Aufwärtstrend beschert den Towerstars neue Chancen zur Play-off-Teilnahme. Trainer Uli Liebsch warnt vor Rechenspielen
: Es zeugt schon von einem neuen Interessensschub, wenn an einem Fasnetsdienstag fast 2300 Fans in die Ravensburger Eissporthalle strömen. Der Zuspruch war damit doppelt so hoch wie in den anderen Standorten, lediglich Rosenheim hatte sich mit einer Freikartenaktion über Facebook mehr Zuschauer geholt. Die oberschwäbischen Eishockeyfans sollten ihr Kommen nicht bereuen. Schon nach zwölf Minuten war das Spiel mit dem 4:0 so gut wie entschieden. Am Ende stand ein 7:4 über Bietigheim zu Buche und drei wichtige Punkte. „Meine Mannschaft hat alles umgesetzt, was wir uns taktisch vorgenommen hatten“, sagte ein zufriedener Uli Liebsch. Nicht ganz einverstanden war der Trainer allerdings mit den beiden Gegentoren im Schlussabschnitt. „Da waren wir defensiv nicht mehr so konzentriert und haben den Torhüter im Stich gelassen“, will Liebsch diese Nachlässigkeit deutlich ansprechen.
Gebannt starrten in der Pressekonferenz nach der Partie die Gäste auf die Ergebnistafel. Bis kurz vor Schluss stand es zwischen Tabellenführer Heilbronn und Hannover 3:3. 46 Sekunden vor Ende der Partie schlugen die achtplatzierten Indians doch noch einmal zu – und damit war der Sprung der Towerstars in die Play-off-Zone vertagt. „Wir wissen, dass das bis zuletzt ganz eng wird“, sagte Coach Uli Liebsch.
Ein Blick in die Tabelle verspricht Hochdramatik bis zum allerletzten Spieltag, den die Towerstars beim derzeitigen Tabellenletzten Dresden auszutragen haben. Die Punktreserve der Teams auf den Rängen sechs bis acht schrumpfte in den letzten zwei Spieltagen ordentlich zusammen und die Towerstars haben mit 59 Punkten sogar noch realistische Chancen auf den sechsten Platz. Diesen belegen derzeit die Lausitzer Füchse (63). Das Interessante an dieser Konstellation: Hannover und die Lausitzer haben eine Begegnung mehr absolviert. Hinzu kommt, dass die Füchse ein äußerst schweres Restprogramm haben und in den verbleibenden fünf Begegnungen viermal auf Teams der Top-5 treffen. Spannend wird auch der Umstand, dass die Towerstars übernächstes Wochenende zum Showdown nach Bremerhaven reisen. Hier kann sicherlich von einem „Sechs-Punkte-Spiel“ gesprochen werden.
Übrigens halten die Durchführungsbestimmungen der ESBG einen weiteren spannenden Passus parat. Haben nach Abschluss der Hauptrunde zwei Teams gleiche Punktzahl, entscheidet nicht das Torverhältnis sondern der direkte Vergleich der vier Aufeinandertreffen. Da hätten die Towerstars gegen alle drei schärfsten Konkurrenten die schlechteren Karten. Somit müssen sie im Zweifelsfall den entscheidenden Punkt mehr auf dem Konto haben. Uli Liebsch hat seiner Mannschaft zuletzt immer wieder klargemacht, dass nur eigene Punkte statt Rechenspiele den Weg in die Endrunde ebnen. „Wir sind noch nicht drin, das muss jedem klar sein“, warnte Liebsch vor zu viel Enthusiasmus vor den schweren Derbys gegen Schwenningen und Heilbronn am Wochenende.