Inline Skaten: Die Sonne war kaum aufgegangen, die letzten Regenwolken hatten sich verzogen, da trafen sich frühmorgens am 1. November 2001 zum ersten Mal acht Inline Skate aus Friedrichshafen und Umgebung, um gemeinsam den Bodensee zu umrunden. Damals ahnte noch niemand, was für eine Entwicklung diese Veranstaltung erfahren würde.
Im Frühjahr 2002 waren 30 Skater, die sich dieser konditionellen Herausforderung stellten. Die Strecke beträgt in der längsten Variante immerhin 130 km und benötigt eine Fahrzeit mit Pausen von ungefähr zehn Stunden. Alle Teilnehmer waren hellauf begeistert, jeder erzählte von der Tour und so kam es, dass bei der nächsten Bodenseeumrundung ein halbes Jahr später über 100 Skater aus ganz Deutschland, Österreich, Schweiz und Frankreich dabei waren. Alles lief nach Plan - bis ein Schweizer Polizeifahrzeug eine der Gruppen stoppte und nach der Genehmigung fragte. Darüber hatten sich die Organisatoren vom Speedteam-Bodensee keine Gedanken gemacht. Mit viel gutem Zureden und auch viel Verständnis von Seiten der Schweizer Ordnungshüter wurde auf ein Bußgeld, das immerhin bis zu 40 Euro pro Person betragen kann, verzichtet und die Teilnehmer durften weiterskaten.
Ab jetzt war klar, dass diese "wilde" Veranstaltung zu groß geworden war, um sie ohne Genehmigung der Behörden durchzuführen. Die Organisatoren diskutierten nächtelang über die Möglichkeiten, diese Veranstaltung am Leben zu erhalten. Aber angesichts der Tatsache, dass in drei Ländern mit zwei Schweizer Kantonen und zwei Bundesländern eine Ausnahmegenehmigung eingeholt werden müsste, entschloss sich das Speedteam-Bodensee, die Veranstaltung nur noch in kleinem Rahmen als Vereinsausfahrt durchzuführen.
Nachdem aber die ehemaligen Teilnehmer immer wieder hartnäckig anfragten, wann denn die nächste Bodenseeumrundung durchgeführt wird, entschloss sich Anfang 2004 einer der bisherigen Hauptorganisatoren, die Situation zu ändern. Es wurden Streckenpläne gezeichnet, Streckenbeschreibungen für die Ämter ausgearbeitet und die Anträge für die jeweiligen Behörden vorbereitet. Die Verantwortlichen zeigten sich sehr aufgeschlossen. In Deutschland nahm eine Behörde das Genehmigungsverfahren in die Hand und klärte den Verlauf mit allen beteiligten Gemeinden ab. Die österreichischen Behörden signalisierten, dass eigentlich keine Genehmigung nötig ist. Im Kanton St. Gallen wurde es schon etwas schwieriger, für den Kanton Thurgau war es dagegen kein Problem. Schließlich war alles klar: Die Genehmigungen war rechtzeitig eingetroffen, für richtige Werbung war es zu spät.
So nahmen an der ersten offiziell genehmigten Veranstaltung nur 30 Sportler teil. Aber schon die Tour 2005 war eine Woche vor Beginn komplett ausgebucht mit 180 Skatern. Auch die im September 2006 war schon lange vor Anmeldeschluss ausgebucht. Und überall war zu hören, dass man sich bei der nächsten Bodenseeumrundung 2007 wieder trifft.
Das Speedteam-Bodensee führt die Veranstaltung am 16. September durch. Da die Anzahl der Teilnehmer auch dieses Jahr wieder stark begrenzt ist, empfiehlt sich eine frühzeitige Anmeldung entweder per Email unter umrundung@speedteam-bodensee.de, telefonisch bei Eduard Deuchert unter 0176/10044472 oder im Internet unter
www.bodenseeumrundung.de