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Regionalsport SeeWest Vorfreude auf die nächsten Derbys

Fußball-Verbandsliga startet ins Jahr 2016. Mit dem 1. FC Rielasingen-Arlen, dem FC Singen 04, dem FC Radolfzell und der SpVgg F.A.L. sind gleich vier Teams aus dem Bezirk vertreten.

Vier Mannschaften des Bezirks Bodensee mischten in den ersten beiden Spielzeiten der Verbandsliga noch mit, doch seit 1980 sind die „Seeteams“ stark unterrepräsentiert, oft war lediglich ein Bodensee-Vertreter in der Verbandsliga anzutreffen. Aufwändigen Fahrten stand meist eine geringe Punkteausbeute gegenüber, so dass die Clubs des Bezirks oft nicht über einjährige Gastspiele hinauskamen wie etwa der FC RW Salem 1993/94, der SV Litzelstetten 1996/97, der FC Welschingen-Binningen 1999/2000 oder auch die SpVgg F.A.L. bei ihrem letzten Versuch in der Saison 12/13.

Der Blick in die Ligen-Geschichte zeigt die Ausnahmesituation, in der die Verbandsliga aktuell ist: Mit dem 1. FC Rielasingen-Arlen, dem FC 03 Radolfzell, dem FC Singen 04 und der SpVgg F.A.L. sind erstmals seit der ersten Spielzeit wieder vier Clubs aus dem Bezirk Bodensee vertreten. Und die Hinrunde hat bereits gezeigt: Die Derbys sind das Salz in der Suppe – spannende Spiele vor guter Zuschauerkulisse prägten die Begegnungen der Clubs, aber auch ein heftiger Konkurrenzkampf um die Spieler. Und es könnte, blickt man eine Liga höher und eine tiefer, noch besser kommen. In der Landesliga stehen der SC Konstanz-Wollmatingen und der VfR Stockach auf den beiden vorderen Plätzen, in der Oberliga ist der SC Pfullendorf Schlusslicht und steht wohl schon mit einem Bein in der Verbandsliga. Allerdings steht keiner der vier aktuellen Verbandsligisten auf einem „sicheren Tabellenplatz“, so dass für reichlich Spannung im nun startenden Restprogramm der Saison gesorgt ist.

„Natürlich ist unser Saisonziel, den zweiten Platz zu festigen. Und wenn sich der Offenburger FV einen Ausrutscher erlaubt, dann möchten wir zur Stelle sein und sie im direkten Duell unter Druck setzen“, erläutert der Trainer des 1. FC Rielasingen-Arlen, Oliver Hennemann, das Saisonziel. Da der Tabellenzweite seinen Kader in der Winterpause gut aufgestockt hat, unter anderem kehrte René Greuter vom Nachbarn FC Singen 04 zurück an die Talwiese, scheinen diese Ziele durchaus realistisch. Hennemanns einfache Rechnung: „Auswärts keine Niederlage und auf eigenem Platz möglichst alle Spiele gewinnen.“ Am Samstag geht es gleich auswärts, beim FC Bad Dürrheim (15.30 Uhr), zur Sache und folgerichtig muss dort das Ziel „mindestens ein Punkt, vielleicht sogar mehr“ lauten. Prognose: Rielasingen mischt weiter ganz vorne mit, Aufstieg oder gar eine Pokalüberraschung nicht ausgeschlossen!

Während der 1. FC Rielasingen-Arlen mit dem Aufstieg liebäugelt, würden die drei anderen Teams der Region nur zu gerne in der Verbandsliga bleiben, doch das wird nicht ganz leicht. Der FC Singen 04 und der FC Radolfzell – vor wenigen Monaten noch bis zum letzten Spieltag der Saison 2014/15 Rivalen um den Titel – stehen in der unteren Tabellenhälfte, und der Abstand zu den Abstiegsplätzen ist alles andere als beruhigend. Die Lage in der Oberliga trägt da auch nicht gerade zur Beruhigung bei, denn mit dem SV Oberachern, dem Freiburger FC, dem Kehler FV, dem FC 08 Villingen und dem SC Pfullendorf sind gleich fünf südbadische Teams stark abstiegsgefährdet, was dann natürlich nach unten durchschlägt und für vier Absteiger sorgen könnte.

