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Eingepfercht in seinem auf vier Rädern befestigten Überrollkäfig sitzt der 13-jährige Tobias Grambach aus Stühlingen-Mauchen. Kies und Splitt spritzen unter den Rädern seines Gefährts. Er driftet um die Kurve. Überall Staub, Motorengeheul. Die Fahrer liefern sich auf der Sand- oder Kiespiste packende Duelle.
Der Wagen mit der Nummer 82 auf dem kleinen Dach fegt um die Kurve. Tobias Grambach hält den Fuß aufs Gaspedal seiner 34-PS-Maschine. Angst kennt er nicht. Der 13-jährige Hauptschüler pflegt ein etwas außergewöhnliches Hobby. Er fährt Autocross. Cross-Kart nennt sich sein kleiner Wagen, der ein wenig an ein kleines Weltraum-Shuttle, wie es in vielen Science-Fiction-Filmen zu sehen sind, erinnert.
Es ist eine kleine Ausführung der großen Maschinen der Erwachsenen, mit denen die Jugendlichen über die Piste sausen. Tobias lacht und sagt locker: „Der Sport allgemein fasziniert mich, es macht einfach Spaß.“
Winter. Es ist Rennpause. Tobias Grambach und sein Vater und Servicemann Winfried sitzen im Wohnzimmer in ihrem Haus im idyllischen Mauchen. Auf dem Tisch steht das Notebook. Die beiden betrachten die spektakulären Fotos von den Rennen und erzählen begeistert vom Autocross. Gegenüber, in der Ecke, steht eine Glasvitrine, in der Tobias seine Pokale gestellt hat. Obwohl er erst seit zwei Jahren dabei ist, haben sich hinter der Glastüre schon eine Menge Trophäen angesammelt.
Tobias ist stolz. 2009 war eine gute Saison. Seine erste richtige. In sechs der elf Rennen, die zur Deutschen Junioren-Autocross-Meisterschaft des deutschen Motorsportbunds zählen, ist Tobias mitgefahren. Der Start war ziemlich holprig. Im ersten Rennen legte er seinen Wagen aufs Dach, und er musste aufgeben. Dies war ein Ansporn. Sein Ehrgeiz wurde geweckt. Ein vierter Rang, drei zweite Plätze und zum Abschluss der Saison in der Oberlausitz ein achter Final-Platz brachten ihm in der Gesamtwertung der Deutschen Junioren-Meisterschaft den tollen sechsten Platz. In drei Rennen war nur der deutsche Juniorenmeister Johannes Söhl aus dem norddeutschen Jork besser.
„Im nächsten Jahr kriegen wir ihn“, sagt Tobias' Vater Winfried. „Wenn er hinter Tobi ist, kommt er nicht mehr vorbei.“ Damit erklärt er, dass sich sein Sohn, wenn er in Führung liegt, nicht überholen lässt.
2008 war Tobias an zwei Rennen dabei, 2009 waren es bereits sechs. Er hofft, dass er im kommenden Jahr mehr Rennen fahren kann. „Wir hoffen, dass wir ein paar Gönner finden, damit wir alle Rennen fahren können“, sagt Vater Winfried. Wenn Tobias wieder so gut drauf ist, hat er dann gute Aussichten, um in der Endabrechnung im Herbst 2010 ganz vorn platziert zu sein. Im Januar wird Tobias 14 Jahre. Dann darf er in der Klasse 9 fahren. Das bedeutet, dass sein Wagen bis zu 62 PS haben darf. Den hat sein Vater übrigens selbst zusammengeschweißt. Winfried Grambach ist Kfz-Mechaniker. Er wird das Junior-Kart umbauen und die Technik verbessern.
Alles ist natürlich auch eine Kosten- und Zeitfrage. Ein Rennwochenende beginnt am Freitag und endet am Sonntagabend mit der Siegerehrung. Die Rennen sind überall in Deutschland. Die Wege sind weit. Oft kommen die beiden spät in der Nacht nach Hause. Gleich am Montag früh muss Tobias wieder in die Schule. Die hat Priorität. Die Noten müssen stimmen. Das war vor drei Jahren schon die Bedingung, dass Vater Winfried seinem Sohn erlaubte, in den Autocross-Zirkus einzusteigen.
Natürlich träumt Tobias, wie jeder Teenager. „Rennfahrer – das wär's“, sagt er und schmunzelt. Doch er bleibt bodenständig und will einen ordentlichen Beruf lernen. Einen, der mit Metall zu tun hat.
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