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Konstanz HSG Konstanz behält die Nerven – und die Punkte

Der Handball-Zweitligist schafft mit dem 24:21 (11:9)-Sieg über den VfL Bad Schwartau vor 1300 Zuschauern den erhofften Befreiungsschlag.

HSG Konstanz – VfL Bad Schwartau 24:21 (11:9). – In dieser verrückten 2. Handball-Bundesliga liegt oft nur ein Wimpernschlag zwischen „himmelhoch jauchzend“ und „zu Tode betrübt“. Noch keine vier Wochen ist es her, dass der Aufsteiger HSG Konstanz genüsslich das perfekte Wochenende feierte. Zuerst überraschte das Team von Trainer Daniel Eblen mit einem Freitagabendsieg über den Tabellenzweiten TV Hüttenberg, am Sonntag dann ein nicht minder furioser Erfolg beim Dritten aus Bietigheim. Diesem doppelt-süßen Triumph folgten drei bittere Niederlagen gegen die direkten Konkurrenten Emsdetten, Ferndorf und Nordhorn-Lingen, durch die die Mannschaft vom Bodensee auf Position 16 abgerutscht ist. Nur einen Rang von den Abstiegsplätzen entfernt, aber eben auch nur ein mickriges Pünktchen, sprich: einen Wimpernschlag, vom Tabellenneunten entfernt.

So hatten sich die Gastgeber unter der Woche mit Mentaltrainer Tarek Amin sehr engagiert auf die so wichtige Partie gegen den früheren Erstligisten VfL Bad Schwartau vorbereitet, der ebenso seit drei Wochen auf ein Erfolgserlebnis wartet. Glaube an deine eigenen Stärken, lautet Amins Credo – und dementsprechend motiviert gingen die Konstanzer gleich zu Werke in der vom Anpfiff weg umkämpften Begegnung. Motiviert, aber nicht übermotiviert – so wie es Trainer Daniel Eblen im Vorfeld gefordert hatte. Nach elf Minuten stand es 4:1.

HSG-Keeper Konstantin Poltrum hatte zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Siebenmeter pariert, vorne war der dreifache Torschütze Gregor Thomann treffsicher. Beim vierten Konstanzer Streich profitierte er von einem kuriosen VfL-Fehlwurf an die Latte, der zum Bumerang und präzisen Tempogegenstoßpass wurde.

Die Gäste ließen sich nicht abhängen und kamen vier Minuten später bedrohlich nahe auf 5:4 heran. Dann war wieder die HSG an der Reihe, die sich auf vier Treffer absetzte (9:5/20.). Nun wurde es etwas hektisch auf dem Parkett. Beide Mannschaften leisteten sich einige Fehler in der Offensive. Wieder schafften es die Konstanzer nicht, ihre Führung zu verteidigen. Besonders den vor der Pause fünfmal erfolgreichen Antonio Metzner bekam die HSG nicht recht in den Griff, sodass in einem spannenden, von den Defensivreihen dominierten Spiel beim Stand von 11:9 die Seiten gewechselt wurden.

Im zweiten Abschnitt ging es so weiter wie im ersten: Die Konstanzer setzten sich schnell auf 14:11 (34.) ab, Bad Schwartau glich ebenso schnell wieder aus (14:14/39.). Nun häuften sich die Fehler auf beiden Seiten, und als Fabian Schlaich beim Stand von 16:15 in Überzahl das leere VfL-Tor verfehlte, kamen Erinnerungen an die jüngste Heimniederlage gegen Ferndorf auf.

In der letzten Viertelstunde strapazierten die Teams die Nerven der 1300 Fans in der Schänzlehalle. Die HSG Konstanz kämpfte, wie Tim Jud beim 19:16 (48.), sie behielt die Nerven, wie Schlaich beim 22:18 (53.), sie hämmerte den Ball ins Netz, wenn es sein musste, wie Mathias Riedel beim 23:19 (54.) – und hinten stand ein ums andere Mal Poltrum mit seinen Paraden im Mittelpunkt. Am wichtigsten aber: Dieses Mal gab es gegen einen sehr passiven Gegner, der nahezu jeden Angriff bis zum Zeitspiel ausreizte, keinen Einbruch.

In den wichtigsten Minuten der Partie behielten die Gastgeber die Nerven. Keine hektischen Abschlüsse, (fast) keine überhasteten Fehlpässe. Um kurz vor halb zehn stand er dann fest, der fünfte Heimsieg der HSG Konstanz. Die Spieler feierten diese so wichtigen Punkte gemeinsam mit dem Mentaltrainer auf dem Feld. Die Gäste dagegen mussten die Heimreise mit leeren Händen antreten – immerhin standesgemäß mit dem Flieger, wie es sich für einen früheren DHB-Pokalsieger gehört.

HSG Konstanz: Poltrum, Glatt (Tor); Schlaich (3), Thomann (5/2), Riedel (4), Flockerzie (1), Stocker, Oehler, Kaletsch (7), Maier-Hasselmann, Gässler, Jud (3), Berchtenbreiter (1), Krüger.

VfL Bad Schwartau: Mallwitz, Klockmann (Tor); Podpolinski (1), Akermann, Hansen (3), Ranke (5), Zimmermann (1), Waschul, Damm (1), Claasen (1/1), Wischniewski (1), Schlichting, Bruhn (1), Metzner (7).

Zuschauer: 1300. 

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