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Regionalsport SeeWest Schlägerei bei Singener Hallenturnier: Jetzt ermittelt die Polizei

Hässliche Szenen beim Hallenturnier in Singen: Beim Spiel zwischen Südstern Singen und Rielasingen-Arlen kam es nach einem Foul zu einer großen Schlägerei. Ein Handy-Video zeigt den genauen Vorgang. Jetzt ermittelt die Polizei.

Beim 22. Hallenturnier des TSV Überlingen am Ried am Tag vor Dreikönig in der Singener Münchriedhalle mit zwölf Kreisliga-Teams lief alles seinen gewohnten Gang. Bis zum Endspiel, in dem sich die Verbandsliga-Reserve des 1. FC Rielasingen-Arlen und der ESV Südstern Singen gegenüber standen.

Die spielerisch überlegenen Rielasinger, die schon im Turnierverlauf einen überzeugenden Eindruck hinterlassen hatten, führten mit 1:0, hatten 30 Sekunden vor Spielende das wohl entscheidende 2:0 auf dem Fuß. Doch der Ball wurde abgefangen, ein Gegenangriff gestartet, vielleicht die letzte Gelegenheit für den ESV Südstern zum Ausgleich – alles auf einem Handy-Video, das aktuell in der Fußballszene kursiert und dem SÜDKURIER vorliegt, bestens dokumentiert. Inzwischen hat die Polizei Ermittlungen wegen Körperverletzung und Diebstahl aufgenommen.

Ein Zweikampf entwickelte sich in der Mitte der Rielasinger Hälfte, beide Spieler zogen am Trikot des anderen – eine Situation, typisch für die Halle, wo es eben etwas enger zugeht. Letztlich wurde der Südstern-Spieler mit unfairen Mitteln daran gehindert, zum Abschluss zu kommen. Nun eskalierte die Situation, denn dieser reagierte prompt und schlug seinem Rielasinger Konkurrenten die Faust ins Gesicht. Zweifelsfrei eine Tätlichkeit, doch es kam noch schlimmer.

Ein anderer ESV-Spieler, der die Szene im Abstand von etwa zehn Metern beobachtet hatte, lief auf den bereits geschlagenen Rielasinger Spieler zu, sprang ihm von hinten in den Rücken und versetzte ihm dabei noch einen Schlag an den Hinterkopf. Doch damit nicht genug. Nun griff der Rielasinger Trainer ins Geschehen ein. Er rannte auf das Feld und widmete sich nicht etwa seinem Spieler, der am Boden lag, sondern der unmittelbaren Sühne der Tat, obwohl dies die primäre Aufgabe des Schiedsrichters ist.

Dies verursachte einen Tumult auf dem Platz, der Begriff Rudelbildung greift hier fast zu kurz, denn man sieht auf dem Video auch einen Zuschauer, der von der Tribüne herunterklettert und ins Geschehen eingreift. Schiedsrichter Martin Bertsch, der sofort am Ort des Geschehens war, brach das Spiel daraufhin ab und kümmerte sich um den Rielasinger Spieler, der aber recht schnell wieder aufstehen konnte.

Die Turnierleitung und die Schiedsrichter entschieden, das Eingreifen eines Funktionärs stärker zu bewerten als die brutale Aktion der ESV-Spieler und kürten Südstern Singen zum Turniersieger. Sicherlich auch, um deeskalierend auf die Stimmung in der Halle einzuwirken. Allerdings: Einen überzeugenden Sieger geben die Singener nicht ab und, verloren hat auf jeden Fall der Fußball!

Während man sich beim veranstaltenden TSV Überlingen/Ried Gedanken über die Zukunft des Turniers macht, bezieht Florian Trapp, Abteilungsleiter beim ESV Südstern Singen, klar Position: „Hier haben sich beide Vereine nicht korrekt verhalten! Wir haben uns in den vergangenen Monaten von acht Spielern getrennt. Wir werden diesen Trend nun wohl leider fortsetzen müssen.“ Und auch in Rielasingen ist man mit der Aufarbeitung beschäftigt. „So was darf nicht passieren!“, sagte Vorsitzender Peter Dreide, der verständlicherweise zunächst eine interne Vorgehensweise anstrebt.

Für den 1. FC Rielasingen-Arlen besonders heikel: Dies war der dritte Spielabbruch innerhalb von neun Wochen mit Beteiligung der zweiten Mannschaft. Die Rielasinger Akteure waren aber bei den Vorfällen in der Kreisliga gegen Independiente Singen und die DJK Konstanz eher unbeteiligt.

Allerdings unterstrich die Vereinsführung nach dem Vorfall im Spiel gegen die DJK Konstanz, hier war der Schiedsrichter von einem DJK-Spieler attackiert worden, dass solch ein Verhalten beim 1. FC Rielasingen-Arlen keinesfalls geduldet würde. Daran muss man sich jetzt messen lassen. Und auch das Sportgericht hat jetzt zu tun. Allerdings dürfte die Beweisaufnahme so leicht sein wie selten zuvor – dank eindeutigem Handy-Video.

 

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