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Regionalsport See Ost Corina Günthör: "Aufhören, wenn es am Schönsten ist"

Corinna Günthör vom MSC Langnau beendet am Ende der Gras- und Sandbahnsaison ihre erfolgreiche Laufbahn als Beifahrerin.

Motorsport: „Man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist“ – nach elf Jahren als Beifahrerin im Gespannsport auf den europäischen Sand- und Grasbahnen sagt Corina Günthör vom MSC Langnau dem Sport adieu. Sie gehört zu den besten Beifahrerinnen auf den Sand- und Grasbahnen in Deutschland und in Europa. Günthör behauptete sich in einer Sportart, die bis heute eine Männerdomäne ist. Diese Saison startet sie nochmal mit Marco Hundsrucker in der internationalen Gespannklasse. 2015 sicherten sie sich Rang zwei in der Deutschen Meisterschaft.

Elf Jahre sind eine lange Zeit im Motorsport: Mancher Tiefschlag, einige Stürze, viele Höhepunkte wie die Deutsche Vize-Meisterschaft und unzählige Platzierungen auf dem Siegertreppchen. „Langweilig war es nie“, so Corina Günthör. Zum Gespannsport gekommen war Corina Günthör durch ihren Bruder Thomas, bis 2004 selbst aktiver Grasbahnfahrer. „Er hat mich immer mit zu den Rennen genommen. Schon damals haben mich die Rennen der Gespanne besonders fasziniert“, erzählt Günthör. Endgültig angesteckt wurde sie, als sie Simsonrennen in Rattenweiler und in der näheren Gegend besuchte. „Ich bin dann einige Jahre als Beifahrerin von Hans-Peter Wipper im Simsongespann mitgefahren. Das hat mir richtig viel Spaß gemacht“, erinnert sich Günthör gerne.

Nach diesem "Ausflug" begann sie 2006 ihre Laufbahn als Beifahrerin eines Grasbahngespanns. Damals fragte sie Imanuel Schramm aus Wellmutsweiler. „Das haben wir ausprobiert, Imanuel und ich starteten in der nationalen Gespannklasse. Es klappte ganz gut und wir konnten in den zwei Jahren viele Erfolge einfahren.“

2008 fragte Markus Brandhofer bei der MSC-Beifahrerin an, ob sie mit ihm in der internationalen Gespannklasse starten möchte. „Das war eine große Chance, die ich auf keinen Fall auslassen wollte“, erzählt Günthör. Und so stand sie neben den erfahrenen und erfolgreichen Gespannfahrern wie Thomas Kunert, Markus Venus oder William Matthijssen am Startband. „Ich war schon ein wenig nervös, die Reaktion am Start war schneller als in der nationalen Klasse, die Zweikämpfe waren knapper und spektakulärer.“ Nach nur einem Jahr hatten sich Brandhofer/Günthör einen Namen gemacht. „In diesem Jahr wurden wir Deutscher Vizemeister und EM-Dritter. Das war mein erfolgreichstes und zugleich aufregendstes Jahr mit 13 Podiumsplätzen“, strahlt Corina Günthör.

Ab 2014 steigt sie bei Marco Hundsrucker ein. „Das klappt sehr gut und wir sind 2015 um nur einen Punkt am Deutschen Meistertitel vorbeigeschrammt. Zuerst war die Enttäuschung darüber groß. Mit etwas Abstand überwog aber die Freude über die Vizemeisterschaft.“

Der Grasbahnsport ist ein Sport, bei dem man sehr viel Kondition, Kraft und Ausdauer braucht. „Ein Rennlauf dauert nur vier Runden. Deshalb muss man von Anfang an voll angreifen, um den Sieg nach Hause zu fahren“, erklärt die Beifahrerin. Als sie 2006 mit dem Sport begann, behaupteten sich nur wenige Frauen. "Das war sehr schwer", so Corina Günthör, als Beifahrerin respektiert und akzeptiert zu werden. „Anfangs wurde ich etwas belächelt“.

Das änderte sich 2008. „Mit Markus Brandhofer saß ich im 'Boot' eines Fahrers, der für seinen äußerst harten Fahrstil bekannt war. Vor allem, wenn der Start nicht optimal geklappt hatte, versuchte er konsequent zu überholen. Dabei musste ich viel Staub und Dreck schlucken, kam ich mit manchem Bluterguss nach Hause.“

Dass sie dabei ihre „Frau“ gestanden hatte, brachte ihr viel Respekt und Bewunderung bei ihren männlichen Konkurrenten und der gesamten Bahnsportszene ein. „Das war wirklich ein tolles Gefühl“, so Corina Günthör. In der Rückschau empfindet sie als größte Herausforderung das erste Jahr in der internationalen Klasse mit Markus Brandhofer. „Zu Beginn hatte ich den Unterschied zwischen nationaler und internationaler Lizenzklasse völlig unterschätzt. Auch wenn die Rundenzeiten nicht stark voneinander abwichen, wurde in der internationalen Klasse wesentlich härter gefahren. Da muss man auf 1000 Sachen gleichzeitig achten und immer sehr konzentriert sein.“ In dieser Klasse, so Günthör weiter, gebe es Zweikämpfe, bei denen keine Hand zwischen Vorderrad und Kotflügel passten.

Nach elf Jahren beendet Corina Günthör nun nach dieser Saison ihre aktive Laufbahn als Beifahrerin. „Es war eine aufregend und schöne Zeit, die ich niemals missen möchte“, so Corina Günthör. Ich habe es immer gerne und mit viel Leidenschaft gemacht, aber alles im Leben hat seine Zeit. Nach elf Jahren fahre ich nun mit Marco zusammen meine Abschiedssaison. Dabei geht es in erster Linie darum, uns von unseren Fans zu verabschieden. Ich würde mich freuen, auch den einen oder anderen Bekannten auf einem meiner letzten Rennen zu sehen “, so Günthör.

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