Heute geht es gegen die Reserve der SpVgg Greuther Fürth, und blickt man auf die Tabelle, so wäre es auch diesmal etwas vermessen, auf den ersten Dreier zu hoffen.
Denn die Franken mussten am vergangenen Wochenende bei Hessen Kassel nach vier Siegen in Folge die erste Saisonniederlage hinnehmen und damit die Tabellenführung abgeben. Eine Scharte, die die Kleeblätter im anstehenden Heimspiel sicherlich auswetzen wollen. Mit einem nachlässigen Gastgeber dürften die Pfullendorfer auf jeden Fall nicht rechnen.
Doch davon wird SCP-Coach Kristijan Djordjevic auch nicht ausgehen. Sein Blick geht eher auf die eigene Elf und deren angeknackstes Selbstvertrauen. Schon gegen die Eintracht deutete Djordjevic an, dass es ihm und seiner Elf im Moment nicht gelingt, hier Aufbauarbeit zu betreiben. Allerdings trägt auch der Coach selbst mit permanenten Wechseln und eher ungeduldig bis genervt wirkender Körpersprache nicht zu einer Stabilisierung vor allem der jungen Spieler bei. Immerhin konnte man im letzten Spiel feststellen, dass das SCP-Spiel nach der Auswechslung von Piero Saccone runder lief, da vor allem der eingewechselte Christian Hepp sich als belebend erwies.
Doch nach wie vor klaffen beim SC Pfullendorf Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander. Djordjevic hatte mit dem Versprechen attraktiv-offensiven Fußball zu bieten das Traineramt übernommen, jetzt aber wirkt er wie ein Kellner, der seinen Gästen prickelnden Champagner verspricht, ohne die Lage im Weinkeller zu kennen, und nun abgestandenes Leitungswasser servieren muss. Die Folge: Die Gäste, genauer die Zuschauer in der Geberit-Arena, bleiben zunehmend weg. Dabei ist das Pfullendorfer Publikum eher bescheiden, weiß Einsatzwillen und Zweikampfverhalten mehr zu schätzen als Kabinettstückchen mit der Hacke. Wie auch immer: Die außerordentliche Mitgliederversammlung am Freitag dürfte sicherlich noch angespannter verlaufen, wenn der SCP weiter erfolglos bleibt. (jr)
