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Regionalsport Schwarzwald SSVg Brigachtal: „Ich bin wahnsinnig stolz“

05.02.2013
Einen Tag nach dem überraschenden Gewinn der Silbermedaille bei der deutschen Mannschaftsmeisterschaft im Luftgewehrschießen sprach der SÜDKURIER mit Alain Guignard, Trainer der SSVg Brigachtal.

Führte die Brigachtaler Sportschützen zweimal in Folge in die Bundesliga-Endrunde und im zweiten Anlauf zur deutschen Vizemeisterschaft: Trainer Alain Guignard.  Bild: Zschäbitz

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Welche Eindrücke und Gefühle bewegen Sie 24 Stunden nach dem tollen Erfolg?

Es ist erstaunlich und gewaltig, was die Mannschaft geleistet hat. Ich bin immer noch wahnsinnig stolz. Auch bei uns in der Schweiz hat der Brigachtaler Erfolg Anerkennung gefunden.

Fast wäre sogar Gold möglich gewesen. Schwingt auch ein bisschen Enttäuschung mit?

Wirklich nur ein kleines bisschen. Die HSG München war am Sonntag etwas abgeklärter und hat mehr Erfahrung in den eigenen Reihen. Wir haben Silber gewonnen und nicht Gold verloren.

Armin Rothmund deutete an, dass er eventuell mit dem Schießsport aufhören will. Wissen Sie mehr?

Ich kenne seine Gedanken. Der Druck ist natürlich hoch und Armin hat eine junge Familie. Dennoch bin ich der festen Überzeugung, dass er noch ein, zwei Jahre auf Bundesliga-Niveau großartige Leistungen bringen kann. Ich werde versuchen, ihn zu überzeugen. Für uns wäre es schwer, gleichwertigen Ersatz zu bekommen.

Wie sieht es bei den anderen Mannschaftsmitgliedern aus? Bleiben alle für die kommende Saison?

Mir sind keine Abgänge bekannt. Auch Eva Friedel und Peter Sidi wollen weiterhin für Brigachtal schießen. Peter ist mächtig stolz über die Medaille. Für ihn als Ungar bedeutet die Silbermedaille in Deutschland viel.

Machen Sie als Trainer weiter?

Ich würde sehr gern in Brigachtal bleiben. Von meiner Seite aus gibt es da überhaupt keine Frage. Ich fühle mich pudelwohl. Entscheidend ist, was die Vereinsführung will. Auch da habe ich Signale erhalten, dass man gerne mit mir weiterarbeiten möchte.

Brigachtal hat die 13. Bundesliga-Saison in Folge geschossen. Doch erst mit Ihnen gelang in den vergangenen zwei Jahren der Finaleinzug. Wie sieht Ihre Philosophie als Trainer aus?

Für mich ist der Teamgeist enorm wichtig. Der gute Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft ist ein Erfolgsgeheimnis. Die Kameradschaft in Brigachtal ist einfach klasse. Natürlich versuche ich auch meine Ideen einzubringen und meine Erfahrungen im Training den Sportlern zu vermitteln. An erster Stelle aber steht die Harmonie in Mannschaft und Verein. Und da habe ich in Brigachtal sehr gute Erfahrungen gemacht.

In den vergangenen Jahren hieß das erste Brigachtaler Ziel vor der Saison immer Klassenerhalt. Ändert die Silbermedaille vom Sonntag etwas daran?

Natürlich ist der Klassenerhalt das allererste Ziel. Aber ich bin inzwischen so selbstbewusst, um zu sagen: Wir wollen auch in der kommenden Saison einen Platz unter den besten vier Mannschaften der Südstaffel und das Ticket zur Endrunde lösen. Ich weiß, welches Potenzial die Schützen haben.

Gibt es jemanden, dem Sie einen besonderen Leistungssprung attestieren?

Trainer heben aus Mannschaften nicht gern einzelne Sportler heraus. Ich möchte es dennoch tun. Nathalie Bischof ist erst das zweite Jahr in der ersten Mannschaft und hat eine tolle Entwicklung genommen. Sie hat durchgehend klasse Ringzahlen geschossen, auch wenn sie im Finale etwas enttäuscht war. Nathalie ist für mich der aufgegangene Stern der Saison.

Wie sehen Sie die Perspektiven bei der SSVg Brigachtal?

Ich glaube, mit dem jüngsten Erfolg im Rücken wird es vielleicht etwas einfacher, die eigenen Talente zu entwickeln oder Schützen aus der Region für uns zu gewinnen. Junge Sportler zwischen Schwarzwald und Bodensee sehen, was sie in Brigachtal sportlich erreichen können. Wir haben mit der 15-jährigen Selvi Clara Ozdag ein Riesentalent im Verein. Sie darf aber erst mit 17 Jahren in den Mannschaftswettbewerb einsteigen. Auch ein Markus Sackner hat das Zeug dazu, um in ein, zwei Jahren zu einem festen Bestandteil der ersten Mannschaft zu werden. Fast noch wichtiger ist aber, dass der Erfolg auch neue Sponsoren anlockt oder Sponsoren zurückkehren, die den Verein früher schon unterstützten. Der Verein macht eine glänzende Arbeit, gerade auch im Jugend- und Nachwuchsbereich. Das kostet aufgrund der langen Fahrten viel Geld. Es würde uns sehr helfen, wenn wir da keine Abstriche machen müssen.

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