Frauenhandball Peter Liebl: „Nach oben ist nichts mehr drin für uns“

Mit dem Sportvorstand der Drittliga-Handballerinnen des SV Allensbach, Peter Liebl, sprach der SÜDKURIER über die derzeitige Situation und die Zukunft der Mannschaft

Herr Liebl, Sie haben vor Kurzem den Posten des Sportvorstands übernommen. Da drängt sich die Frage auf, ob sie auch weiter als Torwarttrainer tätig sein werden?

Aber klar doch, ich bleibe Torwarttrainer. Sowohl wie bisher für die erste Damenmannschaft, als auch für die neu aufgestellte A-Jugend-Bundesligamannschaft.

Das wird die Fans des SV Allensbach sicherlich freuen, haben sich Ihre Torhüterinnen in dieser Saison bisher doch gut präsentiert und starke Leistungen gezeigt.

Ja, der Leistungssprung ist enorm, da sind wir sehr froh. Wir sind aber mit der Leistungssteigerung noch lange nicht am Ende angekommen. Wir haben sowohl mit Stephanie Lukau, als auch mit Nathalie Wörner noch sehr junge Torhüterinnen, die in der Vergangenheit in ihren Vereinen eher in der zweiten Reihe gestanden sind. Da ist es natürlich schon so, dass die vermehrten Spielanteile für zusätzliche Sicherheit und Routine, auch für die nächste Runde, sorgen. Die Konkurrenz belebt das Geschäft derzeit im Training. Es kann sich keine wirklich sicher sein, dass sie am Wochenende spielt, in jedem Training müssen die Torhüterinnen an die Belastungsgrenze gehen Da hoffen wir, dass da noch eine Schippe draufgelegt werden kann.

Apropos eine Schippe drauflegen – ist das das Motto des SV Allensbach angesichts der derzeitigen Tabellensituation, oder haben Sie nach einer Reihe von Auswärtsniederlagen nicht mehr viel Hoffnung auf den Aufstieg?

Bei uns geht es nur noch um die goldene Ananas, nach oben ist dieses Jahr nichts mehr drin. Aus meiner Sicht werden wir uns nicht für die Relegation melden. Wir glauben nicht, dass wir es sportlich hinkriegen und unser Kader wäre für die zweite Liga in der nächsten Saison, so wie es momentan aussieht, einfach zu dünn. Das liegt auch daran, dass wir mit Spielerinnen in Verhandlungen sind, aber die Zusagen für das Studium erst Mitte Juli ankommen. Das macht uns es jetzt nicht gerade einfach, diese Ungewissheit, kommen sie jetzt oder kommen sie nicht, gerade in der Planung für die kommende Runde.

Die zweite Liga ist aber weiterhin ein langfristiges Ziel für den SV Allensbach?

Die 2. Bundesliga ist in Allensbach ein Ziel, welches wir offensiv betreiben werden, aber wir gehen auch davon aus, dass wir das nächste Jahr in der dritten Liga einfach noch brauchen, um unsere Spielerinnen noch weiter zu entwickeln und uns im Bereich der Sponsoren besser aufzustellen. Wir brauchen wohl auch 18 Monate Vorlauf, um entsprechende neue Spielerinnen nach Allensbach locken zu können, mit dem Ziel, in der zweiten Liga zu spielen. Es ist momentan mit den Mitteln, die wir zur Verfügung haben, kurzfristig nicht möglich, so realistisch muss man es sehen. Es ist aber eine große Agenda, wir wollen der weibliche Part der HSG Konstanz hier im Landkreis sein, auch über die Grenzen hinaus.

Mit dem Wissen, dass der Aufstieg dieses Jahr keine Option sein wird: Kann der SV Allensbach nun nochmal befreit aufspielen?

Wir wollen die Saison ohne weiteren Punktverlust abschließen, das ist unsere Wunschvorstellung. Den Zuschauern wollen wir dabei zwei spektakuläre Heimspiele schenken. Ein Ziel ist es auch, den Fans beim Superball am Ostersamstag was zu bieten.

Der HCD Gröbenzell wird beim Superball der Gegner Ihrer Mannschaft sein. Ihre Prognose für dieses Spiel?

Ich glaube, wir werden zuhause Gröbenzell die Grenzen aufzeigen. Wir haben sie vergangenes Jahr mit zehn Toren Unterschied zuhause geschlagen. Das wollen wir nun beim Superball wiederholen und die Halle zum Beben bringen.

Fragen: Maximilian Halter

Zur Person

Peter Liebl ist 43 Jahre alt und wurde in Singen am Hohentwiel geboren. Der Diplomfinanzwirt ist seit 2015 beim SV Allensbach als Torwarttrainer aktiv und hat im März 2017 die Nachfolge von Martin Greinert als Sportvorstand angetreten, der sein Amt aus persönlichen und beruflichen Gründen abgegeben hat. Unterstützt wird der ehemalige Handballtorwart dabei in gleichberechtigter Funktion von Sonja Pannach. Liebl ist verheiratet und hat vier Kinder. (hal)

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