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Regionalsport SeeOst „Hechtemichl“ lernten richtig hechten

08.10.2008
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Lebhaft ging es zu beim 2. Torspielercamp in Weissenau, das von Ewald Schmid, dem Trainer des Fußball-Verbandsligisten VfB Friedrichshafen, für den Nachwuchs organisiert wurde.

Eines haben fast alle Torleute gemeinsam: Das Tor hüten stand bei der ersten Begegnung mit dem Fußball für die wenigsten an vorderster Stelle. Nur der siebenjährige Martin vom FV Waldburg hatte von Anfang an nichts anderes im Sinn. „Ich möchte nur ins Tor stehen“, grinst der fidele Junge über beide Ohren. „Da muss man nicht so hetzen“, begründet er seine Wahl unbekümmert ehrlich, und wirft seinem Zwillingsbruder Max unangekündigt den Ball in Kopfhöhe zu. Dieser quittiert diesen Fehlwurf mit einem nicht zu überhörenden „Mensch du Depp, genau aufs Ohr!“

Lebhaft ging es zu beim 2. Torspielercamp in Weissenau, das von Ewald Schmid, dem Trainer des Fußball-Verbandsligisten VfB Friedrichshafen, für den Nachwuchs organisiert wurde. Um zehn Uhr sollte es losgehen, doch bereits eine halbe Stunde vorher wuselte es nur so vor dem Vereinsheim des SV Weissenau. Für so einen speziellen Tag tauschten die „Kahns, Lehmanns und Adlers“ von morgen gerne das kuschelige Bett gegen acht Grad Kälte und Dauerregen ein. Nur Christina vom TSV Grünkraut zögerte zunächst, als sie erfuhr, dass sie das einzige Mädchen sei. Ein paar aufmunternde Worte, und schon war diese Hürde übersprungen. Ausgerüstet mit einer gefüllten Trinkflasche waren die Kids kaum mehr zu bremsen, als Ewald Schmid nach einer bewusst kurz gehaltenen Begrüßungsrede endlich das ersehnte Startsignal „jetzt geht's los“, gab.

Torwarttraining Weissenau

Schnell waren die Gruppen eingeteilt, und Thomas Schneider, den Schmid aus seiner Zeit beim SCR Altach kennt, übernahm das Kommando. Dass der 48-jährige Österreicher, selbst jahrelang erfolgreicher Torwart, ein Meister seines Fachs ist, das erkannten die eifrigen Teilnehmer sofort. Aufmerksam folgten sie seinen Ausführungen. Freilich haperte es beim Nachwuchs hin und wieder mit der perfekten Umsetzung. Aber der Experte bewies Geduld und Fingerspitzengefühl. „Er erklärt so gut, dass man es auch versteht“, findet Daniel aus der C-Jugend des SV Vogt die Tipps, besonders zur Fangtechnik, ganz toll. „Natürlich ist man da nicht eingeschnappt“, versichert der D-Jugendliche Dejang vom VfB Friedrichshafen, wenn einem der Trainer sagt: „Geh richtig hin, sei nicht so zaghaft.“

Egal ob Philipp aus Weissenau, Sebastian aus Opfenbach, Marco aus Lindau, Daniel aus Brochenzell, Florian aus Tettnang, oder wer auch immer gefragt wird, die Antwort ist die gleiche: „Es macht voll Spaß und man kann hier sehr viel lernen“. Cool finden sie den Tag ohnehin alle. Der Vormittag verging wie im Flug, und in ihrer Begeisterung ist es den meisten nicht einmal aufgefallen, dass Petrus mittlerweile seine Schleusen geschlossen hatte.

Das Mittagessen wartete auf die Sportler, doch kaum waren die letzten Spaghetti vom Teller verschwunden, zog es die Schar mit Macht wieder hinaus auf den Fußballplatz. Kein Wunder, denn für den Mittag hatten die Trainer unter anderem „das richtige Hechten“ angekündigt. Die geplante Stunde Pause konnten sich die Übungsleiter deshalb abschminken. Hektisch versuchte der achtjährige Noah noch im Sportheim seine Regenjacke zu schließen, was ihm trotz großer Mühe mit den bereits angezogenen Handschuhen nicht gelang. „Aber ich muss sofort auf den Sportplatz“, lehnte er jegliche Hilfe an, mit einem um Verständnis bittenden Blick und im Eiltempo davonrennend, „sonst verpass ich die erste Übung!“ Was wirklich schade gewesen wäre, denn langsam näherte sich der Torspielertag dem Highlight für jeden Torwart.

Nach Aufwärmen und Koordinationsübungen ging es nun ans geliebte Hechten. „Es ist ein geiles Gefühl“, beschreibt Joshua vom BC Bodolz, der in drei Wochen zehn Jahre alt wird, eine gekonnte Flugeinlage. Mit welchem Feuereifer die „Hechtemichels“, egal ob mit sieben oder vierzehn Jahren, nach den Bällen flogen, erfreute nicht nur die Trainer, sondern entlockte auch so manchem Elternteil ein erstauntes „Oooh“.

Nach einem rundum gelungenen Tag bedankte sich Ewald Schmid bei all seinen Helfern, insbesondere bei den Torwarten, die durch ihr unkompliziertes Auftreten wesentlich zum harmonischen Ablauf beigetragen hatten. Traurige Augen löste Ewald Schmid freilich zum Abschluss mit seinem „Nein, erst im nächsten Jahr wieder“, nicht nur bei Peter, dem jüngsten aller Teilnehmer, aus. Der hatte mit großer Freude und Erwartung gefragt: „Gibt es das morgen wieder?“ Sie können halt nie genug bekommen – auch das haben die meisten Torleute gemeinsam.

Regionalsport Bodensee Ost
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