Regionalsport SeeWest Daniel Eblen: „Es wird genauso schwer wie bisher“
03.09.2011
Der SÜDKURIER sprach vor dem Auftaktspiel mit HSG-Trainer Daniel Eblen
Herr Eblen, nach zwei Jahren mit Qualifikation wird in der kommenden Runde keine Ausscheidung gespielt. Macht diese Tatsache das Leben in der Liga einfacher?
Auf keinen Fall! Es wird genauso schwer wie bisher, schon allein, weil das Niveau entsprechend angestiegen ist. Wir haben vier Absteiger aus der 2. Liga bei uns in der Staffel, dazu die Kickers und Neuhausen, die als Aufsteiger wirklich harte Gegner sein werden.
Hat sich die HSG mit den Neuzugängen Matthias Stocker und Sebastian Groh eher in der Spitze verstärkt oder in der Breite?
Beide werden uns sicherlich weiter helfen, Sebastian wahrscheinlich früher als Matthias, dem wir jetzt einfach viel Zeit geben werden, damit er sich völlig erholt von seinen Verletzungen. Ich denke aber doch, dass wir eher in der Breite stärker geworden sind, was vor allem daran liegt, dass Stefan Bruderhofer schöne Fortschritte in der Vorbereitung gemacht hat. Auch Yannick Schatz hat eine sehr gute Vorbereitung gespielt, vor allem im Angriff.
Wo steht Ihre Mannschaft leistungsmäßig?
Wir haben mit Pfadi Winterthur Anfang August gegen einen sehr starken Vorbereitungsgegner gespielt und haben beim Joker-Cup ein sehr gutes Turnier abgeliefert. Zum Schluss hatten wir aber auch Mannschaften als Gegner, die nicht diese Klasse haben.
Ist die Unsicherheit vor dem Auftakt jetzt groß oder kann man das Auswärtsspiel in Kirchzell selbstbewusst angehen?
Die Vorbereitung ist ganz gut gelaufen, sieht man einmal von den kleineren, beruflich bedingten Problemen mit unseren Leistungsträgern im Rückraum ab. Es ist schwer zu beurteilen. Wir kennen schließlich unsere Jungs und wissen daher, dass sie teilweise ein bisschen brauchen, um in Schwung zu kommen. Wir lassen das jetzt einfach mal auf uns zukommen, aber keinesfalls müssen wir mit Angst nach Kirchzell fahren.
Letztes Jahr hieß die Zielsetzung Klassenerhalt bzw. Qualifikation. Wie sieht es für die kommende Saison aus?
Die Mannschaften, die vergangene Saison leistungsmäßig hinter uns standen, sind mit Ausnahme von Köndringen-Teningen und Söflingen auch abgestiegen. Im Vorfeld könnte ich jetzt keine Mannschaft nennen, von der ich sagen würde: „Die müssen wir schlagen!“. Also wird es wieder darum gehen, in der Liga zu bleiben.
Zurück zu den personellen Voraussetzungen: Ende vergangene Saison wurde Oliver Junker verabschiedet, man wird ihn zum ersten Heimspiel sicherlich auch wieder gebührend empfangen. Reicht die Trainingszeit, die er auf Grund seiner beruflichen Belastung noch aufbringen kann, für eine ganze Saison?
Ich habe Oliver Junker noch nie so gelassen und ruhig erlebt habe, wie jetzt in der Vorbereitungsphase. Er spielt völlig befreit auf und macht sich keine großen Gedanken. Ich glaube, das kann ihn sogar stärker machen. Natürlich wird er körperlich nicht zu 100 Prozent fit sein, aber wir werden ihn auf jeden Fall brauchen.
In der vergangenen Saison hat die HSG Konstanz oftmals über ihr Tempospiel gepunktet und war trotz überschaubarem Kader konditionell überlegen. Welche Rolle werden Tempo und athletische Verfassung in der kommenden Runde spielen?
Wir haben in dieser Vorbereitung auf Grund unserer neu gegebenen personellen Möglichkeiten mehr Augenmerk auf das Handballerische gelegt und die Athletik ein bisschen hinten angestellt, weil wir hoffen, die konditionelle Belastung über unsere breiter aufgestellte Bank auffangen zu können. Mag sein, dass diese Vorgehensweise ein Risiko darstellt, aber aus meiner Sicht ist es vor allem auch ein Vertrauensbeweis an diejenigen Spieler, die jetzt in der Vorbereitung Fortschritte gemacht haben. Sollten wir während der Saison dann merken, dass es doch nicht reicht, müssen wir eben dementsprechend gegensteuern.
Fragen von: Ulrich Haaff
