Denn zum einen gelang den Radolfzellerinnen ein überzeugender 8:1-Sieg, der nie gefährdet war, und zum anderen strauchelte der Titelanwärter Nummer eins, der TEC Waldau Stuttgart, beim zweiten Gipfeltreffen in Bocholt, so dass die Radolfzellerinnen nun am letzten Spieltag aus eigener Kraft mit einem deutlichen Sieg beim abstiegsgefährdeten TC Karlsruhe Rüppurr die Meisterschaft an den Bodensee holen können.Nervosität und Spannung lag lediglich zu Beginn auf der Tennisanlage auf der Mettnau.
Angelique Kerber war gerade rechtzeitig nach einer Niederlage in der dritten Runde aus Wimbledon gekommen, doch zum Trainieren auf Sand reichte es nach den letzten Spielen auf Rasen nicht mehr. Daher hatte sie im ersten Satz gegen Patricia Mayr noch etwas Mühe, der zweite Satz war dann mit 6:0 eine einseitige Sache. Auch Edina Gallovits hatte bei ihrem 6:1/6:3-Sieg wenig Mühe. Lediglich Marta Domachowska enttäuschte, ging leicht angeschlagen in das Spiel und machte eine Vielzahl von unbedrängten Fehlern, so dass dieser Sieg nach Moers ging. In einer Saison, in der der Titel wohl auf Grund des Matchverhältnisses vergeben wird, können solche Spiele am Ende den Ausschlag geben.
2:1 also in Radolfzell, aber was macht Stuttgart in Bocholt? Die ersten drei Einzel schienen an die Stuttgarterinnen zu gehen, die die ersten Sätze für sich entschieden. Dann – in Radolfzell via Livescore verfolgt – die Wende, die Bocholter holen sich nicht nur jeweils den zweiten Satz, alle drei entscheiden auch den Match-Tiebreak für sich. Stuttgart liegt 0:3 hinten. Aufatmen in Radolfzell. Denn während man Stuttgart im Falle eines Erfolges in Bocholt auf Grund des Matchverhältnisses auf der Zielgeraden kaum mehr hätte abfangen können, scheint das im Vergleich zu Bocholt, das wie Stuttgart, Radolfzell und Moers bis vor diesem Spieltag ebenfalls erst ein Spiel verloren hatte, gut machbar.
Dann überzeugende Leistungen der Radolfzellerinnen in der zweiten Einzelrunde. Das Spitzenspiel zwischen Sybille Bammer und der kämpferisch starken Ekaterina Bychkova entwickelte sich zum Highlight des Spieltages mit packenden Ballwechseln und dem besseren Ende für Bammer. Parallel dazu zeigten sich auch Tatjana Malek und Kathrin Wörle in guter Form und es hieß 5:1 für Radolfzell. Das Spiel war entschieden, die Tür zum Titel offen, denn in Bocholt war der Zwischenstand ebenfalls 5:1. Nun ging es darum, die Matchbilanz im Auge zu behalten, denn der Titel könnte wegen Punktgleichheit über die Matches entschieden werden.
Auch die Doppel werden zu einer klaren Radolfzeller Angelegenheit, das Spitzenspiel endet 8:1. Aus Moerser Kreisen ist zu vernehmen, dass man gegen eines der besten, wenn nicht gar das beste Bundesligateam der letzten Jahre verloren habe. Die Begegnung in Bocholt endet mit 6:3. Nach einem spielfreien Wochenende endet die Bundesligasaison am 9. und 11. Juli mit einem Doppelspieltag, wobei der Vacono TC Radolfzell nur noch am Sonntag antreten muss. „Wir haben jetzt alle Karten in der Hand“, gibt sich Kathrin Wörle mit Blick auf den Endspurt zuversichtlich. Die Radolfzellerinnen greifen auf jeden Fall nach dem Titel und die Chancen sind erstklassig, dass das Projekt am 11. Juli mit einem Erfolg endet.
Ergebnisse: Bammer - Bychkova 6:4/6:3, Kerber - Mayr 7:5/6:0, Malek - Babilon 6:0/3:2 (Abbbruch), Gallovits - Klaschka 6:1/6:3, Wörle - Gerards 6:2/6:3, Domachowska - Hrozenska 1:6/4:6.
Doppel: Bammer/Malek – Mayr/Babilon 1:4 (Aufgabe Mayr/Babilon), Kerber/Tvaroskova – Bychkova/Klaschka 6:2/6:3, Gallovits/Husarova – Gerards/Hrozenska 6:4/6:4.
Letztes Radolfzeller Heimspiel in der Tennisbundesliga
