Segeln: Am Wochenende sind die internationalen Segelwettkämpfe der 8-Meter-Rennyachten auf dem Lake Ontario bei Toronto mit einem Erfolg für die Segler vom Bodensee zu Ende gegangen. Wechselnde Bedingungen und vorwiegend höhere Windstärken – mit für den Bodensee unbekannten Wellenhöhen – verlangten den Mannschaften und Yachten alles ab.
„Aluette“, gesteuert von Torsten Müller vom YC Meersburg, gewann mit sicherer Bootsbeherrschung und taktischem Gespür zwar nur zwei von acht Wettfahrten, hatte aber als schlechteste Einzelplatzierung einen dritten Rang zu verzeichnen und war damit bei der WM in Kanada stets im Spitzenfeld platziert. Damit war der Titel schon vor der letzten Wettfahrt vor der im Vorjahr siegreichen Yacht „Lafayette“ aus Schottland gesichert. Zudem wurde zum ersten Mal die starke nordamerikanische Konkurrenz besiegt.
Die Mannschaft der „Aluette“ wurde komplettiert von Taktiker Stefan Schneider, der für den SV Dingelsdorf und den Konstanzer Yacht Club segelt, Günther Reisacher von der Segler Vereinigung Staad, Ernst Bieri und Christian Gassner (beide Altnauer Segel Club) sowie Markus Olbrecht vom Yacht Club Romanshorn. Der ausrichtende Royal Canadian Yacht Club (RCYC) hatte neben Olympia-Teilnehmern mit Terry Hutchinson sogar einen ehemaligen Silbermedaillengewinner als Steuermann aufgeboten. Dem kanadischen Heimatclub war schließlich mit der komplett renovierten Yacht „Raven“ der Titel in der Wertung der Traditions yachten (gebaut vor 1960) vergönnt.
Was als Erfolgsgeschichte für „Aluette“ bei der WM ein gutes Ende nahm, hatte nach erfolgversprechendem Frühjahrstraining auf dem Bodensee holprig begonnen. Die Bootsüberführung über den Atlantik scheiterte zunächst an einem Motorschaden des Containerschiffes im östlichen Atlantik, welches nach Le Havre zurückgeschleppt werden musste. Nach der Umladung und der neuerlichen Verzollung war die gesamte Zeitreserve für den Transport verbraucht und „Aluette“ traf gerade einmal 28 Stunden vor dem Start der ersten Wettfahrt in einem Hafen bei Montreal ein. Bootseignerin Iris Metten ließ es sich dennoch nicht nehmen, ihre Yacht persönlich in Empfang zu nehmen und nach Zolldeklarierung und Umladung auf einen Tieflader 450 Kilometer nach Toronto zu begleiten.
Bei strömendem Regen wurde ab Mitternacht der 20 Meter lange Mast gestellt und das 7,5-Tonnen-Schiff eingewassert. Der Schlepp zum Royal Canadian Yacht Club und die Regattavermessung in den frühen Morgenstunden raubten der Mannschaft die letzte Schlafmöglichkeit, sodass die Crew mit einem dritten Rang im ersten Rennen zufrieden war, hatten doch alle Konkurrenten eine Woche zuvor schon als Auftakt die nordamerikanischen Meisterschaften und viele Trainingsschläge vor Toronto ausgesegelt. Am Ende interessierte das niemanden mehr, schließlich gewann die deutsch-schweizerische Crew den Titel.
