Handball Matthias Stocker: "Der Stolz überwiegt"

Ein Wochenende mit einem Heimsieg gegen Rostock und einer Auswärtsniederlage gegen Friesenheim liegt hinter der HSG Konstanz. Im Gespräch mit dem SÜDKURIER blicken Matthias Stocker und Paul Kaletsch zurück und nach vorne auf das Heimspiel gegen Rimpar am Sonntag

Herr Stocker, nach einem Vier-Tore-Rückstand hatten Sie am Sonntag in Friesenheim mit dem finalen Wurf die Chance zum unverhofften Punktgewinn. Was überwiegt: die Enttäuschung oder die Gewissheit um eine bärenstarke Vorstellung in fremder Halle bei einem Topteam?

Stocker: Im ersten Augenblick natürlich die Enttäuschung, weil wir ganz knapp davor waren, hier etwas Zählbares mitzunehmen. Wenn man aber relativiert und noch einmal die letzten Auswärtsspiele in Erinnerung ruft, überwiegt schon der Stolz über die guten Leistungen an einem solchen Doppelspieltag. Wir müssen deshalb das Positive auch aus diesem Spiel mitnehmen, selbst wenn das im ersten Moment natürlich schwerfällt.

Herr Kaletsch, was hat aus Ihrer Sicht den Ausschlag für Friesenheim gegeben? Die Kraft war es erstaunlicherweise nicht, denn die letzten Minuten gehörten klar der HSG Konstanz.

Kaletsch: Das sind Kleinigkeiten. Es ist schwer, bei einer Ein-Tor-Niederlage zu sagen: Das oder das war der Fehler, ob es die unnötigen vier Tore Rückstand aus der ersten Halbzeit waren oder was anderes. Heute ärgern wir uns noch, weil die Niederlage unnötig war, aber bald können wir das Positive sehen.

Wie lautet nun das Fazit zum Doppelspieltag?

Paul Kaletsch: Zwei Punkte waren das Mindestziel, das haben wir erreicht, das ist gut. Dazu nehmen wir eine gute Auswärtsleistung über 50 bis 55 Minuten mit, was auch gut ist, obwohl es uns für die Tabelle nichts bringt. Für die nächsten Spiele gibt das definitiv Mut. Wir müssen noch einige Punkte holen, mir ist es dann auch egal, wenn wir nicht so gut spielen wie heute, aber dafür Zählbares verbuchen können. Ein gutes Wochenende also mit einem faden Beigeschmack durch eine Niederlage, die nicht hätte sein müssen. So ist es positiv, es hätte aber auch sehr positiv sein können.

War der Superball mit knapp 1600 Fans das erwartete Saisonhighlight?

Paul Kaletsch: Viermal Superball, viermal gewonnen. Alleine sportlich läuft es immer richtig gut bei uns. Es war ähnlich wie unser Weihnachtsspiel, das ebenfalls fantastisch war. Eine super Veranstaltung, bei der auch die Organisation immer professioneller wird. Wir freuen uns schon auf das nächste Mal.

Matthias Stocker: Für mich war die Vorfreude auf den Superball wieder riesig, zumal es mein letzter als aktiver Spieler war. Das ist ein absolutes Mega-Event. Es macht wahnsinnig Spaß, vor so vielen Leuten zu spielen, in dieser Atmosphäre.

Am Sonntag, 18 Uhr, kommt der Tabellenvierte DJK Rimpar in die Schänzlehalle, der am Freitag gegen den Zweiten Bietigheim antreten muss. Die Chance für eine weitere Überraschung in eigener Halle?

Matthias Stocker: Da kommt eine sehr, sehr starke Mannschaft auf uns zu. Das wissen wir vor allem aus dem Hinspiel und unserer 19:31-Klatsche, die wir dort bekommen haben. Die wollen wir versuchen wettzumachen. Wir wollen auch noch einmal überraschen, denn wir wissen, dass wir noch viele direkte Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt vor der Brust haben, wo wir punkten sollten, um unser Ziel zu erreichen. Aber es wäre einfach geil, noch einmal eine fette Überraschung zu schaffen. Wir wollen es befreit und mutig ausnutzen, mit allem was wir haben und dem Publikum im Rücken, dass Rimpar ein ganz schweres Spiel am Freitag hat.

Fragen: Andreas Joas

Zur Person

Matthias Stocker, 29-jähriger Mittelmann, wurde in Spaichingen geboren und wechselte 2014 von seinem Heimatverein HSG Rietheim-Weilheim das zweite Mal zur HSG Konstanz. Der 79-fache Torschütze hat sein BWL-Studium abgeschlossen. Nach der Saison wird er seine Spielerkarriere beenden und die zweite Mannschaft der HSG als Trainer übernehmen.

Der gebürtige Licher Paul Kaletsch spielt seit 2013 und seinem Wechsel vom TV Hüttenberg an den Bodensee zur HSG Konstanz als Rechtshänder vornehmlich im rechten Rückraum – eine absolute Ausnahme in der 2. Handball-Bundesliga. Der 24-Jährige mit dem Spitznamen "Paule" trug sich dabei schon 114 Mal in die Torschützenliste ein. Paul Kaletsch studiert Politik und Verwaltung mit Schwerpunkt Personalmanagement an der Exzellenzuniversität Konstanz. (joa)

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