Leichtathletik Timo Benitz fehlt am Ende die Kraft

Der 1500-Meter-Läufer aus Volkertshausen kann nach gutem Vorlauf bei der Leichtathletik-WM in London die eigenen Erwartungen im Halbfinale nicht erfüllen.

Leichtathletik: Mit einer durchwachsenen Ausbeute für die deutsche Mannschaft ist die Leichtathletik-Weltmeisterschaft in London zu Ende gegangen. Auch für den Hegauer Timo Benitz lief es nicht komplett nach Plan. Während er mit dem Vorlauf sehr zufrieden war, verlief das Halbfinale nicht wie erwünscht.

Am späten Donnerstagabend war Benitz als Dritter seines Vorlaufs ins Ziel gekommen, direkt hinter den beiden kenianischen Favoriten Manangoi und Asbel Kiprop. Einmal mehr hatte der Volkertshauser auf den letzten 150 Metern seine Sprintqualitäten unter Beweis gestellt. Er hatte sich wie gewohnt lange im hinteren Bereich des Feldes aufgehalten und gewartet, bis sich eine Lücke ergab. Rund 100 Meter vor dem Ziel setzte Benitz dann zu einem Slalom-Lauf durch die halbe Weltelite an und ließ dabei unter anderem die Europameister Mekhissi (Frankreich) und Lewandowski (Polen) hinter sich. Entsprechend groß war der Optimismus nach der sicheren Qualifikation für das Halbfinale. Die Qualifikation für die Vorschlussrunde hatte Benitz im Vorfeld der WM als sein persönliches Ziel ausgegeben.

Nach dem starken Auftritt in der ersten Runde schien sogar die Chance auf eine Finalteilnahme gegeben. Das Halbfinale, welches nur knapp 24 Stunden nach dem Vorlauf startete, verlief dann aber nicht mehr nach Plan: Bevor es auf die letzten 100 Meter ging, hatte Benitz schon einige Meter Rückstand auf das restliche Feld, wodurch er seine Stärke auf den letzten Metern gar nicht erst zeigen konnte. Es war offensichtlich, dass ihm die nötige Kraft an diesem Tag fehlte. „Ich war komplett game over“, musste er eingestehen. Woran dies lag, konnte sich Benitz auch am folgenden Tag nicht erklären. Beide Rennen waren von Taktik geprägt und weit vom Bereich der Bestzeit des Hegauers entfernt, weshalb „der Akku eigentlich nicht vom Vorlauf leer gewesen sein konnte“, wie er erklärte. Am Tag nach dem Wettkampf fühlte er sich wie sonst nach den sehr harten, schnellen 20 Kilometer durch die französischen Vogesen, die im Normalfall im Wintertrainingslager in Vittel anstehen: „Mir tut alles weh.“ In der Endabrechnung lag Benitz bei seiner ersten Teilnahme an einer Weltmeisterschaft auf Rang 23.

Nach dem Saisonhöhepunkt mit der Weltmeisterschaft in London gibt es noch eine weitere internationale Meisterschaft, an der Benitz zum Abschluss der Saison teilnimmt: Bei der Universiade, einer Art Olympiade der Studenten, in Taipei (Taiwan) startet Benitz am 23. August im Vorlauf über seine Paradedisziplin, die 1500 Meter. Dort soll es dann auch mit der Finalteilnahme klappen. (tbo)

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