Sport Jubel nach Volleyball-Krimi
Marcus Böhme (Nummer 11) setzte sich mit dem VfB Friedrichshafen im Achtelfinale der Champions League mit 3:2 in Tours durch. Bild: Kurth
Die Kulisse im nicht ausverkauften Salle Robert Grenon brauchte lange, bis sie auf Touren kam. Der VfB dominierte unglaublich abgebrüht, setzte die Franzosen mit dem hervorragend funktionierenden Aufschlag mächtig unter Druck, stand sowohl in der Annahme als auch in der Feldabwehr seinen Mann (8:3, 16:12). Nachlässig werden durfte er trotzdem nicht (17:15), eine Auszeit von Trainer Stelian Moculescu „nordete“ Juraj Zatko (Zuspiel), Oliver Venno (Diagonal), Idi, Milos Vemic (beide Annahme und Außenangriff), Joao José, Marcus Böhme (beide Mittelblock) sowie Libero Nikola Rosic wieder ein. Und mit einem Ass beendete Venno eine beeindruckende Vorstellung zum 25:20.
„Wir müssen uns auf ein richtig schweres Spiel einstellen“, hatte Kapitän José seine Kollegen gewarnt. Aber die vergaßen nach dem tollen Auftakt alle guten Vorsätze. Tours führte teilweise deutlich 14:11, 17:20), weil der VfB seine Linie verloren hatte, und glich mit seinem 25:20 zum 1:1 aus. Der Elan, der Spaß am eigenen Spiel war wie weggeblasen beim VfB. Tours war, statt in den weit aufstehenden Sack gesteckt, aufgebaut worden. Die Fans und teilweise auch der Schiedsrichter halfen dabei kräftig mit. Bittere Minuten durchlebten die Friedrichshafener (15:25).
Als aus dem 4:0 ein 6:9, 11:14 und 17:20 geworden war, trieben die beiden Teams die Spannung auf die Spitze. Plötzlich war der VfB wieder da und Tours wackelte. Den dritten Satzball verwandelte Oliver Venno, der zuvor kaum Szenen hatte, zum 27:25. 1:5 lag der VfB zurück im Tiebreak. Sollten alle Anstrengungen umsonst gewesen sein? Nein, der Kampfgeist war wieder erwacht. Und mit seinem zweiten Ass zum 14:12 hatte Venno für zwei Matchbälle gesorgt (14:12). Zwei konnten die Franzosen noch abwehren. Den dritten aber setzten sie sich selber ins Nest. Der VfB ist im Viertelfinale gegen Kasan!
