartigen Familie haben ihr in jener Zeit sehr geholfen.“

Olympiasieg: Mit Torhüterin Laura Benkrath feiert Melanie Behringer (oben) das 2:1 gegen Schweden im Finale von Rio. Nach diesem Karriere-Höhepunkt trat die Fußballerin aus Wieden als Nationalspielerin zurück. <em>Bild: dpa</em>
Olympiasieg: Mit Torhüterin Laura Benkrath feiert Melanie Behringer (oben) das 2:1 gegen Schweden im Finale von Rio. Nach diesem Karriere-Höhepunkt trat die Fußballerin aus Wieden als Nationalspielerin zurück. Bild: dpa

Nach ihrer Karriere selbst eine Familie zu haben, ist Behringers großer Traum: „Bis 2019 stehe ich bei Bayern München noch unter Vertrag. Bis dahin möchte ich einmal die Champions League gewinnen“, hat die 31-Jährige ein letztes großes sportliches Ziel.

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