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Regionalsport SeeWest Wiedersehen auf dem Tennisplatz

22.08.2011


Tennis: Es ist gerade eine Woche her, da beendeten Rainer Schüttler & Co die Saison als Meister der 2. Bundesliga.

Nun wird hinter den Radolfzeller Kulissen darüber diskutiert, wie man mit dem Aufstiegsrecht in die 1. Bundesliga umgeht. Vor 31 Jahren stand man beim TC Konstanz vor ähnlichen Problemen und Fragen – und man entschied sich für die sportlich reizvolle Aufgabe Aufstieg. Das Projekt Bundesliga endete zwar nach elf Niederlagen in elf Spielen wieder postwendend in der Regionalliga, doch die Bundesliga-Erfahrungen möchte keiner der damaligen Protagonisten missen. „So habe ich das nie mehr erlebt, die Stimmung in der Mannschaft war perfekt. Nur so haben wir die Niederlagen problemlos verkraftet“, so die damalige Nummer drei des Teams, Peter Buchbinder, und seine damaligen Mitstreiter bestätigen dies.

Als sich das damalige Konstanzer Bundesligateam am Samstag wieder traf, hatte das den Charakter eines Familientreffens – nicht üblich für eine unter dem Aspekt Spitzensport zusammengestellte Mannschaft. Der damalige Trainer Davor Tomazic und Peter Buchbinder hatten die Idee geboren, ein Treffen 30 Jahre nach dem Abenteuer Bundesliga zu veranstalten.

Und alle, mit Ausnahme von Jochen Schaffner, waren gekommen – auch viele Tennisfans, die einst unter den 4200 Zuschauern waren, die Bundesliga-Tennis in Konstanz sehen wollten. Sportlich war das Projekt damals hoch riskant. „Wir hatten jeweils Gegner, die in der deutschen Rangliste 50 bis 60 Plätze vor uns standen“, so Peter Buchbinder, der es selbst mit einstigen deutschen Davis-Cup-Helden wie Karl Meiler oder Jürgen Fassbender zu tun bekam. Mit Blick auf die Ranglistenplätze in den Bundesligakadern wurde damals in der Saisonvorschau im SÜDKURIER auch dargelegt: „Neben all den illustren Namen und imponierenden Ranglisten-Nummern nimmt sich der TC Konstanz wie ein Mauerblümchen aus.“ Denn lediglich die damalige Nummer eins des TCK, Zoltan Ilin, war unter den besten 60 Spielern in Deutschland geführt. Dennoch weist Buchbinder darauf hin, dass es einige knappe 4:5-Niederlagen gab, der Klassenerhalt nicht völlig unmöglich war.

„Wir sind damals in zwei Jahren von der Oberliga und der Regionalliga in die Bundesliga aufgestiegen, im wesentlichen mit Konstanzer Spielern wie Dieter Jöhle, Norbert Müller, Arnim Köhn, Murat Gürler oder mir. Und dann haben wir uns natürlich königlich gefreut, dass nun die deutsche Elite hier antreten durfte – oder besser musste“, so Peter Buchbinder, der in seinem Rückblick aber auf die prägende Rolle des Trainers hinwies: „Durch Davors Training wurden wir alle besser.“

Nun, 30 Jahre später, sind die Asse von einst – wohl nicht zuletzt auf Grund des damaligen Trainings – noch immer fit, wie sie der Sommerhitze zum Trotz mit einem Doppelturnier zeigten, in dem sie reichlich Ballgefühl und originelle Ballwechsel präsentierten. Anschließend dann kam es zum geselligen Teil. Was ist aus den Tennishelden von einst geworden? Wohin führte sie ihr weiterer Werdegang, sportlich, privat und beruflich? Reichlich Gesprächsstoff, ein Familientreffen eben. Und im Laufe des Abends griff Peter „Larry“ Litterer, wie einst, zur Gitarre.

Doch aller Nostalgie zum Trotz: Dem aktuellen Zweitliga-Meister Radolfzell hilft das bei seiner Entscheidung pro oder contra 1. Bundesliga nur wenig. „Damals war nur ein Ausländer pro Team erlaubt!“, bilanziert Murat Gürler, türkischer Davis-Cup-Spieler in Reihen des TCK, mit Bedauern, denn da Zoltan Ilin die Saison durchspielte, blieb Gürler nur die Zuschauerrolle. Heute gibt es im Bundesligabereich Kader, in denen sich kein deutscher Spieler mehr findet.

Nicht zuletzt auf Grund dieser Basis und der Tatsache, dass weiterhin eine Sechser-Mannschaft im Einsatz blieb, während heutzutage mit Vierer-Teams gespielt wird, konnte auch der Teamgeist erhalten oder gar ausgebaut werden. Der Kern der damaligen Mannschaft waren Konstanzer sowie Studenten der Uni Konstanz, Spieler also, die in Konstanz lebten. Heute treffen sich die internationalen Asse der globalen Tennisgesellschaft zwischen Turnieren kurzzeitig für einen Mannschaftstermin, ehe man sich wieder für Tage oder Wochen über den Globus verteilt.

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