Denn eigentlich müsste man diese Spielklasse in „Schenken-Badenliga“ umbenennen. Vor einer Woche die Bundesliga-Reserve aus Mannheim in Radolfzell – die Doppel abgeschenkt! Am Samstag die Herrenmannschaft aus Baden-Baden – die Doppel abgeschenkt! Am gestrigen Sonntag: Die Radolfzellerinnen im Fernduell mit dem punktgleichen TC Wolfsberg Pforzheim. Pforzheim empfängt die Reserve des Bundesligisten TC Rüppurr – und bekommt zwei Einzel und alle Doppel geschenkt! Ein Verhalten, das man als Wettbewerbsverzerrung bezeichnen kann.
Man fragt sich, weshalb manche zum Tennisschläger greifen, wenn sie diesen Sport gar nicht ausüben wollen? Wäre da Briefmarken sammeln nicht das bessere Hobby? Die Alben kann man zur Seite legen, wenn man keine Lust mehr hat. So bleibt ein nur ein respektloses Verhalten festzustellen – respektlos gegenüber den Zuschauern, gegenüber den Gegnern und gegenüber der Sportart an sich. Warum soll man einen Sport ernst nehmen, den die Sportler selbst nicht ernst nehmen?
Das Mannschaftstennis hat ein Problem, das der Verband dringend angehen muss, denn auf die Einsicht der Aktiven zu hoffen, ist wohl vergeblich – das unterstreichen die vergangenen beiden Badenliga-Wochenenden.
