Segeln: Nach 14 Wettfahrten an fünf Regattatagen, allesamt bei schwachen Winden zwischen zwei und zehn Knoten sowie tropischen Temperaturen, gewinnt der Konstanzer Tino Ellegast souverän mit 38 Punkten die Weltmeisterschaft und nimmt den Pokal der Klassenvereinigung mit nach Hause.Ein kleiner Dampfer mit seiner Fangemeinde, Freunden und Familienmitgliedern kam zur Siegesfeier aus Konstanz herüber, dann begann das große Händeschütteln. Titelverteidiger Christian Soyka vom SV Itzehoe, der erst an bei letzten drei Wettfahrttagen so richtig in Schwung kam, segelte mit 51 Punkten auf Platz zwei und übergab ihm den großen Wanderpokal mit den Worten „Tino und seine Crew hat ihn verdient gewonnen, wir haben ihn verdient verloren, er war einfach der bessere Segler hier im Feld“.
Platz drei (70 Punkte) erkämpfte sich der dänische Steuermann Jens Haldager mit seiner Crew und Platz vier ging mit 76 Punkten an das Österreicher Team von Uli Diem.
Besonders lang anhaltenden Beifall gab es noch Mal für Platz fünf, den sich die Jugendmannschaft des SSC Konstanz mit ihrem 20-jährigen Steuermann Adrian Maier-Ring erkämpfte. „Wir sind wirklich total happy und restlos zufrieden, mit nur 78 Punkten Fünfter! Wir waren gut, einfach gut“, freute sich Maier-Ring voller jugendlichem Stolz. Unter die ersten Zehn zu kommen war ihr Ziel, unter die ersten Fünf ein avisierter Traum. Und kaum haben sie es geschafft, da haben sie schon neue Pläne. Als Mannschaft zusammen bleiben, neben Schule und Studium soviel wie möglich trainieren, und wenn sie Sponsoren finden, dann wollen sie nächstes Jahr in Kiel bei der Weltmeisterschaft natürlich wieder mitsegeln – und dann unter die ersten Drei kommen!
Können und jugendlicher Elan wurden noch während der Siegerehrung in Kressbronn belohnt. Ex-Weltmeister Soyka hatte sie in Akion beobachtet und ein paar Verbindungen spielen lassen. Spontan sagte er der jungen Crew eine Kostenübernahme für die Startgebühren in Kiel von der Immac Sailing Academie zu. Das ist stärkender Rückenwind für die Jungs von der Mistral II. Jetzt brauchen sie nur noch Transport und Nebenkosten zahlen und gute Schulnoten, damit auch mit den Freistellungen alles glatt geht.
Im Rahmen der Siegerehrung überreichte Jürgen Ruther, Präsident der Klassenvereinigung X 99, eine Halbschale als Dankeschönpreis an Sonja und Clemens Meichle von Ultramarin, Hauptsponsor der Veranstaltung, Organisationsteam des Rahmenprogramms und Projektleitung in einem. „Wir fühlten uns hier vom ersten Tag an gut aufgehoben und umsorgt wie bei Muttern“, lobte Ruther die Meichles und alle Helfer rund um das Gesamtevent. Ein weiteres Lob und eine zweite Halbschale gab es für den Yachtclub Langenargen, dem die Wettfahrtleitung und „Wasserbetreuung“ oblag. Sie haben entsprechend der Windbedingungen das Optimale rausgeholt, schnell reagiert und von 15 geplanten Wettfahrten 14 geschafft. Auch die Segler selbst fühlten sich wohl. Da gab es Lob aus rund 200 Kehlen. Es blieb spannend bis zum letzten Tag. Zuweilen ging es sehr knapp zu, manchmal ging es im dichten Pulk grüppchenweise um die Bojen. Und für einen der Rostocker Teilnehmer war es überraschend mediterran hier am Bodensee.