Eine turbulente Woche liegt hinter den Wuppertal Titans. Erst wurden Trainer Jens Larsen und Ko-Trainer Sven Dombrovski entlassen (wir berichteten). Dann kassierten sie im Kellerduell der Volleyball-Bundesliga gegen Bad Dürrenberg/Spergau ihre sechste Saisonniederlage.
Die erste Ankündigung erfolgte am Mittwoch der vergangenen Woche. In der Westdeutschen Zeitung äußerte sich Manager Thorsten Westhoff zur Situation der Wuppertal Titans. „Momentan wackelt das ganze Haus. So können wir kein Spiel gewinnen, da kann ich gleich die Mannschaft zurückziehen und Reisekosten sparen“, schimpfte er. Westhoff sprach bezüglich des Trainergespanns von einem „Fehler” und ließ einen Tag später Taten folgen. Sowohl Larsen als auch Dombrovski wurden entlassen. Übergangsweise trat Zuspieler Gergely Chowanski als Spielertrainer in ihre Fußstapfen. Als neuer Cheftrainer ist unter anderem Georg Grozer senior im Gespräch. „Farbwechsel sind manchmal erforderlich und auch unumgänglich, um einen Schritt nach vorn zu machen“, so Westhoff, der vom Saisonziel Play-offs Abstand nimmt. „Der Situation ist es geschuldet, das Mindestziel Klassenerhalt zu definieren.“
Die Turbulenzen setzten sich am Samstag fort. Im Kellerduell gegen den VC Bad Dürrenberg/Spergau zog Wuppertal mit 1:3 (17:25, 25:23, 25:27, 25:27) den Kürzeren, kassierte damit die sechste Niederlage im siebten Bundesligaspiel und rangiert weiterhin auf dem letzten Tabellenplatz. „Wir konnten keine Wunder erwarten“, sagte Westhoff und Spergaus Trainer Viktor Borchtch urteilte: „Beide Teams glauben nicht an sich. Wir haben das Spiel nur gewonnen, weil wir etwas aggressiver im Angriff und Aufschlag waren.“
Den vierten Saisonsieg feierte evivo Düren. Mit 3:0 (25:23, 25:16, 25:17) besiegten die Rheinländer den Moerser SC und hatten nur im ersten Satz mit etwas Gegenwehr zu kämpfen. Dementsprechend zufrieden zeigte sich Dürens Trainer Sven Anton: „Der Komplex Aufschlag-Annahme war sehr gut und mit dem Block konnte man über weite Strecken auch zufrieden sein.” Sein Moerser Pendant, Chang-Cheng Liu, sagte: „Wir waren von Beginn an nervös, die Qualität der Annahme stimmte nicht und daraus entwickelten sich viele Probleme.”
Wie Düren konnte auch der SCC Berlin am siebten Spieltag einen glatten Sieg verbuchen und setzte sich damit ebenfalls im Bundesliga-Mittelfeld fest. Mit 3:0 (25:16, 25:20, 25:18) bezwangen die Berliner den VC Franken und konnten dabei beachtliche Werte verbuchen. Laut Statistik der Deutschen Volleyball-Liga (DVL) kam der SCC auf eine Annahmequote von sagenhaften einhundert Prozent. Mit 97 Prozent allerdings standen dem die Gäste aus Franken nur wenig nach. Zu einer bewegenden Szene kam es beim Stand von 20:15 im dritten Durchgang. Diagonalangreifer Aleksandar Spirovski wurde – begleitet von stehenden Ovationen – für Sebastian Fuchs eingewechselt. Nach seiner schweren Knieverletzung im Frühjahr und monatelangem Reha-Training feierte er ein Comeback „mit Gänsehaut-Gefühlen“, wie der Serbe bekannte.
Wie Düren und Berlin gaben sich auch die schärfsten Verfolger des VfB Friedrichshafen keine Blöße. Während Generali Haching erwartungsgemäß mit 3:0 (25:15, 25:19, 25:18) gegen die RWE Volleys Bottrop gewann, setzte sich der EnBW TV Rottenburg mit 3:0 (25:19, 25:16, 25:17) überraschend deutlich gegen die Netzhoppers Königs Wusterhausen durch. Nach dem ersten Sieg der Schwaben über die Brandenburger überhaupt tanzte Rottenburgs Trainer schweißgebadet und barfuß durch die Tübinger Paul-Horn-Arena. „Das war überwältigend, überirdisch. Wir haben konsequent und ohne Schwächen gefightet“, sagte er. „Es war nicht die Schwäche von KW, es war unsere Stärke.“ Der Coach sah sein Team in allen Elementen überragend. „Heute konnte KW nicht gewinnen, wir waren einfach zu gut.“
