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Regionalsport Hochrhein Auf der Tartanbahn fühlt er sich wohl

Gabriel Kolaczewitz (vorn, links) vom LC Waldshut-Tiengen ist ein großes Talent auf der Mittelstrecke.
Gabriel Kolaczewitz (vorn, links) vom LC Waldshut-Tiengen ist ein großes Talent auf der Mittelstrecke. | Bild: edinger

Noch 200 Meter bis zum Ziel. Gabriel Kolaczewitz vom LC Waldshut-Tiengen verschärft das Tempo, schüttelt seinen ärgsten Widersacher Rudolf Fischer von der LG Ortenau-Nord ab. Im Ziel hat der Bernauer einen Vorsprung von über fünf Sekunden. „Ich beginne immer abwartend und ziehe dann auf den letzten 300 Metern vorbei. Bisher ist das meistens aufgegangen“, erklärt der 14-Jährige seine Taktik.

Die Uhr blieb nach 2:49,43 Minuten stehen: persönliche Bestleistung und der Titel des baden-württembergischen Meisters bei den Schülern M 14 waren ihm sicher. „Ich bin da einfach hin gefahren, um zu sehen, was geht“, sagt der fast ein bisschen schüchtern wirkende Gymnasiast am Kolleg in St. Blasien. Dass er sich nach den zuvor gelaufenen Zeiten aber schon etwas ausgerechnet hatte, muss er zugeben.

Das war im Sommer in Uhingen bei Stuttgart. Damit hatte Gabriel Kolaczewitz den Sprung in den D-Kader geschafft. Zu Lehrgängen reist er nun regelmäßig nach Albstadt. Natürlich ist er auf seine bisher gelaufenen Zeiten stolz. Gabriel: „Die 1000 Meter laufe ich gern. Die Kombination aus Geschwindigkeit und Taktik ist sehr reizvoll.“ Zum Abschluss der Saison startet er am 8. November in Bruchhausen bei den baden-württembergischen Waldlauf-Meisterschaften. Danach ist erst mal vier Wochen Pause.

Das Talent zum Laufen bekam er von seinem Vater Axel Kolaczewitz in die Wiege gelegt. Der 47-Jährige hat seine Starts bei Rennen zwar reduziert, gehört in seiner Altersklasse aber im Lande immer noch zu den besten Langstreckenläufern. Seinem talentierten Sohn gibt er nicht nur wertvolle Tipps, er ist auch zusammen mit Manfred Baumgartner sein Trainer. „Titel sind jetzt nicht so wichtig. Schöner wäre es, wenn er sie mit 18 holt“, sagt Axel Kolaczewitz. Der Vater und Trainer sieht die Zukunft seines Sohnes klar über 800 Meter: „Dafür muss er aber noch an seiner Beweglichkeit und Schnelligkeit arbeiten.“

Die Trainingsumfänge sind bei Gabriel Kolaczewitz exakt dosiert. Maximal drei Einheiten stehen pro Woche auf dem Plan. Zwei davon auf der Aschenbahn in St. Blasien. „Wenn wir montags dann in Tiengen trainieren, hat man das Gefühl, als würde man über die Tartanbahn fliegen“, erzählt Gabriel, dem das Laufen auf der Bahn sowieso mehr Spaß macht als im Wald.

Angefangen hat alles, als Alex Kolaczewitz seinen Sohn mit zum Lauftreff nach Bernau nahm. „Es hat Spaß gemacht, mit älteren Leuten zu laufen“, sagt Gabriel. Vor zwei Jahren ist er dann ernsthaft ins Leichtathletik-Training eingestiegen. In Tiengen fühlt er sich sehr wohl: „Viele kannte ich ja schon von Wettkämpfen.“ Und da sind ja auch noch seine Brüder Valentin (11) und Noah (9), die auch jede Menge Spaß am Laufen haben.

Das Fußball spielen hat Gabriel Kolaczewitz inzwischen ebenso aufgegeben wie den Langlauf als Wettkampfsport. Den Wintersport betreibt er jetzt nur noch zu Trainingszwecken. „Meine sportliche Zukunft sehe ich in der Leichtathletik“, sagt der Nachwuchsläufer. Axel Kolaczewitz beobachtet indessen die Entwicklung seines Sohnes ganz genau: „Es ist eine Gratwanderung zwischen Schule und Sport. Wenn es nicht mehr passt, ziehen wir die Notbremse.“ Davon kann im Moment allerdings keine Rede sein, Gabriel ist nämlich auch ein guter Schüler, wie sein Vater bestätigt.

Gerald Edinger

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