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23.01.2012  |  von  |  0 Kommentare

Regionalsport SeeWest SV Allensbach wartet weiter auf den ersten Sieg des Jahres 2012

Drittliga-Handballerinnen spielen 25:25 gegen die SG Mainz-Bretzenheim. Glück im Unglück: Auch Spitzenreiter Waiblingen patzt gegen Albstadt.

Franziska Ramirez hadert mit dem Schicksal. Sie konnte mit dem SV Allensbach auch das zweite Spiel des Jahres 2012 nicht gewinnen.  Bild: Scherer

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Redakteur Regionalsport See-West

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Frauenhandball3. Liga

SV Allensbach

SG Mainz-Bretzenheim

25:25 (13:13)

Handball kann manchmal so paradox sein. Da gibt die bessere Mannschaft in der Schlussminute einen Zwei-Tore-Vorsprung noch aus der Hand und feiert am Ende dennoch das Remis mit Sprechchören und Wunderkerzen wie einen Sieg. Auf der anderen Seite wird die glücklichere Mannschaft mit einem Punkt für ihre tapfere Aufholjagd belohnt, und trotzdem sitzen die Spielerinnen mit hängenden Köpfen und Tränen in den Augen auf dem Parkett. Den Grund für diese kuriosen Reaktionen zeigt der Blick auf die Tabelle. Das Team, das sich nicht über die erste Heimniederlage hätte beschweren können, ist der SV Allensbach, der Rang drei belegt und im Sommer aus der 2. Bundesliga abgestiegen war. Der Gegner, der beim Favoriten frech und respektlos auftrat und um ein Haar gepunktet hätte, ist der Ligaelfte SG Mainz-Bretzenheim, in der Vorsaison noch Regionalligist.

„Es hätte auch schlimmer kommen können. Nach diesem Spielverlauf war das ein gewonnener Punkt“, sagte der Allensbacher Manager Manfred Lüttin nach der Partie. Tatsächlich kamen die Gastgeberinnen überhaupt nicht in dieses erste Heimspiel des Jahres 2012. Früh führten die Mainzerinnen mit 2:0. Der SV Allensbach, bei dem Torjägerin Erika Lukoseviciute nach ihrer Gehirnerschütterung aus der Vorwoche in der ersten Hälfte noch geschont wurde, leistete sich in der Offensive einen hanebüchenen Fehler nach dem anderen. „Wir waren von der ersten Minute an nicht von uns überzeugt“, ärgerte sich SVA-Trainerin Jenny Hertenstein.

Dennoch drehte ihre Mannschaft zwischenzeitlich das Spiel und führte nach zehn Minuten mit 6:3. „Wir haben aber die einfachen Dinge versemmelt und den Gegner immer dann ins Spiel gebracht, wenn wir in Führung lagen“, schimpfte Manager Lüttin. Die Gastgeberinnen schafften es nie, ihr Tempospiel aufzuziehen und agierten äußerst nervös. „Anscheinend haben wir bei der Niederlage in Mainz doch einen Knacks abbekommen“, sagte Hertenstein in Anspielung auf die 24:33-Pleite im Topspiel beim FSV Mainz 05 in der Vorwoche. Derart verunsichert, schenkten die Allensbacherinnen in der letzten Minute der ersten Hälfte noch eine 13:11-Führung her, so dass es zur Pause 13:13 stand.

Beim 41:28-Hinspielsieg in Bretzenheim hatte der SV Allensbach nach gutem ersten Durchgang eine ganz schwache Leistung nach der Pause gezeigt – nun waren beide Hälften schlecht. Zweimal gelang dem SVA durch Sarah Rothmund, die mit neun Treffern überzeugte, die Führung (15:14, 18:17), dann allerdings machte der Aufsteiger das Spiel. „Wir haben den Kampf zu spät angenommen und gedacht, es geht schon irgendwie. Die Konsequenz hat gefehlt“, analysierte Hertenstein, deren hilflos und verunsichert wirkendes Team zwischenzeitlich mit drei Toren im Rückstand lag.

Die Schlussphase war dann wegen der vielen Fehler beider Mannschaften immerhin spannend, und wenigstens stimmte der Kampfgeist auf Allensbacher Seite. In den dramatischen Schlussminuten verwandelten die Gastgeberinnen ein 23:25 noch in ein 25:25. Dennoch bleibt es dabei: Der SV Allensbach kann in dieser Saison in eigener Halle einfach nicht gegen eine Mannschaft aus Mainz gewinnen. Nach dem 32:32 beim Rundenauftakt gegen den FSV gab es nun auch gegen die SG Bretzenheim nur einen Punkt.

„Jetzt muss ganz viel passieren für den ersten Platz“, hatte Trainerin Jenny Hertenstein in der ersten Enttäuschung noch gesagt. Dass die hinter den FSV Mainz 05 auf Rang drei abgerutschten Allensbacherinnen am Ende aber dennoch auf der längst geplanten After-Show-Party feiern durften, hatten sie dem Schlusslicht der Tabelle zu verdanken. Da die HSG Albstadt dem Spitzenreiter VfL Waiblingen in dessen Halle die erste Saisonniederlage beibrachte, darf sich auch der SVA weiter zarte Hoffnungen auf die Meisterschaft und den direkten Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga machen. So paradox kann Handball manchmal sein.

SV Allensbach: Futterer, Gruber (Tor); Jänisch (1), Rothmund (9), Lukoseviciute (1), Greinert (5), Hotz (5/3), Watzke (2), Maier, Zogg (1), Diehl, Gruczek, Ramirez (1). – Z: 400.

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