Ambitioniert startete der FC Singen 04 in die Saison, denn das frisch renovierte Hohentwielstadion weckte Hoffnungen auf Oberligafußball. Zuversicht gab auch die Tatsache, dass die Saison 2014/15 trotz Abgängen sportlich gut verlaufen war. Doch der Saisonstart wurde zur Katastrophe, aus unerklärlichen Gründen gelang es den Spielern kaum einmal ihr Potenzial abzurufen. Eine Niederlagenserien und der Absturz auf den letzten Rang war die Folge. Ein spektakulärer 11:0-Sieg über Schlusslicht Bötzingen sorgte für eine Wende, doch wirklich konstant wurden die Leistungen nicht, lediglich drei Punkte trennen den Tabellenelften von einem Abstiegsrang. Und personell verlief die Winterpause alles andere als besinnlich. Trainer Daniel Wieser bat um Auflösung des Vertrages, mehrere Spieler – darunter mit Manuel Ferrone (zum FC Kreuzlingen), Yusuf Arslan (FC 08 Villingen) und René Greuter (1. FC Rielasingen-Arlen) drei Akteure, die zuletzt zum Stamm zählten – verließen den Club, so dass die Aufgabe für Neu-Trainer Christian Mendes nicht gerade leicht wird. Zwar konnte in letzter Sekunde mit dem Brasilianer Luiz Carlos noch ein Neuzugang präsentiert werden, doch ob der Offensivspieler (Jahrgang 1975) eine echte Verstärkung darstellt, muss abgewartet werden. Eine Spielberechtigung liegt für den Ex-Profi noch nicht vor, so dass ein Einsatz im ersten Spiel des Jahres, am Samstag, 15.30 Uhr, beim SV Bühlertal, fraglich ist. Fazit: Es wird wohl spannend werden bis zum Schluss, aber ein Traditions club wie der FC Singen 04 steht der Verbandsliga gut zu Gesicht und sollte der Liga erhalten bleiben.

Nach der Vizemeisterschaft in der Vorsaison musste der FC 03 Radolfzell viele Abgänge verkraften, so dass sogar die zweite Mannschaft abgemeldet wurde. Der damalige Trainer Christian Rau sprach daher eher vom Klassenerhalt als vom Mitmischen an der Spitze. Doch der Auftakt gelang dann überraschend gut und schon am zweiten Spieltag durfte man auf der Mettnau einen 2:1-Sieg über den FC Singen 04 bejubeln. Dann aber zogen dunkle Wolken auf. Die Zollfahndung suchte den Verein auf, Trainer Rau, selbst Zollbeamter im Zivilberuf, legte sein Amt nieder mit der Begründung, seine Gesundheit ginge vor. Mit Markus Knackmuß übernahm ein Kenner der regionalen Fußballszene, der bereits in der Jugend beim FC 03 Radolfzell gespielt und der es als Spielführer beim FC Augsburg bis in die 2. Bundesliga geschafft hat, das Traineramt. Obwohl es seither eher durchwachsen läuft, betont Knackmuß: „Vom Kader her sind wir auf jeden Fall verbandsligatauglich und auch besser, als unser aktueller Tabellenplatz aussagt.“ Für die restlichen 13 Spiele heißt es für ihn daher: „Wir wollen schnellstmöglich den Abstand nach hinten vergrößern und uns einen einstelligen Tabellenplatz sichern.“ Da Gino Pace nach langer Verletzung wieder zur Verfügung steht und Felix Wäschle nach einem kurzen Gastspiel in Mühlhausen wieder zurück auf die Mettnau kam, erhofft sich Knackmuß, dessen Mannschaft am Samstag, 15.30 Uhr, den VfB Bühl empfängt, eine deutliche Belebung des Offensivspiels. Prognose: Ein Mittelfeldplatz ist erreichbar.

Obwohl die Lage alles andere als entspannt ist, verfällt man beim Vorletzten, der SpVgg F.A.L., nicht in Hektik. Nach der Trennung von Coach Uwe Strüver sitzt seit Monaten Johannes Schilli auf der Trainerbank. Aus der Interims- scheint eine Dauerlösung zu werden, denn bis zum Saisonende bleibt der ehemalige Oberligaspieler auf der F.A.L.-Bank. Und auch wenn die Distanz zum Tabellennachbarn FC Bad Dürrheim schon sechs Punkte beträgt, hat Schilli die Hoffnung nicht aufgegeben: „Mit zwei Siegen wären wir schon punktgleich – wenn die anderen nicht punkten!“ Doch er bleibt Realist: „Illusionen machen wir uns keine, aber wir kämpfen bis zum letzten Spieltag.“

