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Frauenfußball Bitterer Abstieg für Hegauer FV – ausgerechnet im Jubiläumsjahr

Der Hegauer FV verpasst den Klassenerhalt in der Frauenfußball-Regionalliga im zehnten Jahr seines Bestehens

Fußball, Regionalliga Frauen

Hegauer FV

SV Frauenbiburg

0:2 (0:1)

Nach sechs Jahren in der Regionalliga Süd steigt die erste Frauenmannschaft des Hegauer FV in die Oberliga Baden-Württemberg ab. Nach der 0:2-Niederlage gegen den Tabellendritten SV Frauenbiburg hat die HFV-Elf keine Chance mehr, die Liga zu halten. Über die komplette Spielzeit wirkte die Mannschaft verkrampft und konnte nicht an die zuletzt guten Leistungen anknüpfen. Die Gäste gingen bereits in der 5. Minute früh in Führung und bestimmten in der Folge die Begegnung. Spätestens nach einem feinen Freistoßtor durch Franziska Höllrigl (69.) war die Partie gelaufen. Nun geht es darum, den Abstieg zu verarbeiten und die Planungen für die Oberliga zu konkretisieren.

Bis zum bitteren Ende hatte man beim Hegauer FV bekräftigt, fest an den Klassenerhalt zu glauben. Nach der verdienten Niederlage gegen das starke Gäste-Team aus dem niederbayrischen Frauenbiburg bei Dingolfing ist nun das letzte Fünkchen Hoffnung erloschen. Auch ein Sieg hätte den Hegauerinnen am Ende nichts gebracht, weil der ETSV Würzburg, der in den vergangenen Wochen auf dem ersten Nichtabstiegsplatz gestanden hat, mit einem Sieg gegen den FC 04 Ingolstadt den Klassenerhalt fast sicher hat. Neben dem HFV werden wohl die beiden hessischen Clubs aus Wetzlar und Calden absteigen.

Nach sechs erfolgreichen Jahren in der dritthöchsten deutschen Spielklasse müssen die Hegauerinnen ausgerechnet im Jubiläumsjahr des Vereins den bitteren Gang in die Oberliga antreten. Vor genau zehn Jahren wurde der Hegauer FV durch den Zusammenschluss der beiden Vereine VfR Engen und FC Welschingen-Binningen gegründet. Mit dem Startschuss des neuen Vereins im Jahr 2007 stieg die erste Frauenmannschaft in die neu eingeführte Regionalliga auf. Nach einem Jahr war das Abenteuer aber beendet. Der Frauenfußball nahm im Hegau in den folgenden Jahren jedoch eine erfolgreiche Entwicklung und zur Saison 2011/12 meldete sich der Hegauer FV in der Regionalliga Süd zurück. Fünf Jahre lang mischte der Hegauer FV recht erfolgreich mit Vereinen aus Ballungszentren wie München, Freiburg, Frankfurt, Kassel, Augsburg, Nürnberg oder Ingolstadt als Underdog mit. Im sechsten Jahr ist nun vorerst Schluss.

Es war ein Abschied mit langem Anlauf. Vom Saisonstart an lief es nicht gut. Zwar erreichte die Mannschaft die zweite Runde im DFB-Pokal, doch in der Liga blieben die Erfolgserlebnisse aus. Die Mannschaft konnte zwar mit den Gegnern mithalten, was aber fehlte, waren die Punkte. Enge Spiele gingen verloren, dazu kam eine eklatante Abschlussschwäche. Die Befürchtung, dass der Kader in der Breite zu knapp besetzt sein könnte, bewahrheitete sich, die langfristigen Verletzungsausfälle einiger Stammspielerinnen konnten nicht kompensiert werden. Dazu standen die beiden Torhüterinnen Selina Szell und Elisa Dogor berufs- und studiumsbedingt nicht mehr zur Verfügung. „Wenn man so viel Zeit und Energie reinsteckt, das gilt für das gesamte Team und das Umfeld, ist das sehr hart“, sagt Michael Rösch, Sportlicher Leiter des Hegauer FV. „Mit einem kleinen Kader hat man in so einer ausgeglichenen Liga keine Chance.“ (roe)

Hegauer FV: Keller, Hahn, Formanski (78. Scharf), Knisel, Fleig, Griß, Hirt, Kaiser, Braun (72. Becker), Fischer, Radice. – Tore: 0:1 (5.) Angerer, 0:2 (69.) Höllrigl. – SR: Ehmig (Stuttgart).

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