Mein

Regionalsport SeeOst Wetter bereitet ihm Kopfzerbrechen

10.09.2010
Artikel drucken


Segeln: Wie der Zufall es manchmal will . .

. Da geht eine Familie mit ihrem Sohn in Immenstaad in den dortigen Segelverein, wo gerade das Training der Optimist-Segler stattfindet, und der Knirps „will es auch mal probieren.“ Fünf Jahre ist das jetzt her und aus dem Knirps ist ein 14-Jähriger geworden, der dieses Jahr in Malaysia bei der Weltmeisterschaft der Optimisten beenden wird. Im Gepäck hat er den Deutschen, den Österreichischen und den Schweizer Meistertitel und möglicherweise auch den des Jüngsten-Landesmeisters. Denn für Marvin Frisch ist es „Ehrensache“ an der Landesjugend- und Jüngstenmeisterschaft 2010 in Friedrichshafen teilzunehmen.

Im März wird der gebürtige Stuttgarter, der mittlerweile seit einigen Jahren in Hagnau lebt, in Meersburg das Droste-Hülshoff-Gymnasium besucht und Mitglied des Württembergischen YC Friedrichshafen ist, 15 Jahre alt. Somit ist klar, dass dies Marvins letzte LJM im Opti ist, maximal 14 Jahre alt dürfen die hier startenden Opti-A-Segler sein. 40 Optis sind in Seemoos am Start, für Marvin ein relativ kleines Feld. Bei den drei nationalen Meisterschaften, die er allesamt gewann, war die Konkurrenz ungleich größer: 201 waren es in Plau am See, 120 am Attersee und 166 auf dem Thuner See.

Seiner Favoritenrolle vor Friedrichshafen ist Marvin sich schon bewusst, obgleich ihm die Wetterprognosen einiges Kopfzerbrechen bereiten. Bei wenig Wind könnte die Konkurrenz bevorteilt sein, weil Marvin mit seinen 1,60 Metern wesentlich größer und seinen 42 Kilogramm Körpergewicht vielleicht auch etwas schwerer ist. Dafür hat er aber in diesem Jahr so viele Stunden im Opti auf dem Wasser verbracht, wie kaum ein anderer: Auf 15 Regatten bringt er es, ungezählt die Trainingsstunden in der kleinen Jolle. Die „GER 12632“ steht übrigens immer in der Garage der Familie und wird auch mal in Hagnau in den See geschoben, wenn das Wetter passt. Bei der LJM wird er sich auf Daniel Hamann aus Bayern konzentrieren, der holte bei der Österreichischen Meisterschaft Bronze.

Ganz früher, in Stuttgart, schlug Marvins Herz für den Fußball. Dazu kommt er heute nur noch mit Freunden, auch dem Tennissport hat er ade gesagt. Trotzdem ist Segeln für ihn nicht alles: Spaß haben, Freude treffen und die eigenen Chancen auf den Vorwindkursen ausnutzen – das macht für ihn den Reiz des Segelns aus. Talent bringt er mit, sagen auch die Trainer und er selbst weiß, dass seine „Taktik noch ausbaufähig ist“.

Dass das letzte Ferienwochenende für die LJM in Friedrichshafen „drauf geht“, ist für Marvin kein Problem: Mit einem Schnitt von 1,1 schloss er die achte Klasse ab, „nur wegen Kunst, da bekomme ich immer eine 2“. Nun ja. Gelernt wird im Auto oder im Flugzeug, auf dem Weg zu Regatten oder Trainingswochenende. So wird es auch im Oktober sein, dann fliegt er viermal nach Berlin zum Team-Race-Training: Auf die Opti-WM bereiten sich die fünf qualifizierten Jungs aus Bayern, Berlin, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und eben Baden-Württemberg dann gemeinsam vor.

Ein Jahr will Marvin Fisch vielleicht noch Opti segeln. Und dann? „Vielleicht in den 420er umsteigen, noch bin ich dafür zu leicht.“

Regionalsport Bodensee Ost
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Schreiben Sie Ihre Meinung
Überschrift
Text


noch 1000 Zeichen


Informiert bleiben:
Bei jedem neuen Kommentar in dieser Diskussion erhalten Sie automatisch eine Benachrichtigung