Eishockey: (end) Ab Dienstag weht in der Ravensburger Eissporthalle wieder ein internationaler und vorolympischer Wind, wenn zum fünften Mal die weltbesten Eishockeyspielerinnen zu Gast beim MLP Nations Cup sind. Und durch die unmittelbar bevorstehenden Winterspiele in Vancouver dürfte das Turnier mit den Nationalmannschaften aus Kanada, Schweden, Finnland, Russland, der Schweiz und Gastgeber Deutschland sicherlich die am attraktivsten besetzte Auflage sein. Die jeweiligen Trainer können und werden die Gelegenheit nutzen, die Spielerinnen und taktische Umsetzungen nochmals unter die Lupe zu nehmen, um dann den Kader für Vancouver zu nominieren.
Auch das deutsche Nationalteam hat für dieses Turnier nochmals die hoffnungsvollsten Talente, ergänzt von WM- und Olympiaerfahrenen Spielerinnen nach Ravensburg geladen, wird aber sicherlich als Außenseiter in das fünftägige Länderturnier starten. „Der Deutsche Sport Bund hat von uns verlangt, nach dem Abstieg in die B-Division sowie der verpassten Olympiaqualifikation einen Neuanfang zu starten“, erklärte DEB-Vizepräsident Bodo Lauterjung in Hinsicht auf zahlreiche Spielerinnen, die zum Teil erst 17 Jahre alt sind. Ein besonderes Erlebnis wird das Turnier in Ravensburg auch für Mandy Dibowski. Die 20-jährige vom EV Ravensburg wurde im vergangenen Jahr erstmals in den Nationalkader berufen und läuft somit als Lokalmatadorin auf.
Die Chancen auf den Sieg des inzwischen weltweit renommierten Turniers dürften in diesem Jahr besonders schwer auszumachen sein. Kanada, das stets das U-22-Team entsendet, ist in Sachen Athletik und Stocktechnik seit Jahren das Maß der Dinge, allerdings bewies im Vorjahr der Turniersieg von Schweden, dass selbst die exzellent ausgebildeten Kanadierinnen mit Kampf und der richtigen Taktik bezwungen werden können. Die Schwedinnen, die seit Oktober im Trainingslager sind, gelten somit auch in diesem Jahr als Mitfavorit, zu denen auch klar die Russinnen zu zählen sind. Sie lassen sich ihre stärksten Spielerinnen aus den Topligen der USA und Kanada einfliegen.
Dass das Turnier mit äußerst aufwändiger Logistik überhaupt wieder vom EV Ravensburg gestemmt werden konnte, ist Dank des erneuten finanziellen Engagements der Ravensburger Niederlassung des Finanzdienstleisters MLP auch dem Kompromiss des Deutschen Eishockey Bundes zu verdanken. Da die ansonsten modern gebaute Ravensburger Eissporthalle nur vier nutzbare Umkleidekabinen hat, muss das deutsche Team in das naheliegende KJC-Karatecenter ausweichen. Mit einem Shuttlebus fahren die Spielerinnen ins Stadion, erst dann werden die Schlittschuhe geschnürt. „Aus sportlicher Sicht ist so eine Spielvorbereitung natürlich alles anders als optimal“, betont DEB-Teammanager Dieter Reinartz, zeigte aber Verständnis für die Maßnahme, mit der das bisherige Containerdorf im hohen fünfstelligen Eurobereich eingespart werden konnte.
Gespielt wird in zwei Gruppen mit anschließenden Platzierungsspielen. Großer Finaltag ist am Samstag, 9. Januar mit einer anschließenden Abschlussparty. Karten kosten auf allen Plätzen für Besucher ab 16 Jahren sechs Euro, Jugendliche von elf bis 15 Jahren zahlen vier Euro. Kinder bis zehn Jahre haben freien Eintritt. Am Finaltag erhalten alle Dauerkartenbesitzer der EVR Tower Stars sowie EVR-Mitglieder 50 Prozent Rabatt. Karten gibt es jeweils noch an der Tageskasse.
