Fußball-Bezirksliga: Auf eine vollkommen verregnete Vorbereitungsphase, bei der sommerliche Temperaturen Mangelware waren, folgte nun der erste richtig heiße Spieltag. Die Hitze brannte auf dem Platz der SG Argental auch auf die Spieler des SV Seibranz ein, sodass die hohen Temperaturen wohl die eine oder andere Unaufmerksamkeit der jeweiligen Abwehr begünstigte, was gleich zu acht Toren führte. Nach den ersten anstrengenden Minuten floss nicht nur der Schweiß der Spieler, sondern auch der von SG-Trainer Siegmund Hellmann in Strömen. Ihn konnte die Hitze nicht stoppen: Er lief immer noch genauso hektisch neben der Seitenlinie auf und ab, um jeden Spielzug genauestens zu analysieren und seinen Spielern Anweisungen zuzurufen. Doch im Gegensatz zu Hellmann wurde das Spielgeschehen auf dem Platz immer langsamer. Bezeichnend dafür war der 2:1-Treffer der SGA durch Matthias Dingler wenige Minuten vor der Halbzeit: Zunächst spekulierte die Abwehr Argentals bei einem Angriff des SVS vergebens auf Abseits, sodass Stürmer Philipp Zollikofer allen davon aufs Tor zulief und zum Bedauern von SV-Trainer Gerhard Grünhagel nur die Latte traf. Der SV Seibranz trauerte diesem Pech zu lange nach: Im nachfolgenden Konter des SGA schalteten sie nicht schnell genug um und wurden mit dem 2:1-Rückstand zur Halbzeit bestraft. „Eigentlich sollten konditionell einschränkende heiße Temperaturen einer Viererkette nicht viel ausmachen. Wir müssen uns eben noch besser einstellen, gegen die SG Argental hat sich das abermals gezeigt. Wir arbeiten weiter daran“, versicherte Grünhagel nach dem Remis.
Tatsache ist jedoch, dass erschreckend viele Tore der Begegnung durch unaufmerksame Abwehrspieler verursacht wurden. Beide Trainer beteuerten, dass sie die jeweiligen Gegentore „verschenkt“ hätten und die Abwehr tatsächlich „häufig einige Schritte hinterher hinkte“. Hier ein nicht gedeckter Stürmer, da eine weit offene Schnittstelle, und auch die schlecht ausgeführten Abseitsfallen trugen zum hohen Ergebnis bei. Eine weitere Tatsache ist, dass sich erstaunlich hohe Resultate nicht nur bei der Begegnung des SG Argentals gegen den SV Seibranz finden lassen. Beim zweiten Spieltag der Bezirksliga wurden 46 Tore in den acht Begegnungen erzielt, beim ersten Spieltag hingegen gerade einmal 29. Das 1:1-Unentschieden beim Derby des SV Fronhofen gegen den SV Mochenwangen war eine echte Ausnahme. Im Schnitt wurden fast sechs Tore pro Spiel erzielt.
„Bring mir noch fünf oder sechs Flaschen Wasser“, rief Kevin Basner, Torwart der SG, einem Auswechselspieler kurz vor Wiederanpfiff der Partie zwischen dem SG Argental und dem SV Seibranz zu. Die Spieler liefen bei jeder Unterbrechung zum Tor um etwas zu Trinken, da brauchte man einen Vorrat. Solch ein heißes Spiel macht eben durstig…
