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Regionalsport Hochrhein „Für Heimweh habe ich kaum Zeit“

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Der 13-jährige Snowboarder Marc Gaiser vom WSC Bannholz-Höchenschwand ist Mitglied der Junioren-Nationalmannschaft und seit September 2011 am Skiinternat in Oberstdorf.

Marc, Du bist ja jetzt schon fast ein halbes Jahr am Skiinternat. Wie geht es dir dort und was hast du bisher erlebt?

Also grundsätzlich fühle ich mich dort pudelwohl. Das Internat ist ja mit nur 40 Plätzen recht übersichtlich. Ich habe ganz schnell die anderen Athleten kennen gelernt und Freundschaften geschlossen. Das ist richtig spannend, weil dort ja auch Sportler aus anderen Disziplinen, wie alpine Skiläufer, Skispringer, nordische Kombinierer und Langläufer zu finden sind.

Wie sieht ein typischer Tag im Leben des Marc Gaiser aus?

Der Vormittag unterscheidet sich kaum von zu Hause. Aufstehen, frühstücken und in die Schule. Aber mit dem Fahrrad, nicht mit dem Bus. Ich besuche in Oberstdorf das Gymnasium, wo auch die Oberstdorfer Schüler hingehen.

Wie wurdest Du dort aufgenommen?

Die ersten Schultage waren schon etwas komisch. Die meisten kannten sich ja schon und ich war halt einer der Neuen. Aber nachdem ich mich an die komische Sprache gewöhnt hatte, die sprechen da allgäuerisch, war ich ganz schnell integriert. Die wollten mich sogar zum Klassensprecher wählen. Das hab ich aber nicht gewollt.

Und wie läuft es in der Schule?

Das ist manchmal richtig hart. Häufig beginnen die Trainingslager schon am Freitag und enden erst am Montag. Da müssen wir in den Lernzeiten, die Pflicht sind, schon mal einiges nachholen. Wenn es irgendwo klemmt, bekommen wir aber auch sofort einen Nachhilfelehrer. Bei mir läuft es im Großen und Ganzen gut. Bis auf Latein. Aber damit haben auch Schüler Probleme, die keine Leistungssportler sind.

Und was läuft sportlich?

Als noch kein Schnee lag, haben wir sehr viel Konditions- und Krafttraining gemacht. Da das Juniorenteam nur aus vier Athleten besteht, bekommen wir eine ganz tolle individuelle Betreuung. An den Wochenenden sind wir dann häufig nach Hintertux auf den Gletscher gefahren. Dort haben wir manchmal mit dem bayerischen Landeskader trainiert. Jetzt liegt in Oberstdorf auch genug Schnee. Vom Internat zur Nebelhornbahn laufen wir drei Minuten. Klar, dass wir fast jeden Tag dort trainieren.

Du bist ja häufig an den Wochenenden auch nicht zu Hause. Hast Du denn kein Heimweh?

Sicher vermisse ich ab und zu meine Eltern und meine Schwester. Aber ich bin den ganzen Tag so verplant, dass ich kaum Zeit für Heimweh habe. Dank Internet und Telefon habe ich ja regelmäßig Kontakt mit zu Hause. Auch mit meinen alten Kumpels telefoniere ich hin und wieder. Außerdem gibt es ja noch Facebook.

Wie geht es jetzt weiter und was sind Deine Ziele?

Die Wettkampfsaison beginnt Mitte Januar. Bis Ostern habe ich dann doch tatsächlich noch drei freie Wochenenden. Wir starten an der SBX-Trophy, der einzigen deutschen Rennserie für Snowboard-Crosser. Ebenso mischen wir bei der Schweizer Meisterschaft mit. Es kommen dann noch ein paar nationale und internationale Rennen. Beim Europa-Cup dürfen wir leider nur als Vorläufer starten. Der Höhepunkt der Saison ist aber die Deutsche Junioren-Meisterschaft Ende Februar in Grasgehren im Allgäu. Da geht es dann richtig zur Sache und wir müssen dann schon zeigen, was wir drauf haben.

Wie geht es langfristig weiter?

Zunächst möchte ich den Einstieg in die FIS-Punkteliste schaffen. Das sollte relativ einfach möglich sein. Schwieriger wird es, die Qualifikation für die Olympischen Spiele im Jahre 2018 zu schaffen. Da wird dir nichts geschenkt.

Dann wünschen wir Dir für die kommenden Wettkämpfe viel Glück. Vielleicht hat der WSC Bannholz-Höchenschwand ja bald einen Deutschen Meister.

Ja danke. Das wäre schon toll. Ich gebe mein Bestes.

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