Fraueneishockey: (end) Der MLP Nations Cup in der Ravensburger Eissporthalle ist seinen sportlichen Erwartungen bislang voll gerecht geworden. Die sechs teilnehmenden Nationen bieten auch in diesem Jahr wieder Fraueneishockey auf höchstem Niveau. Getrübt wurde die Freude lediglich durch die inzwischen äußerst minimalen Chancen des DEB-Teams, das Halbfinale zu erreichen. Der Schlüssel hierzu wäre ein Sieg im ersten Gruppenspiel gegen die Schweiz gewesen, doch das Team von Bundestrainer Peter Kathan bot am Mittwochabend eine Leistung mit vielen Gesichtern. Im Startdrittel wirkten alle Mannschaftsteile noch äußerst nervös und sahen sich nach nur zwölf gespielten Minuten nach individuellen Fehlern gar einem 1:3 Rückstand gegenüber. Angepeitscht von den 1700 Zuschauern fand das deutsche Frauennationalteam allerdings ins Spiel zurück und hätte die Weichen nach einer zwischenzeitlichen 4:3-Führung sogar auf Sieg stellen können. Doch die Schweiz kämpfte sich zurück, sorgte in einer Partie mit leider viel zu vielen geahndeten Strafzeiten nicht nur für den Ausgleich, sondern in der erforderlichen Verlängerung den entscheidenden Siegtreffer nach 56 Sekunden. „Die Schweiz hat verdient gewonnen, zumal sie auf einige Leistungsträgerinnen verzichten musste“, erklärte Kathan, der wie viele andere Zuschauer auf den Rängen mit der deutschen Hauptschiedsrichterin nicht immer zufrieden war.
Nicht nur auf dem Eis, auch hinter den Kulissen weht ein internationaler Wind in der Ravensburger Eissporthalle. Am Donnerstagmorgen lud Oberbürgermeister Hermann Vogler zu einem Empfang in den großen Sitzungssaal des Rathauses. „Ich bin stolz, dass wir hier in diesem für sie kleinen Punkt auf der Landkarte solch renommierte Nationen zu Gast haben dürfen“, sagte das Stadtoberhaupt.
Wie schon in den vier Auflagen zuvor hat der ausrichtende EV Ravensburg große logistische Hürden zu stemmen. Die Teams müssen fast rund um die Uhr betreut werden, vom morgendlichen Training bis fast Mitternacht ist ein Shuttleservice für Teams und Funktionäre vom und zum Hotel eingerichtet. Auch beim Material gibt es kaum ein Durchatmen für die fast 100 ehrenamtliche Helfer des EV Ravensburg. Mehrmals täglich muss zum Beispiel der Austausch der Wäsche, Trikots und Handtücher organisiert sein. Unter anderem verantwortlich sind hier Sandra Erb und Patricia Schiffmann. Sie sind fast rund um die Uhr mit einem Fahrzeug von und zur Wäscherei unterwegs. Fast 3000 Euro müssen für diesen Posten im Budget verankert sein – ein Betrag, der erahnen lässt, welche Herausforderungen solch ein internationales Turnier mit sich bringt.
