Und bald war klar: Auch Wayne Simmonds von den Philadelphia Flyers und Chris Stewart von den St. Louis Blues kochen nur mit Wasser. Bis auf einen satten Schuss von Stewart (18.), den Schwenningens Schlussmann Lukas Lang mit der Fanghand entschärfte, blieben die beiden Dollar-Millionäre aus der besten Profiliga der Welt Stewart im ersten Drittel farblos.
Da hatten die Wild Wings weitaus mehr zu bieten. Nachdem Lang bei eigener Überzahl ein Break von Martin Heinisch gestoppt hatte, legten die Gastgeber den Vorwärtsgang ein. Ray Macias (8.) und Maximilian Hofbauer (10.) verfehlten das Ziel zwar noch, doch in Minute 12 war es soweit: Dan Hacker, diesmal Mittelstürmer der ersten Reihe, passte wunderbar zurück auf Verteidiger Alexander Dück. Der SERC-Kapitän fackelte nicht lange und hämmerte die Scheibe punktgenau in den Winkel. Eispiraten-Keeper Sebastian Albrecht war chancenlos.
Im zweiten Drittel setzten Stewart und Simmonds deutlich mehr Akzente. Vor allem beim Powerplay der Gäste (36.) wirbelten beide gemeinsam auf dem Eis, doch ein Tor wollte den Sachsen selbst in doppelter Überzahl nicht gelingen. Das lag vor allem an Lukas Lang, der sich in ausgezeichneter Verfassung präsentierte. Wie er in Minute 38 den Schuss von Cameron Keith parierte, verdiente das Prädikat Extraklasse.
Auch die Wild Wings vermochten die knappe Führung nicht auszubauen. Ihnen stand mit Sebastian Albrecht ebenfalls ein starker Torhüter im Weg. Allerdings war auch viel Unvermögen dabei. Angesichts der vielen Chancen hätte ein Treffer fallen müssen. Vor allem Stefan Meyer wurde von Dan Hacker immer wieder hervorragend in Schussposition gebracht. Doch der Kanadier, der bislang nur einen Saisontreffer verbuchte, fand die Lücke nicht. Noch schlechter sieht die Bilanz von Rob Hennigar aus. Der Kanadier hat in dieser Runde überhaupt noch nicht getroffen, glänzte in den vergangenen Wochen aber wenigstens mit super Vorlagen. Dennoch: Die Kritik an den beiden Kontingentspielern dürfte in nächster Zeit lauter werden.
Im letzten Abschnitt kamen die Eispiraten mit dem Vorsatz aufs Eis, endlich den ersten Auswärtspunkt zu holen. So spielten sie auch. Zunächst traf Martin Heinisch zwar nur die Oberkante der Latte, doch kurz darauf erzielte Daniel Buchelli, in der vergangenen Saison noch Oberligaspieler, den 1:1-Ausgleich (43.). Bei dem Treffer aus kurzer Distanz war Lang chancenlos.
Schwenningen antwortete mit wütenden Angriffen. Längst hatte Trainer Stefan Mair auf drei Sturmreihen reduziert, um die Wucht der Attacken zu verstärken. Die Wild Wings rannten zwar wütend an, doch mitunter aber auch kopflos. Und immer wieder scheiterten sie an Albrecht. Nach 60 Minuten hatte Crimmitschau den ersten Auswärtspunkt unter Dach und Fach. Über den zweiten Zähler mussten Verlängerung oder Penaltyschießen entscheiden.
Nach torloser Overtime hatten die Eispiraten im Shoot-out die besseren Nerven. Letztlich war es doch ein NHL-Star, der die Partie entschied. Chris Stewart verwandelte den siegbringenden Penalty zum 1:2. Zuvor hatten für Schwenningen Peter Boon und für Crimmitschau Martin Heinisch getroffen. Tore: 1:0 (12.) Dück (Hacker, Macias), 1:1 (43.) Buchelli (Stewart, Gunkel), 1:2 (Penalty) Stewart. Schiedsrichter: (Düsseldorf). Zuschauer. 2895
