HandballRegionalligaHSG KonstanzSG DJK Rimpar28:25 (14:16)Tief atmet Daniel Eblen, Trainer der HSG Konstanz, mit noch hochrotem Kopf durch. Sichtlich erleichtert, mit einem strahlenden Lächeln im Gesicht, steht er da, während sich seine Spieler abklatschen und umarmen: Szenen nach dem hart erkämpften 28:25-Erfolg gegen die SG DJK Rimpar, der lange auf der Kippe stand.
Nach den ersten paar Minuten hatte niemand erwartet, dass die Partie so spannend werden würde. Konstanz begann zwar ungewohnt, aber konzentriert und effektiv und lag stets in Führung, wenn auch nur mit einem Tor. Für Oliver Groß spielte Oliver Schoof auf der linken Halbposition, Christoph Babik agierte Links-Außen. „Oliver Groß hat seit zwei Wochen nicht mehr trainiert, da er beruflich in Hamburg unterwegs war“, berichtete Daniel Eblen. Aber die junge Truppe um Yannick Schatz spielte recht gut auf. Matthias Faißt und Markus Schoch organisierten die Defensive im Mittelblock. In der Offensive hatten die Konstanzer aber das Problem, dass die Gäste gleich von Beginn an eine aggressive Abwehr spielten. Konstanz verwarf nun einige Male, vertändelte Bälle und wurde unsicher, was sich dann auch auf die Abwehrleistung übertrug. „Das haben die Gäste clever gemacht. In der Defensive war Rimpar schnell und agil auf den Beinen, in der Offensive haben sie absichtlich das Tempo herausgenommen und ein Nervenspiel mit uns begonnen“, analysierte Eblen hinterher diese Phase.
So drehte Rimpar das Spiel und zog auf 12:9 davon. Nun musste Eblen reagieren. Die Aggressivität des Gegners wurde mit demselben Mittel beantwortet. Eblen brachte Andre Melchert im Mittelblock, Tobias Eblen übernahm für Yannick Schatz die Mitte und Oliver Groß kam für Christoph Babik. Die erfahrene Garde sollte es richten. Und das tat sie auch. Melchert teilte am Kreis aus, sorgte für Platz und traf auch selbst. Es kam wieder etwas mehr Ordnung in das Spiel, aber vor allem dominierte der Kampfgeist. Eine spielentscheidende Szene in der 29. Minute: Rimpar führte noch mit vier Toren, doch die aufgeweckten Konstanzer bestraften einen Kempa-Versuch der Gäste beim Stand von 13:16 blitzschnell und verkürzten vor der Pause noch auf 14:16. Die erste Hälfte ging eigentlich klar an die Gäste, sie spielten clever und dominierten, einzig der Konstanzer Kampfgeist sorgte für den knappen Halbzeitstand.
Die Einheimischen kamen konzentriert aus der Kabine, wollten schnell viel – zu schnell. Es klappte nichts. Drei Fehlwürfe nagten an den Nerven. „Wir haben auf der Bank dann probiert, die Jungs mit viel Körpersprache aufzumuntern“, schilderte Eblen. Und es schien zu fruchten. Die Konstanzer feuerten sich gegenseitig an, kämpften hart, um in der Defensive wieder besser zu stehen. Als dies funktionierte und die Absprachen wieder passten, trug auch Torhüter Daniel Apostu seinen Teil dazu bei und sorgte mit glänzenden Paraden für mehr Selbstvertrauen. Im Angriff klappte es zwar immer noch nicht so, aber die Konstanzer erkämpften wenigstens zwei Mal den Ausgleich, bevor sie wieder einen Rückstand hinnehmen mussten.
In der 50. Minute war es dann soweit: Oliver Groß erzielte die 24:23-Führung. Nachdem Marc Hafner zwei Minuten später das 25:23 erzielte, passierte lange Zeit nichts. Kein Team war in der Lage, den Ball in den gegnerischen Maschen unterzubringen. Die Spannung stieg. Konstanz behielt die Oberhand, auch als die Gäste ihren Vier-Tore-Rückstand in der 59. Minute noch einmal auf zwei Tore verringerten. Hafner setzte dann den 28:25-Schlusspunkt in einer Partie, die nicht durch die spielerische Klasse, sondern vor allem durch die Einstellung gewonnen wurde. Die Konstanzer zeigten Charakter und haben ein Spiel, in dem es lange nach einer Niederlage aussah, doch für sich entschieden.
HSG Konstanz: Apostu, Zölle (Tor); Groß (5), Schatz, Böhm, Eblen, Hafner (5), Mücke (2), Schoch, Faißt (7), Schoof (7), Melchert (2), Babik, Geßler. – Z: 750.
