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Regionalsport SeeWest Jähes Ende einer steilen Karriere

05.03.2009


Der schreckliche Tod von Sebastian Faißt am Dienstagabend hat eine steile Karriere jäh beendet. Schon seit seinem vierten Lebensjahr ging der Vollblut-Handballer auf Torejagd. Zunächst spielte Sebastian, der jüngere Faißt, bei seinem Heimatverein TV Alpirsbach, nach der B-Jugend folgte er gemeinsam mit seinem zwei Jahre älteren Bruder Matthias dem Ruf der Talentschmiede aus der Ortenau, TuS Schutterwald.

Dorthin geholt hatte den Schüler der zehnten Klasse kein Geringerer als Martin Heuberger, seines Zeichens auch Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft und Cheftrainer des Juniorenteams des Deutschen Handball Bundes (DHB). Während der nächsten Jahre war ein Faißt-Bruder ohne den anderen kaum denkbar. Sie trugen gemeinsam das Trikot des Oberligisten TuS Schutterwald, und sie wechselten gemeinsam als Rückraumduo im Sommer 2007 zum Regionalligateam der HSG Konstanz.

Am Bodensee wohnten die Brüder auch zusammen. Sebastian spielte nicht nur Handball, er absolvierte auch seinen Zivildienst beim TV Konstanz. Und er blieb Martin Heuberger treu. Der war zwar nicht mehr sein Vereinstrainer, begegnete seinem früheren Schutterwälder Schützling aber immer noch regelmäßig bei Lehrgängen oder Spielen der deutschen Nachwuchs-Auswahlteams. Sebastian Faißt war ein großes Talent. Er gehörte sowohl zur Jugend- als auch später zur Junioren-Nationalmannschaft.

Vor fast genau einem Jahr, an Ostern 2008, schaffte er in Schutterwald mit den DHB-Junioren die Qualifikation zur Europameisterschaft in Rumänien. Faißt erzielte in den drei Spielen gegen Belgien (2), Norwegen (6) und Island (7) insgesamt 15 Treffer und war damit der erfolgreichste deutsche Schütze. Von der EM brachte Faißt sogar eine Medaille mit nach Hause. Die Deutschen erreichten Platz zwei und gewannen Silber. Der junge Noch-Konstanzer beziehungsweise Neu-Dormagener Faißt zeigte sein bestes Spiel im Halbfinale. Beim 30:25-Sieg über die Schweden erzielte der Linkshänder im rechten Rückraum sieben Treffer und wurde als bester Spieler der Partie geehrt.

Noch im Sommer des EM-Triumphes verließ der 20-Jährige die HSG Konstanz wieder. Seine starken Leistungen im Nationalteam, nicht erst bei der Europameisterschaft, hatten ihn begehrt gemacht für etliche höherklassige Vereine. Den Zuschlag bekam der Erstliga-Aufsteiger TSV Dormagen, für den er auch in der Reserve-Mannschaft in der Regionalliga aktiv war. Seine Premierensaison in der Bundesliga verlief durchaus vielversprechend. Der 1,94-Meter-Mann absolvierte in dieser Spielzeit 20 Partien und erzielte dabei 22 Tore.

Sebastian Faißt starb am Dienstag. Vier Tage vor seinem 21. Geburtstag.

Ingo Feiertag

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