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Konstanz HSG Konstanz will mutig auftreten, aber nicht übermütig

Die HSG Konstanz empfängt in der 2. Handball-Bundesliga den früheren Erstligisten VfL Bad Schwartau in der Schänzlehalle.

2. Handball-Bundesliga: HSG Konstanz – VfL Bad Schwartau (Samstag, 20 Uhr, Schänzlehalle). – Verrückte Zweite Liga: Der letzte Spieltag hat das ohnehin schon unberechenbare Handball-Unterhaus gehörig durcheinandergewirbelt, sodass nun zwischen Rang neun und 17, dem ersten Abstiegsplatz, lediglich drei Punkte liegen. Alleine sechs Vereine sind mit 22 Zählern punktgleich. Eine dieser Mannschaften ist die HSG Konstanz, die am Samstag, 20 Uhr, den Tabellenfünften VfL Bad Schwartau empfängt.

Nach der deutlichen 17:32-Niederlage bei der HSG Nordhorn-Lingen hat der Konstanzer Trainer Daniel Eblen bewusst den Schwerpunkt weg von der Taktik hin zu Entscheidungstraining und Wert auf „einen schnellen Ball“ gelegt. Dazu richtete Mentaltrainer Tarek Amin wichtige Worte an die junge Mannschaft. „Tarek hat daran erinnert, was wir schon alles geleistet haben“, erzählt Daniel Eblen, „es gibt deshalb auch gar keinen Grund schwarz zu sehen.“ Denn obwohl sein Team nach zuletzt drei Niederlagen nun gegen eines der Top-Teams der Liga erneut großer Außenseiter ist, so hatte auch Bad Schwartau in den letzten drei Partien kein Erfolgserlebnis zu feiern.

Mut dürfte der HSG Konstanz der sehr gute, couragierte und am Ende auch belohnte Auftritt im Hinspiel in Lübeck geben. Um ein Haar wäre der HSG damals in der 216 000 Einwohner zählenden Hansestadt ein Auswärtssieg gelungen, aber auch das 23:23 bedeutete den ersten Punktverlust für die Schleswig-Holsteiner in eigener Halle. Mittlerweile lässt der VfL keine Zweifel daran aufkommen, wo es über kurz oder lang hingehen soll: in die 1. Bundesliga. Dazu wurde nicht nur ein neuer wirtschaftlicher Träger für die erste Mannschaft gegründet, sondern auch der Name des Teams wird geändert und soll ab der kommenden Spielzeit VfL Lübeck Schwartau lauten. Bereits bis zur Auflösung der „SG VfL Bad Schwartau-Lübeck“ und dem Umzug als HSV Hamburg an die Elbe spielte man in der Bundesliga und gewann 2001 den DHB-Pokal. Schon in dieser Saison schnuppert der VfL an der Tabellenspitze, in Schlagdistanz zu den Aufstiegsrängen.

Vor allem der Ausfall des 92 Mal erfolgreichen Top-Torschützen Jan Schult wog gegen den Ligaprimus TuS N-Lübbecke vor Wochenfrist schwer. Wohl erst am 13. Mai kann der Rückraum-Shooter nach einem Mittelhandbruch wieder eingreifen. Für Eblen spielt der Ausfall des VfL-Toptorjägers aber keine Rolle: „Bad Schwartau verfügt über eine solche Dichte und Breite im Kader, dass das nicht wirklich ins Gewicht fällt. Sie verfügen über drei Linkshänder im Rückraum und bei Verletzungen springt sofort der nächste Top-Mann ein.“ Zumal die Formkurve von Eigengewächs Tim Claasen weiter nach oben zeigt und sich unlängst auch der schwedische Shooter Rikard Akerman nach wochenlanger Verletzungspause wieder zurückmeldete.

„Wir gehen mit Mut da rein“, sagt Eblen entschlossen. „Nicht mit Übermut, aber mit viel Mut. Ich wünsche mir, dass wir in der Abwehr wieder zusammenstehen und wieder einmal in unsere Gegenstöße kommen.“ Nicht zuletzt hebt der 42-Jährige die besonders wichtige Unterstützung von der Tribüne hervor. Wie die Zuschauer muss auch der HSG-Coach selbst nach einem schlechteren Spiel vor allem Geduld bewahren, obwohl, wie er zugibt, gerade dann die Versuchung groß sei, taktisch besonders intensiv einzugreifen. Aus seiner Erfahrung weiß Eblen jedoch, dass es vor allem darauf ankomme, Ruhe zu bewahren. „Man meint, hier als Trainer die einzige Möglichkeit zu sehen, eingreifen zu können. Wenn man in diesem Bereich aber zu viel macht, besteht die große Gefahr, dass die Mannschaft in der Taktik ertrinkt und das Handballspielen vergisst.“ Deshalb dürfe man nicht zu ehrgeizig an der Seitenlinie sein und „den Jungs Zeit lassen, zusammenzukommen und zusammenzuspielen“.

Im Foyer der Schänzlehalle findet ein Ticket-Vorverkauf für den Bundesliga-Superball am 15. April statt. Nur im Vorverkauf gibt es die vergünstigen Eintrittskarten für 18 Euro bzw. 13 Euro (ermäßigt) statt 20 Euro bzw. 15 Euro (ermäßigt) an der Tageskasse.

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