Das Vorbereitungsprogramm beinhaltete nur wenige Testspiele, doch da sich große Personalrochaden auch wegen der begrenzten finanziellen Möglichkeiten ausschließen, braucht es auch keine große Einspielphase. Der 5:2-Sieg über den FC Singen 04 kurz vor der Pause war der erste Saisonsieg, es folgte dann noch ein 3:1-Erfolg über den VfB Bühl – das gab Aufwind, zumal Schilli feststellen durfte: „Daheim haben wir gut gespielt, kein Spiel deutlich verloren. Es hapert eher auswärts.“ Gut, dass gleich zum Auftakt ins Pflichtspielprogramm 2016 ein Heimspiel ansteht, denn am Sonntag (15 Uhr) empfangen die Linzgauer den SC Lahr. Fazit: Die Chancen auf den Klassenerhalt sind gering, ein Abstieg wäre aber für den Verein wie schon 2013 kein Beinbruch.


Die Kader der Bodensee-Vereine

SpVgg. F.A.L.Tor: Mathias Wind, Niklas Meßmer; Abwehr: Philip Arnold, Daniel Höfler, Alexander Staneker, Fabian Schmieder, Gheorghe-Mihail Dordea; Mittelfeld: Elias Gut, Jan Hübschle, Johannes Reichle, Leon Vögele, Claudio Sebastiani, Frank Burgenmeister, Tobias Hahn,Manuel Strüver, Philip Mader, Daniel Schuler, Florian Müller; Angriff: Mark Burgenmeister, Kai Huber, Jaro Lanza; Trainer: Johannes Schilli; Zugänge: Konstantin Braun (S.O.B), Faruk Erdem (Türk. SV Pfullendorf); Abgänge: keine.

FC 03 RadolfzellTor: Daniel Tkacz, Matthias Demmer; Abwehr: Adam Kecskes, Markus Hepfer, Moritz Heimpel, Sandro Weber, David Galantai, Wolfgang Narr, Zvonimir Fantov; Mittelfeld: Alexander Gorte, Patryk Toth, Alfred Pelger, Tobias Krüger, Gino Pace, Maik Hofbauer, Kai Rettig, Georg Zehender; Angriff: Felix Wäschle, Sören Reiser, Claudio Scheu; Trainer: Markus Knackmuß; Zugang: Felix Wäschle (SV Mühlhausen); Abgänge: Moritz Eckert (SV Worblingen), Borsilav Kukic (FC Singen 04).

1. FC Rielasingen-ArlenTor: Jim Amann, Arkadius Patyk, Jürgen Rittenauer; Abwehr: Philipp Altmann, Michael Büche, Philipp Dietrich, Tobias Kratt, Christoph Matt, Moritz Strauß, Björn Unden, Timo Werne; Mittelfeld: Tobias Bertsch, Christian Jeske, Patrick Leschinski, Pascal Rasmus, Sebastian Stark, Benjamin Winterhalder; Angriff: Rene Greuter, Andreas Keller, Marc Kuczkowski, Alen Lekavski, Robin Niedhardt, Frank Stark, Alexander Stricker; Trainer: Oliver Hennemann; Zugänge: Rene Greuter (FC Singen 04), Alen Lekavski (SC Pfullendorf), Moritz Strauß (SC Brühl), Timo Werne (TSV Ober- und Unterhaunstadt); Abgang: Maximilian Jeckl (FC Hilzingen).

FC Singen 04Tor: Stefan Jänicke; Abwehr: Atef Arfaoui, Gregor Kling, Santo Nasca, Daniel Niedermann, Gani Hamdushi, Evgkenii Kononenko, Emrah Plavci, Lucas Barjasic; Mittelfeld: Manuel Stark, Domenic Palummo, Abbas Karaki, Tim Binder, Luiz Carlos, Philipp Renz, Franco Caputo, Robin Kasprick, Ruben Santos, Dominik Almeida; Angriff: Andre Kohli, Jawed Arim, Sven Körner, Borislav Kukic, Francisco Pierro; Trainer: Christian Mendes; Zugänge: Christian Mendes (Trainer, FC Lustenau), Emrah Plavci (VfR Stockach) Borislav Kukic (FC 03 Radolfzell) Jawed Arim (Frankreich) Lucas Barjasic (2. Mannschaft), Ruben Santos, Philipp Renz (beide eigene Jugend); Abgänge: Rene Greuter (1. FC Rielasingen-Arlen), Yusuf Arslan (FC 08 Villingen), Manuel Ferrone (FC Kreuzlingen).

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