Regionalsport Hochrhein Auf schnellen Beinen in der Box
Daniel Hoffmann trainiert regelmäßig in seiner „Lieblings-Box“ im Tiengener Fit in. Bild: gerald edinger
Squash gehört zu den schnellsten Sportarten der Welt. Genau das fasziniert Daniel Hoffmann aus Tiengen so an diesem Ballsport. Der gläserne Käfig um die Spieler bietet viele Variationsmöglichkeiten, seinen Gegenspieler auszutricksen. „Es ist dieser Billard-Effekt, der mich fasziniert“, erhält der 30-Jährige, der seit zehn Jahren Squash auf höchstem Niveau in der ersten und zweiten Bundesliga spielt. Deshalb entschied er sich auch für diesen Sport, dessen Wurzeln in England sind. „Squash ist variabler und schneller als Tennis“, nennt er einen Grund, weshalb er immer wieder in den Käfig geht.
„Die Bundesliga ist die attraktivste Liga der Welt“, sagt Hoffmann, hier spielen die Besten. Bei seinem derzeitigen Verein, dem Black & White Racket Club Worms, sind mit dem Ägypter Amr Shabana und dem Australier David Palmer zwei Weltmeister im Team. Daniel Hoffmann, den alle nur „Hoffi“ nennen, ist die Nummer drei beim Deutschen Vizemeister von 2007: „Hier stimmt alles und der Teamgeist ist echt gut.“ Am Ende der laufenden Saison möchten die Wormser im Mai 2009 Deutscher Meister werden. In der vergangenen Runde war die Chance dazu wieder da, doch die Wormser verspekulierten sich im Halbfinale, traten nicht in Bestbesetzung an. Hoffmann: „Obwohl ich nicht spielte, weil ich für's Finale geschont werden sollte, war das bisher meine größte sportliche Enttäuschung.“
Ansonsten war die Karriere in der Box von vielen Erfolgen begleitet. Absoluter Höhepunkt war für Daniel Hoffmann die WM 2003 in Wien/Österreich, als er mit der Deutschen Nationalmannschaft Platz 15 belegte. „Da habe ich die Besten der Besten kennen gelernt.“ Das Trikot mit dem Adler hat er vor drei Jahren abgestreift, die Belastung wäre für den Groß- und Außenhandelskaufmann neben seinem Beruf einfach zu groß.
Daniel Hoffmann arbeitet im Betrieb seines Bruders Dominic. Wenn er abends nach Hause kommt, ist er manchmal ganz schön geschafft. Trotzdem rafft er sich auf, spielt Squash, stemmt Hanteln oder geht zum Joggen. 15, 16 Stunden investiert er jede Woche fürs Training. Ein Profi muss doppelt so viele Stunden trainieren, so wie die beiden Top-Leute in Worms, die von ihrem Sport leben können. „Es gibt sogar Squash-Millionäre“, erzählt Daniel Hoffmann. Er gehört da allerdings nicht dazu: „Ich brauche für meinen Sport zwar nichts mehr zu bezahlen, verdiene mir damit aber nur ein kleines Zubrot.“
Wenn der Liebhaber der Pop-Gruppen Aha und Coldplay nicht sein Racket schwingt, setzt er sich an den PC und spielt Online-Schach. Der bekennende Kinogänger schaut sich gerne Action-Filme an, deshalb freut er sich schon auf den neuen Bond-Streifen. Reisen ist ein anderes Hobby, sein weitester Trip führte ihn nach Australien.
Angefangen hat der vierfache Landesmeister beim SC Tiengen, den es inzwischen nicht mehr gibt. Der Wechsel nach Singen war mit den ersten Erfolgen verbunden. Vor zehn Jahren stieg der mit diesem Club in die 2. Bundesliga auf. An Singen hängt er immer noch, kommt gerne zu seinem „Heimturnier“, das er im vergangenen Jahr gewann. „Dort fühle ich mich besonders wohl“, sagt Hoffmann. In diesem Jahr stand er erneut im Finale, verlor allerdings gegen Martin Grahammer aus Deisenhofen.
Weil die Spielfelder meist in Fitness-Centern integriert sind, haben nur wenige Zuschauer platz. In Worms sind es etwa 80 Besucher, die ihre Mannschaft sehen. „Natürlich würde ich mir mehr Aufmerksamkeit für diesen Sport wünschen und mich freuen, wenn mehr Leute kämen. Aber Squash ist eine Randsportart, da kommt nur, wer den Sport kennt“, gibt sich Hoffmann keinen Illusionen hin. Ein bisschen hegt er aber die Hoffnung, dass Squash 2016 olympisch wird: „Klappt das, gibt es einen Boom, dann kommen auch die Sponsoren und das Fernsehen“, davon ist der Tiengener fest überzeugt.
An ein Ende seiner aktiven Laufbahn denkt er noch nicht: „Es geht so lange es Spaß macht und ich alles mit der Arbeit vereinbaren kann. Ich höre aber auf, bevor ich durchgereicht werde.“ Momentan ist er die Nummer elf der deutschen Rangliste, möchte aber noch einmal angreifen, unter die Top fünf kommen, so wie vor fünf Jahren.
