„Wir haben unseren Joker verspielt“, lautete die Erkenntnis von SVA-Trainerin Jenny Wiedenmeier nach der 24:28-Niederlage ihrer Mannschaft in Zwickau. Ihre Spielerinnen hatten es an diesem Tag in der Hand, alles klar zu machen. Stattdessen wird es jetzt noch einmal eng. Dass der SV Allensbach den BSV Sachsen Zwickau an diesem Tag nie so richtig ins Schwitzen brachte, lag in erster Linie an der Chancenverwertung. „Wir haben sicher 15 Freie verworfen“, sagte Wiedenmeier. Eben jene freien Würfe, die die Allensbacherinnen bei ihren jüngsten Siegen stets sicher verwandelten. Am Samstag dagegen sprachen allein die vier verworfenen Siebenmeter für sich.
Damit stand sich der SV Allensbach selbst im Weg, obwohl das Spiel eigentlich verheißungsvoll begonnen hatte. Die offensive 3:2:1-Deckung erarbeitete sich immer wieder Bälle, die zu leichten Toren hätten führen können. Doch in der 10. Minute erzielte Lena Landenberger mit ihrem Treffer zum 5:4 die letzte Allensbacher Führung der Partie. Das Problem lag eben einfach im Angriff: Gegen die sehr defensive 6:0-Formation des BSV fanden die Gäste nie die richtigen Mittel. So traf der SVA in den letzten 20 Minuten der ersten Halbzeit nur noch viermal und Zwickau zog bis zum Pausenpfiff auf 14:9 davon.
Im zweiten Abschnitt bauten die Gastgeberinnen ihre Führung dann immer weiter aus. 22:14 stand es in der 43. Minute bereits, ehe es fünf Minuten vor dem Ende dann doch noch einmal eng wurde. Allensbach hatte drei Tore in Folge erzielt und war beim 25:22 plötzlich wieder dran. „Da hatten wir die Chance, auf zwei Tore heran zu kommen – und dann haben wir wieder verworfen“, erklärte Wiedenmeier.
Mehr noch als die Niederlage schmerzt das Ergebnis aus Metzingen. Konkurrent Riesa gewann vor allem in dieser Höhe völlig unerwartet beim Tabellensiebten mit 34:27. „Man hat an diesem Spieltag gemerkt: Im Abstiegskampf kannst du dich auf nichts verlassen. Für einige Mannschaften geht es um nichts mehr, für die anderen um alles…“, sagte die SVA-Trainerin. Dank des besseren Torverhältnisses hat der SC Riesa die Allensbacherinnen nun überholt, und der SVA steht wieder auf dem ungeliebten Relegationsplatz. „Wir wissen, dass wir die Chance hatten, alles klar zu machen und haben es nicht geschafft“, so Wiedenmeier.
Nachdem sich die Situation zuletzt etwas entspannt hatte, sind die Allensbacherinnen nun also wieder mitten drin im Abstiegskampf. Am Samstag in zwei Wochen bietet sich dem SVA nach einer kleinen Pause wieder die Chance, einen Big Point im Ringen um den Kassenerhalt zu setzen. Denn dann gastiert der Tabellenletzte aus Beyeröhde in der Riesenberghalle. Punkte und Tore dürften also durchaus drin sein. „Jeder in der Mannschaft weiß, was wir noch vor uns haben. Wir müssen was tun“, sagt Trainerin Jenny Wiedenmeier und fügt hinzu: „Es wird spannend bleiben bis zum letzten Spieltag!“
SV Allensbach: Beier, Gruber (Tor); Johannes, Jänisch, Landenberger (13/7), Weisheitel, Hotz, Watzke (1), Harter (7), Maier, Zogg (2), Witt (1), Egenhofer, Gruczek.
