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Regionalsport SeeOst Aufregend, kurz, aber erfolgreich

03.09.2010
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Leichtathletik: Auch Sportler machen Ferien, lassen Seele und Beine baumeln. Nach Abschluss einer aufregend kurzen, aber erfolgreichen Saison gönnt sich Gregor Traber eine Auszeit.Gregor halten viele Experten für einen der aussichtsreichsten Nachwuchsathleten Deutschlands.

Vor einem Jahr verließ er Friedrichshafen und den VfB LC und ist seinem Trainer Dorinel Andrescu nach Tübingen gefolgt. Seine Karriere hat er trotz großer Schwierigkeiten mit der ihm eigenen Dynamik fortgesetzt. Die Liste seiner Erfolge ist eindrucksvoll: Drei Deutsche Meistertitel, ein Deutscher Rekord, vier DM-Medaillen, Teilnahme an zwei Weltmeisterschaften mit zwei Finalplatzierungen und sechsmal die Nummer 1 in Deutschland: Gregor Traber hat das geschafft – innerhalb von nur drei Jahren. Dabei wird der Bursche am 2. Dezember erst 18 Jahre jung.

Im zarten Schüleralter galt der Meckenbeurer als großes Leichtathletiktalent, aber auch Fußballer und Volleyballer rissen sich um den bewegungsbegabten und pfeilschnellen Jungen, der in der LG öBK seine erste Württembergische Meisterschaft errang. 2005 wechselte er zum VfB LC und starte 2007 richtig durch: Der Deutschen Schülermeisterschaft im Blockmehrkampf folgte 2006 Dreisprung-Gold und Hürden-Silber bei der Jugend-DM. In greifbare Nähe rückte mit diesen Erfolgen die Teilnahme an der U-18-WM in Brixen (2009). Unvergessen die wohl aufregendsten Stunden im Leben von Gregor Trabers: Er wurde in seinem WM-Vorlauf über 110 Meter Hürden wegen eines angeblichen Fehlstarts disqualifiziert. Nach einem Protest der Deutschen Delegation durfte er allein nochmals antreten und qualifizierte sich für den Zwischenlauf und das Finale. Dort wurde er ausgezeichneter Fünfter. Auch in die Endrunde des Dreisprungs rückte er vor und wurde Siebter.

Dieser Gewaltakt kostete nicht nur Nerven und Kraft, er hinterließ auch schwere Verletzungen an Knie und Fuß. Trotzdem entschied sich der noch nicht einmal Siebzehnjährige vor einem Jahr zu einem radikalen Schnitt: VfB-Coach Dorinel Andrescu wurde Cheftrainer beim renommierten LAV Tübingen und Landestrainer Mehrkampf. Gregor Traber wollte unbedingt weiter mit Andrescu zusammenarbeiten und wechselte zum LAV Tübingen. „Ich kann es gar nicht glauben, dass ich schon ein Jahr weg bin“, meint er rückblickend.

Das blinde Vertrauen zu Dorinel Andrescu, dem Diplom-Sportlehrer und Biomechaniker, hatte sich ausgezahlt: „Wir waren unglaublich kreativ, um an den Verletzungen vorbei zu trainieren und haben sogar Übungen gefunden, um die unerlässlichen Kniebeugen zu ersetzen. Das Hürdentraining simulierten wir mit Bergläufen über Hindernisse“, erzählt Gregor Traber. In geradezu atemberaubenden Tempo ging es weiter. Anfang Juni lief er in Regensburg 13,87 Sekunden über die A-Jugendhürden und verpasste die WM-Qualifikation (Montcon/Kanada) nur um zwei Hundertstel. Einen Monat später machte er die bei der Junioren-Gala in Mannheim klar (13,56). Diese Zeit ist Deutsche Jugend-Jahresbestzeit. Die Kanada-WM stand unter keinem guten Stern. Gleich zu Beginn riss ein Außenband, getaped überstand Gregor Traber den Vorlauf. Im Zwischenlauf war Endstation, lächerliche 15 Hundertstel fehlten, was den ehrgeizigen jungen Mann ganz schön gewurmt hatte. Mit dieser Wut im Bauch sprintete er in Ulm bei den Jugend-DM mit der Bestzeit im Vor- und Zwischenlauf – immer noch getaped – ins Finale. Dort erkämpfte er in 13,67 Sekunden sein erstes DM-Gold über die Hürden. Die nur zwei Monate kurze Saison war gerettet. Endlich konnte er in die Ferien und entspannen.

Funsport war angesagt: Beach-Volleyball, Tischtennis und Darts. Eine Woche war er zum Bergsteigen in den Dolomiten, und die Ferien lässt er nächste Woche am Logo Maggiore ausklingen. In Tenero steht ein „lockeres Ferientrainingslager“ mit dem württembergischen Nachwuchskader an. Danach beginnen für Gregor Traber in der 12. Klasse die Vorbereitungen auf das Abitur. Und wenn alle Verletzungen auskuriert sind, will er im Winter in der Halle starten. Im Hürdenlauf und Sprint möchte er die Aktiven etwas ärgern. Weitere Ziele hat er: 2011 steht die U-20-EM in Tallinn an. Eine Medaille scheint möglich, ebenso der Deutsche Jugendrekord über 110 Meter Hürden (13,36) – bis auf zwei Zehntel ist er dieser Marke schon auf die Pelle gerückt.

Regionalsport Bodensee Ost
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