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Mit links ins Nationalteam

21.11.2007


Es scheint das ganz normale Leben eines 19-Jährigen zu sein, das der Schwarzwälder und heutige Wahl-Konstanzer Sebastian Faißt führt. Doch der Schein trügt - und der linke Arm des großen jungen Mannes hat viel damit zu tun.

In Ehlenbogen bei Alpirsbach wuchs Faißt auf, wohnt aber schon seit geraumer Zeit in Konstanz, wo er auch seinen Zivildienst ableistet. Sebastian Faißt spielt - wie sein Bruder Matthias - Handball, und zwar bereits seit seinem vierten Lebensjahr. Früh erkannten die Trainer das große Talent des Linkshänders. Schnell wurde auch der Deutsche Handballbund auf den Rückraumspieler aufmerksam. Erfolgreich durchlief Faißt, der bis zur B-Jugend bei seinem Heimatverein TV Alpirsbach für Tore sorgte, das leistungssportliche Netz des DHB und kam auf diesem Wege bislang zu zwölf Jugendnationalspielen.

Die talentierten Faißt-Brüder hatten sich längst auch außerhalb des Schwarzwaldes einen Namen gemacht, als sie dem Ruf der Talentschmiede aus der Ortenau, dem TuS Schutterwald, im Doppelpack folgten - Sebastian Faißt war damals Zehntklässler. Nach der erfolgreichen A-Jugendzeit unter Trainer Martin Heuberger und einigen Jugendländerspielen, wurde Sebastian schnell zum Leistungsträger des Baden-Württemberg-Oberligisten und die Trauer in der Ortenau war groß, als die Faißt-Brüder ihren Abschied verkündeten, um sich im Sommer dieses Jahres dem Handball-Regionalligisten HSG Konstanz anzuschließen. Inzwischen ist Sebastian Faißt Wahl-Konstanzer, Zivildienstleistender und auch Regionalliga-Handballer, der durch seine offene Art und dynamische Spielweise schnell die Sympathien des HSG-Teams und des Publikums gewann.

Bereits in der Saisonvorbereitung zählte der junge Spieler zu den positiven Überraschungen im Team der Südbadener. Beim Schwarzwald-Bäder-Cup im Juli 2007 präsentierte sich das Ausnahme-Talent bereits als voll integrierter Bestandteil und als guter Vertreter des damals verletzten Sebastian Seitner. Auch beim Benefizspiel gegen Erstligist HBW Balingen-Weilstetten wusste die Nummer 17 der HSG Konstanz zu überzeugen. HBW-Trainer Rolf Brack bezeichnete ihn nach der Partie sogar als "Rohdiamant auf dieser Position."

Spätestens, als am 30. Oktober das Mobiltelefon des 19-jährigen Sportlers klingelte und sich am anderen Ende mit Martin Heuberger der Trainer der Junioren-Nationalmannschaft meldete, war eine weitere Episode im Leben Faißts angebrochen. Heuberger hatte die guten Leistungen des HSG-Neuzugangs seit der gemeinsamen Zeit in Schutterwald aufmerksam verfolgt und folglich positive Nachrichten zu überbringen. "Hey Sebbi. Wie versprochen möchte ich dich zum Lehrgang der Juniorennationalmannschaft einladen. Er findet vom 20. bis 23. November statt", erinnert sich Sebastian Faißt noch genau an die Worte des DHB-Trainers, der ihn auch für die zwei Länderspiele gegen Tschechien (22. November in Günzburg und 23. November in Herrsching) nominierte.

Faißt erläutert, dass Heuberger schon zu A-Jugendzeiten auf ihn zugekommen sei und gesagt habe: "Wenn du so weiterspielst, wirst du irgendwann eine Einladung für das Junioren-Nationalteam bekommen." Faißt spielte so weiter und Martin Heuberger hat sein Versprechen nun wahrgemacht. Damit zählt Sebastian Faißt zu den besten deutschen Handballspielern der Jahrgänge 1988/1989. Diese Berufung ist nicht nur für die HSG Konstanz eine große Ehre, sondern auch für Sebastian Faißt, der nach einer Stauchung im Knöchel wieder einsatzfähig ist, als einer von vier Regionalligaspielern im Junioren-Kader steht und zugibt: "Das ist ein riesiger Motivationsschub für mich. Ich will alles geben, damit ich in diesem Junioren-Kader bleibe. Im März beginnt die EM-Qualifikation, da wäre ich natürlich gerne dabei."

Vom beschaulichen Ehlenbogen im Schwarzwald, über Schutterwald in der Ortenau und Konstanz am Bodensee in die Junioren-Nationalmannschaft - es ist eine außergewöhnliche Laufbahn, die der 19-jährige Sebastian Faißt in seinem bisherigen Leben vorweisen kann, die Nominierung für den DHB-Junioren-Lehrgang ist sicherlich ein großer Höhepunkt und das Beste ist: das macht er alles mit links.

Alexander Rabe

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