Landesliga: Der FC Singen 04 steht souverän an der Spitze der Landesliga, die am Wochenende wieder startet, dahinter taucht nach dem Punktabzug für den FV Donaueschingen schon der FC Radolfzell auf – noch vor einem der heißesten Titelanwärter, dem FC Bad Dürrheim, der vier Punkte, aber auch ein Spiel weniger auf dem Konto hat. Eigentlich wollten die Radolfzeller eher mittelfristig einen Aufstieg in Angriff nehmen, denn die überaus erfolgreiche Jugendarbeit auf der Mettnau verspricht in den nächsten Jahren reichlich Früchte abzuwerfen. Doch nun hat man den zweiten Rang inne. Und das weckt natürlich Hoffnungen zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde.
Doch davon will FCR-Trainer Francisco Dominguez nichts wissen. „Nur, weil einer Mannschaft Punkte abgezogen wurden, sind wir noch kein Spitzenteam. Wir befinden uns in einer Entwicklungsphase, in der wir junge Spieler heranführen wollen. Vom Potenzial her gehören wir vielleicht unter die ersten Fünf.“ Allerdings: Wer auswärts bei den Topteams FC Singen 04 und FC Bad Dürrheim gewonnen hat, dabei dem Tabellenführer die bisher einzige Saisonniederlage zugefügt hat, der muss wohl selbst zur Spitze gezählt werden. „Ja, das ist das Positive. Man darf aber auch nicht übersehen, dass wir gegen den Tabellenletzten verloren haben und auf eigenem Platz eine ganze Reihe von Punkten abgegeben haben“, relativiert Dominguez.
„Das sieht alles schön aus“, so Dominguez zur aktuellen Tabellensituation. Doch in der Rückrunde sieht er seine Elf gefordert: „Nach oben kommen war eher leicht, da oben bleiben wird aber ganz schön schwer!“ Zwar fehlten in der Vorbereitung zeitweise acht verletzte Spieler, dennoch konnten sich die Ergebnisse sehen lassen. Wann aber das erste Landesligaspiel mit Radolfzeller Beteiligung angepfiffen wird, das scheint noch offen. Am kommenden Sonntag stünde das Spiel beim SV Denkingen (15 Uhr) auf dem Programm, doch der Trainer des SV Denkingen, Eugen Rothmund, signalisiert bereits: „Bei uns ist noch alles weiß, das sieht nicht gut aus!“ Danach müsste der FC Radolfzell in Bonndorf antreten und auch dort heißt es im Moment noch: „Ski und Rodel gut, an Fußball kaum zu denken!“
Dennoch planen alle Landesligatrainer ihre Vorbereitung mit Blick auf das kommende Wochenende. Während die Radolfzeller dank Kunstrasenplatz noch relativ gute Trainingsbedingungen hatten, konnte Rothmund die Bälle meist im Geräteraum lassen. Zwangläufig wurde eher die Kondition als Technik und Taktik trainiert. „Wir wissen im Moment nicht, wo wir stehen, denn wir hatten keine Möglichkeit, auf dem Platz zu trainieren“, so Rothmund zur Lage seines Teams. Und wenn auch die Vorbereitung nicht optimal verlief, so hofft Rothmund doch, dass sich im Vergleich zur Vorrunde etwas ändert: „Wir haben auf eigenem Platz in der Vorrunde kein Spiel gewonnen. Früher waren Heimspiele unsere Stärke, dahin müssen wir wieder zurückfinden.“
Auf sportlichem Wege verbuchten die Denkinger bei Heimspielen nur drei Pünktchen, drei weitere kamen am grünen Tisch dazu. Dass die Denkinger dennoch im einstelligen Tabellenbereich überwintern konnten, lag an dem einen oder anderen Erfolg auswärts. So hievte sich der SVD noch mit vier Punkten aus den Spielen in Tengen/Watterdingen und in Großschönach unmittelbar vor der Winterpause auf Platz acht.
Jürgen Rössler
