Dort, wo am Vortag ein Häuflein Aufrechter das chinesische Männer-Team beim 3:1-Erfolg gegen Deutschland angefeuert hatte, jubelten etwa 3000 begeisterte Fans ihren Lieblingen zu. Nötig hatten diese die Unterstützung von den Rängen aber gar nicht. Zu überlegen waren sie ihren Gegnerinnen aus Japan.
«Es ist eben Finale», erklärten die chinesischen Journalisten die große Diskrepanz. Im Reich der Mitte interessiert nur Gold, ein spannendes und hochklassiges Halbfinale wird kaum zur Kenntnis genommen. Einzel-Olympiasiegerin Li Xiaoxia, Weltmeisterin Ding Ning und Guo Yue als Dritte im Bunde enttäuschten den eigenen Anhang nicht. Sie gaben in einem einseitigen Endspiel nur zwei Sätze ab und zementierten eindrucksvoll ihre Vormachtstellung.
Aber auch die unterlegen Japanerinnen waren zufrieden. Ihr Silber war das erste Edelmetall für die traditionsreiche Tischtennis-Nation seit der olympischen Ping-Pong-Premiere 1988. Hinter Japan, das auf dem Weg ins Finale Deutschland aus dem Rennen geworfen hatte, erhielt Singapur die Bronze-Plakette. Die WM-Zweiten vom Mai in Dortmund hatten beim 3:0 gegen Südkorea wenig Mühe.
