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Einer für alle, alle für einen

19.07.2007
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Treffen sich ein Meßkircher, ein Rielasinger, ein Owinger, ein Hilzinger und ein Stockacher. Was wie der Beginn eines Witzes mit südbadischem Lokalkolorit klingt, ist vielmehr die Vorgeschichte der außergewöhnlichen Teambildung des Team SÜDKURIER, welches am Samstag beim Multisportevent Highlander in Illmensee an den Start gehen wird. Die fünf Sportler, die diesem Team angehören und aus den genannten Ortschaften stammen, haben sich im Internet beworben und konnten sich gegen ihre Konkurrenz behaupten.

Fünf Sportarten in fünf Etappen an einem Tag - die SÜDKURIER-Sportler werden in je einer Disziplin ins Rennen gehen, um schlussendlich als Team ins Ziel zu kommen. Den Anfang macht der selbsternannte "Seniorchef". "Ich will den Jungen zeigen, dass ich noch nicht zum alten Eisen gehöre", kündigt Heinz Kucher an, bevor er am Samstag auf einer Distanz von drei Kilometern den Illmensee durchschwimmt. Ein ehrgeiziges Vorhaben des Wahl-Meßkirchers, der sich in Hallenbad, Baggersee und Atlantik auf die Herausforderung Highlander vorbereitet hat, denn Kucher ist immerhin 69 Jahre alt. Deutlich jünger, aber ebenfalls routiniert ist der Teamkollege, den Kucher ins Rennen schicken wird. Auf den Rollen seiner Inline-Skates wird mit Mika Andersen ein dänischer Rielasinger Fahrt aufnehmen, der bei der Highlander-Premiere 2001 bereits als Einzelstarter mit von der Partie war und einen guten Trainingsstand aufweist. "Gemeinsam sind wir stark", weiß der skatende Skandinavier über das Erfolgsrezept in der so genannten High Five-Kategorie Bescheid.

Während Andersen seinem schwimmenden Teamkollegen mannschaftsdienlich den Neopren-Anzug ausleihen wird, sorgt SÜDKURIER-Starter Nummer drei für eine reibungslose Organisation im sportlichen Quintett. Der Owinger Jan Treiber wurde vom Team zum Mannschaftskapitän ernannt und wird auch auf seinem Sportgerät einen wichtigen Part übernehmen. Auf der 120 Kilometer langen Rennrad-Strecke, die knapp eine Woche vor dem Startschuss nochmals geändert wurde, könnte Treiber viel Zeit gutmachen, aber bei 1200 zu überwindenden Höhenmetern auch einiges an Boden verlieren. Die mehrfache Befahrung der Wettkampfstrecke, intensives Training inklusive Teilnahme am Owinger Duathlon und des Albstadt Bike Marathons sowie die Montage eines Zeitfahrlenkers sollen dies jedoch verhindern. "Als Kurpfälzer für eine badische Zeitung im badisch-schwäbischen Grenzgebiet zu starten", das macht für den 35-Jährigen den besonderen Reiz bei dieser Veranstaltung aus. Auf seinem Streckenabschnitt hofft der Radfahrer auf möglichst große und lautstarke Unterstützung am Straßenrand.

Wenn Treiber seine Disziplin hinter sich gebracht hat, kommt der Hilzinger ins Spiel. Die Anzahl der Räder ist bei ihm zwar die gleiche, aber Mountainbiker Christian Rohr wird sein Reifenprofil brauchen, um die 44 Kilometer und 1000 Höhenmeter möglichst schnell zu bewältigen. Die Tatsache, dass Rohrs Tacho Ende Mai bereits 3350 Kilometer anzeigte und der Highlander-Starter selbst zu Familienfesten in Salzburg mit dem Mountainbike anreiste, deutet auf eine gute Leistung hin.

Eine gute Leistung, die mit Sicherheit auch der fünfte Starter im Bunde abliefern wird, denn Frank Karotsch ist auf badischer, deutscher und europäischer Ebene mit vielen Meistertiteln dekoriert und für seine läuferischen Fähigkeiten bekannt. Der Stockacher, der wöchentlich 120 bis 130 Kilometer im Laufschritt hinter sich bringt, wurde mit stolzen 1376 Stimmen ins Team gewählt und wird auf den letzten 20 Kilometern nochmals richtig Tempo machen, um die Vorarbeit seiner Kollegen erfolgreich über die Ziellinie zu bringen.

Karotsch ist in Topform für den Highlander, schließlich gewann er bei den Deutschen Meisterschaften in Fulda am vergangenen Wochenende über 800 Meter eine Silbermedaille und fuhr über 1500 und 5000 Meter zwei Titel ein.

Mannschaftsführer Treiber formuliert die Zielsetzung der neu formierten Highlander-Truppe: "Unser Ziel ist es, insgesamt unter zehn Stunden zu bleiben", betont allerdings im selben Atemzug, was beim Highlander primär im Vordergrund steht: "Uns geht es eindeutig um den Spaß, schließlich sind wir zum Highlander gekommen, wie die Jungfrau zum Kinde. Dennoch wird jeder Einzelne sein Bestes geben."

Ein schwimmender Seniorchef, ein skatender Skandinavier, ein Kurpfälzer Kapitän, ein motivierter Mountainbiker und ein starker Schlussläufer. Das SÜDKURIER-Team ist ein Quintett der besonderen Art und Jan Treiber verrät ein mögliches Geheimrezept: "Obwohl wir uns alle nicht kennen, wird jeder alles geben - oder gerade deswegen."

Regionalsport Bodensee West
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