Radball, UCI-Weltcup: Als ich am Samstagabend die Schulsporthalle in Ailingen betrete, läuft gerade ein Viermeterschießen. Angesichts der Wucht, die die Schützen hinter den Ball bringen, habe ich schnell Respekt. Von null auf 180 km/h auf vier Meter, da kann nicht nur mein Twingo einpacken. Der Spielball ist etwa so groß wie ein Handball und wiegt 600g. Die Tore sind 2 x 2 Meter groß. Gespielt wird in Zweierteams mit speziell für diese Sportart angefertigten Radball-Rädern.
Um 19 Uhr marschieren die Teilnehmer unter dem Applaus des Publikums mit ihren Landesfahnen ein. Der erste Vorsitzende des RVI Ailingen, Wolfgang Jauch, begrüßt Sportler, Funktionäre und Politiker. Vor den Halbfinals gibt mir Lokalmatador Sven Braunger einen kleinen Crashkurs in Sachen Radball. ,,Beim Schuss wird der Lenker leicht hochgezogen und mit dem hinteren Teil des Vorderrads wird die Beschleunigung auf den Ball gebracht“, klärt er mich auf. Im ersten Halbfinale zwischen dem österreichischen Höchst II und dem RV Gärtringen komme ich aus dem Staunen nicht mehr heraus.
Das Spiel ist unglaublich schnell und die Akteure legen dabei eine Präzision an den Tag, die ihresgleichen sucht. Tempodribblings, der Ball wird mit dem Rad abgeschirmt, Flanken, Schüsse – Glanzparaden. Das Spiel hat wirklich alles zu bieten. Kein langes Ballgeschiebe, hier wird schnell der Abschluss gesucht. Gärtringen setzt sich in der umkämpften Partei verdient mit 5:2 durch.
Zwischen den Spielen heizt die Gruppe, ,Maskerade“ im antiken Outfit dem Publikum mächtig ein. Mit einer Mischung aus Tanz, Akrobatik und Balett, begeistert die Neukircher Formation die Zuschauer. Eine künstlerische Darbietung, die zu den Radball-Künstlern passt.
Danach steht das große Finale auf dem Programm. Der RV Gärtringen setzt sich hier in einer umkämpften Partie glücklich mit 5:4 gegen den RSG Ginsheim durch. Beide Teams zeigten, warum sie zu den Besten der Welt gehören. Bei der Siegerehrung zeigt sich der technische Delegierte der UCI Hartmut Kimmerle begeistert von der Organisation und Durchführung. Er lässt durchblicken, ,,dass das vermutlich noch nicht der letzte Weltcup war, der in Ailingen ausgetragen wird.“ Der Radball hat an diesem Wochenende mindestens einen Fan dazugewonnen. Mich.
Radball
Worldcup in Ailingen
Gruppe 1: Gärtringen – Beringen 8:1, Höchst III – Svitavka 6:6, Oftringen – Beringen 10:2, Gärtringen – Svitavka 10:6, Höchst III – Oftringen 3:3, Svitavka – Beringen 5:4, Oftringen – Gärtringen 1:6, Höchst III – Beringen 4:5, Oftringen – Svitavka 6:10, Gärtringen - Höchst III 10:7
1.RV Gärtringen34:15122.SC Svitavka27:2673.VMC Oftringen20:2144.HZG Beringen12:2735.RC Höchst III20:242 Gruppe 2: Ailingen – Ginsheim 2:5, Höchst II – Altdorf 3:2, Bukuresti – Ginsheim 2:7, Ailingen – Altdorf 1:6, Höchst II – Bukuresti 8:2, Altdorf – Ginsheim 4:5, Ailingen – Bukuresti 3:2, Höchst II – Ginsheim 5:5, Altdorf – Bukuresti 5:0,, Ailingen – Höchst II 2:7
1.RSG Ginsheim22:1310 2.RC Höchst II23:1110 3.RMV Altdorf17:96 4.RVI Ailingen8:203 5.CSO Bukuresti6:230Spiel um Platz 9: RC Höchst III – CSO Bukuresti 6:0, Spiel um Platz 7: HZG Beringen – RVI Ailingen 1:2, Spiel um Platz 5: VMC Oftringen – RMV Altdorf 4:8.
Halbfinale: RV Gärtringen – RC Höchst II 4:2, SC Svitavka – RSG Ginsheim 4:5.
Spiel um Platz 3: RC Höchst II – SC Svitavka 5:3.
Finale: RV Gärtringen – RSG Ginsheim 5:4.
